Microsoft, Aktie

Microsoft Aktie: Schlag gegen Cyberkriminalität

25.06.2026 - 02:51:30 | boerse-global.de

Microsoft zerschlug mit KI-Unterstützung und internationalen Partnern ein globales Netzwerk aus Schadprogrammen und infizierten Rechnern.

Microsoft, Europol und BKA: Großschlag gegen Cyberkriminalität
Microsoft - Abstrakte Darstellung von Cybersicherheit mit digitalen Datenströmen und leuchtenden Netzwerkverbindungen in einer dunklen, sicheren Umgebung. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Mehr als 200 Server vom Netz getrennt, die Kontrolle über 18.000 infizierte Rechner weltweit gekappt — Microsoft hat gemeinsam mit Europol und dem Bundeskriminalamt einen der bislang koordiniertesten Gegenschläge gegen organisierte Cyberkriminalität geführt. Im Zentrum standen die Schadprogramme Amadey und StealC, die weltweit am häufigsten für kriminelle Infektionskampagnen genutzt werden.

KI als Ermittlungswerkzeug

Was die Operation besonders macht: Microsoft setzte Künstliche Intelligenz ein, um den Schadcode in Minuten statt Tagen zu analysieren. Dabei zeigte sich, dass Amadey und StealC trotz unterschiedlicher Entwickler auf dieselbe technische Infrastruktur zurückgreifen. Dieses Ergebnis öffnete einen unerwarteten juristischen Weg — Microsofts Anwaltsteam konnte das US-amerikanische RICO-Gesetz gegen organisierte Kriminalität anwenden und alle beteiligten Akteure als Teil einer einzigen globalen Verschwörung belangen. Das erlaubte es, das gesamte Netzwerk in einem Zug anzugreifen statt jeden Akteur einzeln zu verfolgen.

Arbeitsteilung im Untergrund

Die beiden Programme ergänzen sich bei Angriffen gezielt: Amadey verschafft Kriminellen Zugang zu Fremdsystemen, StealC stiehlt anschließend Passwörter und sensible Daten. Allein in der ersten Maihälfte waren sie an mehr als 140.000 Infektionen beteiligt — Deutschland war nach den USA am stärksten betroffen. Genutzt wurden die Werkzeuge auch von der russisch-assoziierten Gruppe "Secret Blizzard" für Angriffe auf Ziele in der Ukraine.

Das BKA spielte eine tragende Rolle in der internationalen Zusammenarbeit. Die Behörde koordinierte mit niederländischen und dänischen Partnern im Rahmen der "Operation Endgame" — jener internationalen Polizeiaktion, die 2024 die Infrastruktur gefährlicher Botnet-Loader zerschlug. BKA-Abteilungsleiter Carsten Meywirth bezeichnete die aktuelle Operation als Fortsetzung dieses Kurses und hob die Zusammenarbeit mit dem Privatsektor hervor.

Parallel dazu gab Microsoft die Vertiefung einer langjährigen Partnerschaft mit dem Datenschutz- und Resilienzspezialisten Commvault bekannt. Dessen Cyber-Resilienz-Plattform soll künftig als nativer Service direkt in Microsoft Azure eingebettet werden — ein Schritt, der Azure-Kunden die Integration von Schutz- und Wiederherstellungsfunktionen ohne externe Infrastruktur ermöglicht. Die öffentliche Vorschau ist für diesen Sommer angekündigt. Dass Microsoft beide Themen — offensiver Kampf gegen Cyberkriminalität und defensive Sicherheitsarchitektur — in einer Woche besetzt, unterstreicht, wie zentral das Thema Sicherheit für das Azure-Geschäftsmodell geworden ist.

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