Markus Hill

www.fondsboutiquen.de: Family Offices, Vermögensverwalter, Sichtbarkeit & Information Overflow ist nicht Vertrauen – LinkedIn. Fondsvertrieb und der Faktor X (INTERVIEW – Susanne Schönefuß)

15.06.2026 - 18:51:03 | dgap.de

Markus Hill

Emittent / Herausgeber: Markus Hill / Schlagwort(e): Fonds/Konferenz
www.fondsboutiquen.de: Family Offices, Vermögensverwalter, Sichtbarkeit & Information Overflow ist nicht Vertrauen – LinkedIn. Fondsvertrieb und der Faktor X (INTERVIEW – Susanne Schönefuß)

15.06.2026 / 18:51 CET/CEST
Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich.


FONDSBOUTIQUEN & LINKEDIN: Family Offices, Vermögensverwalter, Sichtbarkeit & Information Overflow ist nicht Vertrauen – LinkedIn im institutionellen Fondsvertrieb und der Faktor X (INTERVIEW – Susanne Schönefuß) LinkedIn hat sich auch im institutionellen Fondsvertrieb vom reinen Karrierenetzwerk zu einem sichtbaren Resonanzraum der Branche entwickelt. Asset Manager, Fondsselektoren, Vermögensverwalter, Family Offices und Berater beobachten dort Themen, Personen und Positionierungen – mal aktiv, oft aber eher leise, aufmerksam und mit professioneller Distanz. Gleichzeitig wächst der Markt für LinkedIn-Dienstleistungen rund um den Fondsvertrieb deutlich. Versprochen werden Sichtbarkeit, Reichweite, digitale Leads und neue Investorenkontakte. Doch nicht alles, was modern klingt, überzeugt auch inhaltlich. Gerade Investoren und Fondsselektoren berichten immer wieder von unpassenden Kontaktanfragen, standardisierten Botschaften und Beiträgen, die eher nach Vertriebsaktionismus als nach fachlicher Substanz wirken. Damit stellt sich eine naheliegende Frage: Ist LinkedIn im institutionellen Umfeld tatsächlich ein seriöses Instrument für Sichtbarkeit, Positionierung und Vertriebsanbahnung – oder wird der Kanal in Teilen überschätzt? Markus Hill spricht mit Susanne Schönefuß, die mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Fondsbranche mit digitaler LinkedIn- und KI-Expertise verbindet, über Chancen, Grenzen und typische Fehlannahmen. Im Mittelpunkt des Gesprächs steht nicht die Frage, wie man möglichst laut wird, sondern wie digitale Kommunikation im Fondsvertrieb sinnvoll, glaubwürdig und investorenorientiert eingesetzt werden kann. LinkedIn im institutionellen Kontext Hill: Viele Fondsanbieter fragen sich, ob LinkedIn im institutionellen Umfeld überhaupt eine Rolle spielt. Wie ordnen Sie das ein? Schönefuß: LinkedIn ersetzt keine persönlichen Kontakte. Aber es ist inzwischen ein sichtbarer digitaler Treffpunkt der Branche. Vermögensverwalter, Fondsselektoren, Family Offices – sie alle sind dort präsent. Nicht zwingend mit eigenen Beiträgen, aber sehr häufig als aufmerksame Beobachter. Man sieht, wer sich mit welchen Themen beschäftigt, welche Diskussionen geführt werden und wer sich in welchem Netzwerk bewegt. Wer Kapital einwerben möchte, muss diesen Raum nicht permanent bespielen – er sollte ihn aber verstehen. Frankfurt & Zagreb: „Digitaler Gedankenaustausch“ – Markus Hill & Susanne Schönefuß LinkedIn – Marketing oder Vertrieb? Hill: Viele Fondsanbieter sehen LinkedIn vor allem als Marketing-Kanal. Performanceberichte werden gepostet, Pressemitteilungen geteilt oder Inhalte vom Unternehmensprofil repostet. Warum sollte sich ein Portfoliomanager oder Vertriebsverantwortlicher damit überhaupt beschäftigen? Schönefuß: Weil LinkedIn eben mehr sein kann als Marketing oder PR. Richtig eingesetzt, ist es ein strategisches Vertriebsinstrument. Man kann relevante Zielinvestoren identifizieren, Kontakte systematisch aufbauen und Schritt für Schritt einen belastbaren digitalen Erstkontakt herstellen – lange bevor es zu einem persönlichen Gespräch kommt. Genau darin liegt der Unterschied. Wer LinkedIn nur als Content-Bühne versteht, nutzt das Potenzial des Kanals nur sehr begrenzt. Wer es dagegen als Teil eines strukturierten Vertriebsprozesses begreift, kann deutlich gezielter arbeiten. Warum viele Initiativen scheitern Hill: Gleichzeitig hört man von Investoren, dass sie von LinkedIn-Anfragen eher genervt sind. Schönefuß: Das liegt meist nicht am Kanal selbst, sondern an der Art der Ansprache. Viele Nachrichten wirken wie Massenmails. Andere landen bei Personen, die für den betreffenden Fonds gar nicht als Investor infrage kommen. Im Fondsvertrieb geht es aber nicht um schnelle Reichweite, sondern um Vertrauen. Und Vertrauen entsteht nicht durch Standardansprache, sondern durch Relevanz, Timing und mehrere glaubwürdige Anknüpfungspunkte vor dem ersten Gespräch. Bevor man jemanden kontaktiert, sollte man sich eine einfache, aber entscheidende Frage stellen: Warum sollte sich genau dieser Investor mit unserem Fonds beschäftigen? Wer darauf keine gute Antwort hat und einfach drauflos postet oder anschreibt, produziert eher Ablehnung als Gesprächsbereitschaft. Hill: Trotzdem hört man oft den Einwand, LinkedIn bestehe vor allem aus Selbstdarstellung und oberflächlichen Kommentaren. Ist das nicht ein berechtigter Vorbehalt? Schönefuß: Teilweise schon – aber man darf den eigenen Feed nicht mit einem objektiven Gesamtbild der Branche verwechseln. LinkedIn zeigt verstärkt Inhalte, mit denen man interagiert. Wer vor allem Gratulationen, Selbstdarstellung oder oberflächliche Beiträge anklickt, bekommt davon mehr. Wer sich dagegen bewusst mit fachlich hochwertigen Inhalten beschäftigt, trainiert den Algorithmus in eine andere Richtung. Mit der Zeit entsteht so ein individuell kuratierter Fachfeed. Das heißt: Die Qualität dessen, was man auf LinkedIn wahrnimmt, hängt auch stark vom eigenen Nutzungsverhalten ab. Was LinkedIn realistisch leisten kann Hill: Wenn man es nüchtern betrachtet – welchen Beitrag kann LinkedIn dann tatsächlich leisten? Schönefuß: LinkedIn kann helfen, ein erstes Bild vom Portfoliomanager zu vermitteln und einen Vertrauensraum zu öffnen. Ein Investor schaut nicht nur auf Zahlen, sondern auch darauf, wie die Person denkt, die seine Investition verantwortet. Welche Marktmeinung vertritt sie? Wie argumentiert sie? Welche Themen setzt sie? Welche Haltung zeigt sie in schwierigen Marktphasen? Natürlich ersetzt das keine Due Diligence. Aber es schafft Orientierung. Und genau das kann gerade in frühen Phasen eines Kennenlernprozesses sehr wertvoll sein. Zudem kann LinkedIn den Vertrieb dabei unterstützen, systematisch neue Kontakte im relevanten Zielinvestorenkreis aufzubauen – nicht als einmalige Aktion, sondern als fortlaufenden Vertriebsprozess. Ein Praxisbeispiel Hill: Können Sie das bitte konkretisieren? Schönefuß: Gern. Eine Privatbank wollte ihre Investorenbasis gezielt verbreitern. Statt wahllos Kontakte aufzubauen, haben wir zunächst gemeinsam definiert, welche Investorengruppe überhaupt realistisch infrage kommt. In diesem Fall lag der Fokus auf Family Offices mit klarer Anlagestruktur und professionellem Due-Diligence-Prozess. Entscheidend war nicht die Zahl der Kontakte, sondern die Passung zwischen Fondsprofil und Investmentlogik der Zielinvestoren. Auf dieser Grundlage wurde das Netzwerk systematisch erweitert. Parallel dazu wurde das persönliche LinkedIn-Profil des Portfoliomanagers geschärft – nicht werblich, sondern fachlich. Zusätzlich haben wir die inhaltliche Ausrichtung seiner Beiträge begleitet. Ziel war keine Verkaufsrhetorik, sondern eine sachliche, fundierte Einordnung der eigenen Investmentüberzeugungen. Das Ergebnis waren mehrere hundert relevante Family-Office-Kontakte und eine deutlich höhere Sichtbarkeit im passenden Investorenkreis. Daraus entstanden qualifizierte Gespräche, die ohne diese gezielte Vorarbeit wahrscheinlich nicht zustande gekommen wären. Woran seriöse Ansätze erkennbar sind Hill: Wie erkennen Fondsboutiquen, ob ein digitaler Ansatz seriös ist? Schönefuß: Ein seriöser Ansatz beginnt nicht mit Content-Planung oder Posting-Frequenz, sondern mit der Frage: Wen wollen wir eigentlich erreichen? Im Fondsvertrieb stehen nicht Reichweite oder Interaktionszahlen im Mittelpunkt, sondern Investorenselektion und Produktpassung. Genau dort muss die Arbeit beginnen. Wenn im ersten Gespräch über Impressionen, Likes oder Posting-Rhythmen gesprochen wird, aber nicht über Zielinvestoren, Investmentlogik, Vertriebsprozess oder regulatorische Rahmenbedingungen, sollte man genau hinschauen. LinkedIn ist kein Selbstzweck. Es ist ein Instrument im Vertrieb. Technologie – auch KI – kann Prozesse strukturieren und effizienter machen. Sie ersetzt jedoch kein Marktverständnis, keine Erfahrung und kein Gespür für die richtige Ansprache. Hill: Hat sich Ihr Blick auf den Fondsvertrieb durch Ihre internationale Arbeit bzw. Ihren Standortwechsel verändert? Schönefüß: Ja, definitiv. Gerade durch meinen Wechsel nach Zagreb und die damit verbundene Fokussierung auf den digitalen Vertrieb habe ich einen sehr klaren Blick auf den Markt gewonnen: Viele Fondsboutiquen scheitern heute nicht an fehlender Sichtbarkeit – sondern an fehlender Vertriebsarchitektur. Der Ortswechsel hat mich im Grunde dazu gezwungen, den Vertrieb komplett neu zu denken – weg von gewachsenen Netzwerken, hin zu einem systematischen, digitalen Ansatz. Und genau daran zeigt sich sehr schnell, wo die eigentlichen Engpässe liegen. Fazit LinkedIn ist im Fondsvertrieb weder Allheilmittel noch Spielerei. Der Kanal ist auch kein Ersatz für persönliche Gespräche, keine Abkürzung zu Vertrauen und schon gar kein Argument für Substanz, wo keine vorhanden ist. Für Fondsboutiquen mit klarer Positionierung, fachlicher Tiefe und professioneller Vertriebsstrategie kann LinkedIn jedoch ein wirkungsvoller Zugang zu relevanten Investoren sein – vorausgesetzt, Zielgruppe, Ansprache und Prozess sind sauber durchdacht und sinnvoll in den bestehenden Vertrieb integriert. Am Ende entscheiden nicht Follower, Impressionen oder Likes über Kapitalaufbau, sondern Produktqualität, Glaubwürdigkeit und Vertrauen. Vertrauen entsteht im persönlichen Gespräch. LinkedIn kann aber helfen, genau diese Gespräche gezielt vorzubereiten, besser zu rahmen und systematisch anzubahnen.

Hill: Vielen Dank für das Gespräch.

Link zum Interview mit Susanne Schönefuß auf FONDSBOUTIQUEN.DE Susanne Schönefuß ist Juristin und seit mehr als 25 Jahren in der Fondsbranche tätig. Sie kennt das Geschäft aus unterschiedlichen Perspektiven – von der Investorenkommunikation und Treuhandgeschäftsführung über Fondsauflagen bis hin zum institutionellen Vertrieb. Heute unterstützt sie Fondsboutiquen mit Substanz und Ambition dabei, ihren Kapitalaufbau digital, beziehungsgetrieben und KI-gestützt zu beschleunigen. Sie lebt und arbeitet in Zagreb, Kroatien, und betreut von dort aus Fondsanbieter im deutschsprachigen Raum. Der Wechsel ins Ausland und der damit verbundene Fokus auf digitalen Vertrieb haben ihren Blick auf den Markt zusätzlich geschärft: Viele Fondsboutiquen scheitern weniger an fehlender Sichtbarkeit als an einer unzureichend entwickelten Vertriebsarchitektur. Susanne Schönefuß Welche Themen aus Zagreb könnten auf LinkedIn zusätzlich interessant sein und im Zusammenhang mit dem Interview stehen? Die Wachstumsphase zwischen 20 und 80 Mio. AUM Warum viele Fonds genau hier ins Stocken geraten – und welche Rolle strukturierter Vertrieb dabei spielt. Distribution im Wettbewerb um Aufmerksamkeit Weshalb neue Fonds selten gegen andere Anbieter antreten, sondern gegen bestehende Allokationen und gewachsene Beziehungen. LinkedIn im Fondsvertrieb – Erwartung und Realität Welche Rolle der Kanal tatsächlich spielen kann – und warum nachhaltiger Erfolg selten kurzfristig sichtbar wird. Dialog & Information: FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – GRUPPE FONDSBOUTIQUEN auf LINKEDIN – KANAL FONDSBOUTIQUEN & DACH-REGION: Finanzplatz Frankfurt & Value Investing, Rohstoffe, Endowment-Ansatz „Austria“, Swiss Value Day & Natural Resources Day (INTERVIEW – Alex J. Rauchenstein, SIA Asset Management) „Gemeinsam werden wir aktuelle Entwicklungen an den Kapitalmärkten und die Perspektiven des Value Investing beleuchten“ Value Investing galt lange Zeit als anstrengende Disziplin in einem Marktumfeld, das stark von Wachstumstiteln, Liquidität und kurzfristigen Modethemen geprägt war. Inzwischen rücken Substanz, Bewertungsdisziplin und reale Vermögenswerte wieder stärker in den Fokus vieler Investoren. Beim Fondskongress in Mannheim zeigte sich nach Einschätzung von Alex Rauchenstein (SIA Asset Management) erneut ein wachsendes Interesse an Value-Strategien und Rohstoffaktien – insbesondere bei Family Offices, unabhängigen Vermögensverwaltern und Investoren, die frei von strukturellen Zwängen entscheiden können. Im Gespräch mit Markus Hill erläutert Rauchenstein für FINANZPLATZ FRANKFURT, warum der direkte Dialog mit Investoren für SIA zentral bleibt, welche Rolle Energie- und Rohstoffaktien im aktuellen geopolitischen Umfeld spielen und welche Themen beim Swiss Value Day am 11. Juni in Zürich sowie bei weiteren Veranstaltungen im Jahr 2026 im Mittelpunkt stehen. Hill: Beim Fondskongress in Mannheim ergaben sich zahlreiche spannende Diskussionen rund um Value Investing und Rohstoffe. Welche Themen standen aus Ihrer Sicht im besonderen Fokus der Fondsselektoren vor Ort?
Rauchenstein: Der Fondskongress in Mannheim war erneut ein voller Erfolg. Seit vielen Jahren veranstalten wir gemeinsam mit der Frankfurt Asset Management (FAM) am ersten Kongresstag eine Mittagspräsentation. Dabei konnten wir feststellen, dass beide unsere Anlagethemen Value- und Rohstoffaktien wieder auf deutlich gestiegenes Interesse stoßen – insbesondere bei Investoren, die unabhängig und ohne strukturelle Einschränkungen Anlageentscheidungen für ihre Kunden treffen können. Ein wesentlicher Grund dafür ist die überzeugende Entwicklung unserer Strategien: Seit nunmehr fast sechs Jahren erzielen unsere beiden Fonds der SIA LTIF Classic und der SIA LTIF Natural Resources eine signifikante Outperformance gegenüber dem globalen Aktienmarkt und bieten dadurch eine attraktive Diversifikationsmöglichkeit. Auch im aktuellen geopolitischen Umfeld hat sich daran nichts geändert. Unsere konsequente Positionierung im Energiesektor, insbesondere in Ölunternehmen, hat sich weiterhin bewährt und konnte die jüngsten Korrekturen an den Aktienmärkten spürbar abfedern. Darüber hinaus profitiert unser Fonds SIA LTIF Natural Resources davon, dass Investoren verstärkt nach einer soliden Basisanlage im Rohstoffsektor suchen, die zugleich aktiv und konsequent nach Value-Kriterien gemanagt wird. Hill: Ein kurzes Stimmungsbild von Ihrer Seite: Sind Family Offices nach wie vor die idealen Investoren für Value Investing?
Rauchenstein: Ja, diese Einschätzung gilt weiterhin. Wie bereits erwähnt, stoßen unsere Ansätze insbesondere bei Investoren auf Interesse, die frei von strukturellen Zwängen eigenständig Anlageentscheidungen für ihre Kunden treffen können. Dies trifft in besonderem Maße auf Family Offices sowie unabhängige Vermögensverwalter zu. Anders formuliert: Je näher wir am tatsächlichen Investor sind, desto besser wird unser unternehmerisch geprägter Investmentansatz verstanden und konsequent mitgetragen.

Hill: Welche Themen stehen in diesem Jahr beim Swiss Value Day im Vordergrund?
Rauchenstein: Am 11. Juni findet in Zürich die fünfte Ausgabe des Swiss Value Day statt. Vor rund sechs Jahren entstand die Idee zu dieser Veranstaltung vor dem Hintergrund, dass Value Investing vielerorts bereits als überholt galt. Gemeinsam mit einem Mitbewerber haben wir uns damals bewusst dafür entschieden, diesem Trend entgegenzuwirken und eine Plattform zu schaffen, die die Relevanz von Value-Strategien wieder stärker in den Fokus rückt. Inzwischen konnten wir aufzeigen, dass es sich weiterhin – oder aus unserer Sicht heute mehr denn je – lohnt, konsequent an Value-Strategien festzuhalten. Auch in diesem Jahr setzen wir auf hochkarätige externe Referenten: Neben Mark Dittli von „The Market“ begrüßen wir Kim Shannon, Gründerin von Sionna Capital in Toronto, sowie den renommierten Wirtschaftshistoriker Edward Chancellor, der Anfang dieses Jahres sein neuestes Buch veröffentlicht hat. Gemeinsam werden wir aktuelle Entwicklungen an den Kapitalmärkten und die Perspektiven des Value Investing beleuchten.

Hill: Welche Themen stehen zusätzlich im Jahr 2026 bei Ihnen auf der Agenda?
Rauchenstein: Neben unseren inhaltlichen Schwerpunkten stehen auch in diesem Jahr zahlreiche Veranstaltungen im Mittelpunkt, bei denen wir den direkten Austausch mit Investoren pflegen. Am 12. Mai steht unsere Veranstaltung im MainNizza in Frankfurt an. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit Ihnen vor Ort, vorab vielen Dank für die Moderation. Wie vorher erwähnt, der Swiss Value Day steht dann im Juni vor der Tür, wir freuen uns auf den Gedankenaustausch in Zürich. Ein weiteres Highlight wird auch im Herbst wieder der Natural Resources Day sein, dieser findet ebenfalls in Zürich am 10. September statt. Zusätzlich finden noch verschiedene Veranstaltungen mit Stockwaves und der FFB in Deutschland statt. Wir sind übrigens am 12. November nochmals in Frankfurt (FFB), vielleicht sehen wir uns ja auch dort wieder. Diese Termine unterstreichen unseren Anspruch, im engen Dialog mit unseren Investoren zu bleiben und unsere Anlagestrategien kontinuierlich zu erläutern und weiterzuentwickeln.

Hill: Vielen Dank für das Gespräch.

Link zum Interview mit Alex Rauchenstein, SIA Asset Management Dialog & Information: FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – GRUPPE FONDSBOUTIQUEN auf LINKEDIN – KANAL FONDSBOUTIQUEN & DACHFONDS: NACUBO Commonfund Study of Endowments, Private Equity, Künstliche Intelligenz & Herausforderungen für Stiftungen und Family Offices (INTERVIEW – Martin Friedrich, Lansdowne Partners Austria GmbH) „Es ist das Wesentliche eines gut ausbalancierten Portfolios, dass eigentlich keine einzelne Assetklasse den Charakter des Vehikels prägt“ „Die Tugend ist die Mitte zwischen zwei Extremen (Aristoteles)“. Stiftungen, Family Offices und andere langfristig orientierte Investoren stehen vor einer anspruchsvollen Gemengelage: höhere Ausschüttungserwartungen, veränderte Korrelationen zwischen Aktien und Anleihen, Konzentrationsrisiken in den globalen Aktienmärkten und die Frage, wie echte Diversifikation heute noch hergestellt werden kann. Der sogenannte Endowment-Ansatz, bekannt aus dem Umfeld großer US-Universitätsstiftungen, liefert hierfür seit Jahren wichtige Denkanstöße – nicht als modisches Produktetikett, sondern als disziplinierte Kombination aus strategischer Asset Allocation, Risikobudgetierung, Rebalancing und Managerselektion. Markus Hill sprach für FINANZPLATZ FRANKFURT mit Martin Friedrich, Lansdowne Partners Austria GmbH, über die jüngsten Ergebnisse der NACUBO Commonfund Study of Endowments, über Stärken und Grenzen des Endowment-Ansatzes, über Katastrophenanleihen, Schwellen- und Frontiermärkte, Private Equity, künstliche Intelligenz und die Herausforderungen, vor denen Stiftungen und Family Offices im Jahr 2026 stehen. Im Mittelpunkt steht dabei weniger die kurzfristige Marktmeinung als vielmehr die Frage, wie institutionelle Anleger langfristige Robustheit, ausreichende Ertragskraft und echte Diversifikation miteinander verbinden können. Hill: Wie beurteilen Sie die Ergebnisse der 2025 NACUBO Commonfund Study of Endowments?
Friedrich: Die NACUBO ist die Dachorganisation und Interessensvertretung der US-amerikanischen Universitäten. Deren Stiftungen – besser als Endowments bekannt – sind strategisch wichtige Kapitalreserven, welche zugleich Wertsicherung für künftige Generationen und Ausschüttungen für den laufenden Hochschulbetrieb bereitstellen. Die jährliche Umfrage hinsichtlich der Investmenterträge und -strategien dieser Bildungseinrichtungen ist vor allem im eigenen Interesse der über 650 Mitglieder dieser Vereinigung. Sie ermöglicht ein unabhängiges Benchmarking der Investmentresultate und zeigt Trends in der Industrie auf. Dies ist auch für uns wichtig, denn wir versuchen, die Alleinstellungsmerkmale dieses in Europa sonst nicht zugänglichen Anlagestils mit liquiden Instrumenten nachzubilden.
Die jüngste, im Februar veröffentlichte Studie zeigt drei interessante Entwicklungen auf. Zum einen haben die großen und größten Endowments wieder den Spitzenplatz in der Hackordnung der Erträge zurückgewonnen, nachdem die extreme Aktienrallye in den beiden Vorjahren kleineren Endowments, welche höhere Anteile am S&P 500 halten, einen vorübergehenden Vorteil verschafft hatte.
Zweitens zeigt sich, dass Private-Equity-Allokationen bei den größten Institutionen auf hohem Niveau stagnieren, bei mittleren und kleinen Endowments jedoch wieder abnehmen. Drittens finden wir es bemerkenswert, dass Zuwendungen um rund 9% zurückgegangen sind, was jedoch ausschließlich auf die großen Endowments zurückzuführen ist. Einrichtungen mit einem Vermögen unter 1 Mrd. US-Dollar verzeichneten nämlich eine weitere Zunahme der Spendentätigkeit. Über die Gründe für diese Entwicklung können wir nur spekulieren; es könnte aber zum Beispiel sein, dass die politischen Attacken der aktuellen Regierung auf einige Universitäten manche Spender scheu gemacht haben.
Im Ergebnis können wir zusammenfassen, dass in einer Zeit, wo die Kosten der Universitäten rascher steigen als die Einnahmen, die Abhängigkeit von den eigenen Kapitalreserven noch weiter zunimmt. Deshalb überrascht es nicht, dass die durchschnittlichen Ausschüttungen weiter erhöht wurden und mittlerweile einen Wert von jährlich fast 5,0% erreicht haben. Dies bedeutet wiederum, dass die Leistungsfähigkeit der Investmentstrategien in den kommenden Jahren auf eine harte Probe gestellt wird.

Hill: Welche Rolle spielt bei Ihrem Ansatz die strategische Asset Allocation im Vergleich zu taktischen Entscheidungen? Wo entsteht der eigentliche Mehrwert?
Friedrich: Es mag sie überraschen, aber beim Anlagestil von Großinvestoren wie Stiftungen stehen taktische Wetten nicht im Fokus. Es geht vielmehr darum, erstens ausreichend Risiko zu nehmen, um langfristig die angestrebten Erträge darstellen zu können – und zweitens, durch Diversifikation ein Maximum an Portfolioeffizienz darzustellen. Das schaffen Sie vor allem durch strategische Asset Allokation in Kombination mit rigorosem Risikomanagement.
Auch in unserer Strategie entsteht der hauptsächliche Mehrwert in der langfristigen Asset Allokation, welche im zeitlichen Verlauf monatlich rebalanciert und dadurch stabil gehalten wird. Dabei stellen wir zusätzlich taktische Neigungen in das Portfolio, welche zwar ebenfalls Zusatzerträge liefern, aber im Gesamtkontext eine untergeordnete Rolle spielen. Wichtiger als die Taktik ist hingegen die Umsetzung im Portfolio: Denn die strategische Allokation wird mit Hilfe von Assetklassen-Indizes errechnet, welche direkt nicht investierbar sind. Zudem sind nicht in allen Anlageklassen passive Strategien verfügbar. Wir verbringen deshalb sehr viel Zeit mit der richtigen Auswahl und Kombination von aktiven Fondsprodukten, mit dem Ergebnis, dass wir auch durch die Managerselektion einen zusätzlichen Mehrwert für unsere Investoren schaffen.

Hill: Auf der anderen Seite, worin bestehen die Nachteile des Endowment Ansatzes?
Friedrich: Ein wesentlicher Eckpfeiler der von Endowments verfolgten Strategie besteht darin, Kapitalmarktrisiken bewusst zu akzeptieren, um dadurch langfristig ausreichend hohe Erträge zu erwirtschaften. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, auch in unvorteilhaftem Umfeld – also in Verlustphasen – investiert zu bleiben. Unsere Investmentphilosophie verwendet aus diesem Grund keine Stop-Loss-Limits und investiert in keinerlei kapitalgarantierte Produkte. Auch bei der Berechnung von Risikoparametern fokussieren wir bewusst auf längerfristige Kennzahlen. Obwohl die starke Diversifikation von Endowment-Portfolios die Verlustneigung mittel- und langfristig reduziert, können bei plötzlichen Einbrüchen dadurch auch die Benchmark überschießende Verluste entstehen. Dies ist zum Beispiel im März 2020 geschehen. Um es klar zu nennen: Es handelte sich um vorübergehende Verluste. Aber kurzfristig sind natürlich auch solche Episoden stets schmerzhaft. Hill: Welche Assetklassen stehen für Sie aktuell im Vordergrund des Interesses?
Friedrich: Es ist das Wesentliche eines gut ausbalancierten Portfolios, dass eigentlich keine einzelne Assetklasse den Charakter des Vehikels prägt. Wir verfolgen ein mittleres Risikoprofil, welches durch einen hälftig aus Aktien und Anleihen entwickelter Märkte zusammengesetzten Index approximiert werden kann.
Aufgrund der von uns ermittelten Ertrags- und Risikoeigenschaften der 17 im Einsatz stehenden Assetklassen ergibt sich ein Ergebnisportfolio, welches sehr international geprägt ist. Aktien der Eurozone finden sich zum Beispiel nur mit einer niedrigen einstelligen Allokation wieder. Dafür finden sich durchgerechnet rund 150 Länder im Portfolio repräsentiert. Rund 30% des Portfolios sind auf diese Art in Schwellen- und Frontiermärkten angesiedelt, wobei sich in diesem Teil unseres Fonds doppelt so viele Anleihen- wie Aktienfonds befinden.
Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal sind Katastrophenanleihen, welche mit einer Allokation von 10-15% einen nicht unwesentlichen Portfoliobestandteil darstellen. Es handelt sich um eine ertragsstarke und dekorrelierte Anlageform, welche allerdings von vielen Anlegern gemieden wird. Der Grund dafür sind unregelmäßig auftretende, aber sehr plötzliche Verluste, welche heftig sein können und deshalb Unbehagen bereiten. Für uns ergibt sich daraus eine Chance.

Hill: Vor welchen Herausforderungen stehen Stiftungen und Family Offices in diesem Jahr?
Friedrich: Für 2026 sehen wir sowohl Chancen als auch Risiken. In Summe überwiegen wahrscheinlich letztere, weshalb wir auch im Augenblick eher defensiv positioniert sind. Die Herausforderungen sind mannigfaltig: Zum Beispiel messen wir – ähnlich wie seit 2022 – eine positive Korrelation zwischen Aktien und Anleihen. Dies ist ein klassisches Kennzeichen eines stagflationären makroökonomischen Regimes, in dem wir uns zurzeit befinden. Die Situation wird dadurch erschwert, dass in den letzten Monaten auch Gold begonnen hat, im Gleichschritt mit Aktien zu schwanken. Ein weiteres Problem stellen die enormen Konzentrationsrisiken dar, welche in Aktienmärkten lauern. Die größten 10 Titel im S&P 500 machen bereits fast 40% der Kapitalisierung aus. Technologie und soziale Medien dominieren nicht nur die Narrative, sondern auch die Investmentportfolios der meisten Anleger.
Diese Dominanz des Technologiesektors ist übrigens keineswegs auf liquide Anlagen beschränkt: Aus einer aktuellen Studie von JP Morgan geht hervor, dass die Gewichtung von Technologie bei Private Equity oder Private Credit Anlagen ebenfalls zwischen 35% und 40% liegt und damit die Exponierung des S&P sogar noch übertrifft. Ich denke daher, dass das Ziel einer effektiven Diversifikation eine der schwierigsten, aber auch wichtigsten Aufgaben für die Investmentverantwortlichen darstellt.

Hill: Über welche Themen werden Sie am 12. Mai in Frankfurt sprechen?
Friedrich: Wir werden einerseits die bereits diskutierten Inhalte vertiefen, und ich werde zeigen, wie wir die Aufgabe der Diversifikation zu lösen versuchen. Zusätzlich wurde ich eingeladen, am Nachmittag im Rahmen einer Panel-Diskussion über die Herausforderungen der künstlichen Intelligenz zu sprechen. Ich werde dabei bewusst in die Rolle des Skeptikers schlüpfen und so hoffentlich einen spannenden Diskurs fördern. Der jährlich stattfindende „Credit Day“ der Firma Frankfurt Asset Management bietet den organisatorischen Rahmen hierfür.

Hill: Welche weiteren Aktivitäten stehen für Sie 2026 im Fokus?
Friedrich: Ich trete davor schon, am 5. und 6. Mai, beim ‚DACH Investors Retreat‘ der Markets Group auf, um Chancen und Risiken in Aktienmärkten zu erörtern. Im Juni bin ich dann für das IMPower Fundforum in Monaco angefragt worden. Im Herbst folgen dann noch Investorentage, eine Konferenz in Trier und das Petersberger Treffen von Drescher & Cie.

Hill: Vielen Dank für das Gespräch. Dialog & Information: FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – GRUPPE FONDSBOUTIQUEN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ-FRANKFURT-MAIN.DE, DACHLI-Region & FONDSBOUTIQUEN.DE (2026) – Themen, Interessen, Dialog (Auswahl & „Snapshots“) 25.2.2026, Frankfurt – „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Wealthmanagement“ (Markus Hill – Moderation: Christian Neuhaus – FINVIA, Sven Karkossa – Capitell Vermögens-Management AG, Noel Zeh – Wunderland Capital) 26.2.2026, Frankfurt – „Forum für Digitale Vermögenswerte (FDV)“ Redaktion – Themenspecial „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Wealthmanagement & Digital Assets“ (Interviews / Gastbeiträge, “Support” & MORE: info: markus-hill.com) 17.3.2026, Frankfurt – Private Markets Excellence Forum – „Private Markets, Family Offices & Stiftungen – Due Diligence & Ausblick 2026” (Markus Hill – Fireside Chat: J. Paulo Dos Santos – Geschäftsführer, VIRATIO GmbH) Interview mit Christian Hommens  SMART IMPACT INVESTING & PRIVATE MARKETS Frühjahr 2026Investorenstudie „Präferenzen institutioneller Investoren bei Immobilien & Alternative Investments“ (Markus Hill – Moderation, Podcast: Sebastian Thürmer, “artis & x” – Beispiel 2025) 16.4.2026 – „köln let’s talk“ – Bettina Timmler – Immobilien & Dialog (Medienpartnerschaft) 12.5.2026, Frankfurt: „Value Investing & Rohstoffe & MORE“ (Markus Hill – Moderation & Kurzintro „Fondsboutiquen & USA-Formel“ – Alex J. Rauschenstein & Urs Marti, SIA FUNDS AG – FINANZPLATZ SCHWEIZ) 17.6.2026, Zürich: Insights – “Family Offices & Fondsboutiquen” – The Mountain Talks Summit – FUNDPLAT (Vortrag – Markus Hill) 10.11.2026, Frankfurt: „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Finanzplatz Liechtenstein“ (Markus Hill – Moderation – LAFV Liechtensteinischer Anlagefondsverband: Panel & Vorträge) Input, Ideen & Anregungen zu den oben genannten Themen sind willkommen: info@markus-hill.com / +49 (0) 163 4616 179 Link zum Interview mit Martin Friedrich, LPA

FONDSBOUTIQUEN & KOMMUNIKATION - Fondsboutiquen, Asset Management und Dialog – „Anhauen, umhauen, abhauen“ vs. Langfristdenke und Interesse am Investor? (Markus Hill) Die Asset-Management-Branche betrachtet sich als kreativ. Neue Strategien, Spezialisierungen, Datenquellen, regulatorische Anforderungen und technologische Möglichkeiten haben das Angebot so breit und differenziert gemacht wie selten zuvor. Nach vielen Gesprächen mit Investoren bleibt oft ein Eindruck bestehen: Der Markt wird für diese nicht automatisch besser, nur weil er immer neue Produkte hervorbringt. Das Leben für Fondsboutiquen wird nicht leichter beim Ringen um Aufmerksamkeit. Vielleicht verwechselt die Branche Innovation aber zu oft mit Verpackung. Neue Begriffe, neue Etiketten, neue Präsentationen, neue Buzzwords – doch nicht immer entsteht daraus ein echter Fortschritt für den Investor.

Asset Management, Künstliche Intelligenz & Information Overflow
Investoren leiden heute nicht unter einem Mangel an Auswahl, sondern eher unter einem Übermaß an Information. Die Entwicklung im Bereich Künstliche Intelligenz wirkt zusätzlich als „Brandbeschleuniger“. Wie unterscheidet man Relevantes von Irrelevantem?

Asset Management ist eben nicht nur Produktgeschäft. Es ist immer auch Vertrauensgeschäft und zunehmend Übersetzungsarbeit. Denn was nützt die beste Strategie, wenn sie vom Gegenüber nicht in dessen Entscheidungsrahmen eingeordnet werden kann? Was nützt eine hoch spezialisierte Investmentlösung, wenn sie nicht anschlussfähig ist an die reale Denk- und Arbeitswelt derjenigen, die Kapital allokieren?

Authentisches Interesse an Langfristbeziehung versus „Schnelles Ticket“
Gute Allokationsentscheidungen entstehen nur selten durch Produktpräsentationen allein. Sie entstehen im Dialog. Nicht als Small Talk, sondern als ernsthafter Austausch über Ziele, Restriktionen, Governance, Risikoverständnis, Liquiditätsanforderungen, Zeithorizonte und die Rolle einer Strategie im Gesamtportfolio. Investoren suchen keine Folienkaskaden.

Der Markt ist komplexer geworden. Viele Anbieter reagieren darauf mit noch stärkerer Spezialisierung. Das ist nachvollziehbar und oft sinnvoll. Aber Spezialisierung allein reicht nicht. Wer heute überzeugen will, muss komplexe Sachverhalte nicht nur beherrschen, sondern auch verständlich machen. Die Fähigkeit zur Einordnung wird damit fast so wichtig wie die Fähigkeit des Produktmanagements.

Das gilt besonders bei erklärungsbedürftigen Themen wie zum Beispiel Private Markets – Stichworte: Infrastruktur, Private Debt, ESG, Impact Investing, Real Assets oder Digital Assets. In all diesen Bereichen entscheidet nicht allein die Qualität des Konzepts über den Markterfolg, sondern auch die Qualität des Dialogs. Wer lediglich sendet, wird leicht überhört.

„Trusted Advisor“, Partnerschaft & Marathon
Aus vielen Gesprächen, nicht nur am Finanzplatz Frankfurt, nehme ich genau diese Entwicklung wahr. Investoren reagieren sensibel auf standardisierte Vertriebsroutinen und austauschbare Produktbotschaften. Sichtbarkeit allein reicht nicht. Wiedererkennbarkeit entsteht erst dann, wenn Kompetenz, „Haltung“ und Kommunikationsstil zusammenpassen. Vertrauen entsteht nicht durch Lautstärke, sondern durch Konsistenz. Gerade dann zeigt sich, wer Produkte anbietet – und wer mit Orientierung, Einordnung und Haltung Mehrwert schafft. Thema hier ist Vertrieb, nicht PR.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht: Welches Produkt ist neu? Sondern: Wer hilft Investoren wirklich, Relevantes von Irrelevantem zu unterscheiden? Wer kann Komplexität reduzieren, ohne Inhalte zu vereinfachen? Eine Kernfrage für Sales: Nimmt man sich Zeit für Vertrauensaufbau mit dem Investor („Trusted Advisor“) oder möchte ich bei der Ansprache nur eruieren, ob kurzfristig die Wahrscheinlichkeit für ein Ticket besteht?

Asset Management braucht diesen Dialog – nicht als weiche Ergänzung, sondern als harten Erfolgsfaktor. Am Ende wird nicht der lauteste Anbieter gewinnen, sondern derjenige, dem es gelingt, Kompetenz, Verständlichkeit und Vertrauen glaubwürdig miteinander zu verbinden: Marathon versus Sprint!

Link zum Kommentar von Markus Hill Dialog & Information: FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – GRUPPE FONDSBOUTIQUEN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ FRANKFURT, DEUTSCHLAND & INDIEN - Frankfurt als Brücke für Wirtschaft, Innovation und Community (Interview – Ajit Ranade, INDIA EUROPE BUSINESS DESK) Indien, Deutschland und Europa rücken wirtschaftlich, technologisch und kulturell zunehmend näher zusammen. Frankfurt am Main spielt dabei als internationaler Finanzplatz, Verkehrsdrehscheibe und Standort einer großen indischen Community eine besondere Rolle. Auch in diesem Jahr findet der India-Europe Business Day wieder statt. Am 13.6.2026 ergibt sich die Gelegenheit zum Gedankenaustausch in der Mainmetropole. Im Gespräch mit Markus Hill erläutert Ajit Ranade, INDIA EUROPE BUSINESS DESK, warum er sich seit Jahren für die Verbindung zwischen Indien und Deutschland engagiert, welche Branchen in Zukunft besonders interessant werden und weshalb Frankfurt für viele indische Unternehmer, Fachkräfte und Studierende ein natürliches Sprungbrett nach Deutschland ist. Hill: Warum engagieren Sie sich sehr intensiv für die Kooperation von Indien und Deutschland? Ranade: Persönlich bin ich davon überzeugt, dass Indien und Deutschland natürliche Partner und Freunde sind. Beide Länder teilen viele Werte, ergänzen sich in ihren Stärken und haben über viele Jahre hinweg voneinander gelernt.Ich lebe seit mehr als einem Jahrzehnt in Deutschland und Europa und war in dieser Zeit in verschiedenen sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Initiativen aktiv. Zudem habe ich zahlreiche Veranstaltungen organisiert und mich in der Vergangenheit auch in der Frankfurter Stadtpolitik engagiert. Durch all diese sämtlichen Erfahrungen habe ich immer wieder wahrgenommen, dass Indien und Deutschland eine starke, positive Beziehung verbindet – geprägt von gegenseitigem Respekt, Vertrauen und Interesse aneinander.Auch aus wirtschaftlicher Sicht sind die Chancen enorm. Die Zahl indischer Fachkräfte und Studierender in Deutschland wächst kontinuierlich. Gleichzeitig haben beide Länder einander viel zu bieten – bei Handel, Investitionen, Innovation und beim Austausch zwischen Menschen, Unternehmen und Institutionen. Genau aus dieser Überzeugung heraus unterstütze ich Plattformen wie den India-Europe Business Day. Ziel ist es, Unternehmen, Fachleute, politische Entscheider und Vertreter der Community zusammenzubringen und Verbindungen zu schaffen, aus denen langfristige Kooperationen entstehen können.

Auch persönlich gibt es für mich eine besondere Verbindung: Ich komme aus Pune, einer Stadt, die oft als „deutsche Hauptstadt Indiens“ bezeichnet wird. Pune pflegt seit langer Zeit enge Beziehungen zu Deutschland. Der Deutschunterricht begann dort bereits vor mehr als hundert Jahren, und heute sind in der Region zahlreiche deutsche und europäische Unternehmen vertreten. Während meiner beruflichen Laufbahn in Pune, insbesondere zwischen 2005 und 2012, konnte ich aus nächster Nähe beobachten, wie deutsche Global Capability Centers und deutsche Investitionen in Indien gewachsen sind.

Diese Erfahrungen haben meine Wertschätzung für die indisch-deutsche Partnerschaft stark geprägt. Sie motivieren mich bis heute, meinen kleinen Beitrag dazu zu leisten, diese Beziehung durch wirtschaftliches, kulturelles und gesellschaftliches Engagement weiter zu stärken. Hill: Auf welchen Feldern sehen Sie in den nächsten Jahren das größte Potenzial für die Zusammenarbeit von Indien und Deutschland? Ranade: Die klassischen Sektoren wie Automobilindustrie, Automobilzulieferer, Pharma, Life Sciences, Maschinenbau, Engineering und industrielle Ausrüstung bilden seit vielen Jahren das Rückgrat der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Indien und Deutschland. In diesen Bereichen gibt es bereits ein starkes Fundament, das über Jahrzehnte gewachsen ist. Gleichzeitig sehe ich auch dort weiterhin erhebliches Potenzial für Wachstum, Vertiefung und neue Formen der Zusammenarbeit. Ein besonders interessantes Feld ist aus meiner Sicht der Verteidigungssektor. Indien und Deutschland haben in den vergangenen Jahren begonnen, in diesem Bereich enger zusammenzuarbeiten. Wir sehen bereits wichtige Vereinbarungen und strategische Partnerschaften zwischen Unternehmen und Institutionen beider Länder. Dieser Bereich kann in Zukunft deutlich an Bedeutung gewinnen. Ein weiteres Feld mit großem Potenzial sind Textilien und Leder. Indien ist weltweit für Qualität, Skalierung und Leistungsfähigkeit seiner Textilindustrie bekannt. Länder wie Deutschland und Italien verfügen wiederum über hochentwickelte Fertigungstechnologien. Gerade technische Textilien bieten daher große Chancen: Hier können indische Produktionskompetenz und europäische Technologie- und Innovationsstärke sehr sinnvoll zusammenkommen. Auch die Lederindustrie bietet Möglichkeiten für Wissenstransfer, technologische Modernisierung und verbesserten Marktzugang auf beiden Seiten. Darüber hinaus sehe ich sehr große Chancen bei Start-ups und innovationsgetriebenen Unternehmen. Deutsche und indische Start-ups können viel voneinander lernen. Deutschland steht für Ingenieurskunst, Forschung, Präzision und industrielle Qualität. Indien bringt enorme Stärken bei Skalierung, digitaler Innovation und Unternehmertum mit. Wenn diese Fähigkeiten zusammengeführt werden, können Lösungen entstehen, die international wettbewerbsfähig sind und für beide Seiten Nutzen stiften. Weitere wichtige Zukunftsfelder sind Halbleiter, Energie, Nachhaltigkeit, Advanced Manufacturing und technologische Innovation. Insgesamt liegt die Zukunft der indisch-deutschen Zusammenarbeit nicht nur darin, traditionelle Industrien weiter zu stärken, sondern auch, neue Sektoren wie Verteidigung, technische Textilien, nachhaltige Technologien, Start-ups und innovationsorientierte Geschäftsmodelle systematisch auszubauen. Hill: Welche Bedeutung hat Frankfurt als Brücke zwischen Indien und Deutschland? Ranade: Frankfurt ist eine sehr interessante Stadt. Obwohl Frankfurt nur die fünftgrößte Stadt Deutschlands ist, spielt sie eine außerordentlich wichtige Rolle – als Sitz der Europäischen Zentralbank, als Standort vieler internationaler Banken und als einer der bedeutendsten Finanzplätze Europas. Die Stadt ist seit Jahrzehnten Heimat einer großen indischen Community. Frankfurt gilt zudem als sehr offen und einladend, gerade für Expats. Viele Menschen fühlen sich hier sicher, willkommen und gut eingebunden. Im Unterschied zu manchen traditionelleren deutschen Städten ist Frankfurt sehr international geprägt. Menschen aus vielen Nationen leben und arbeiten hier, es werden zahlreiche Sprachen gesprochen, und diese kulturelle Vielfalt macht die Stadt lebendig, dynamisch und global. Ein weiterer entscheidender Vorteil ist die Konnektivität. Der Frankfurter Flughafen gehört zu den wichtigsten Passagier- und Frachtflughäfen Europas. Für viele Inder ist Frankfurt der erste Ankunftsort in Deutschland. Ein erheblicher Teil der Reisenden aus Indien kommt über Frankfurt nach Deutschland. Durch die guten Flugverbindungen sind wichtige indische Metropolen wie Mumbai oder Delhi in etwa acht bis neun Stunden erreichbar. Das schafft eine besondere Nähe zu Indien, die viele Menschen sehr schätzen. Hinzu kommt die zentrale Lage innerhalb Deutschlands und Europas. Ob man nach Norden, Süden, Osten oder Westen reist – viele Ziele sind von Frankfurt aus gut und schnell erreichbar. Diese Kombination aus Internationalität, wirtschaftlicher Bedeutung, starker Infrastruktur, guter Erreichbarkeit und einer offenen Atmosphäre macht Frankfurt zu einem besonderen Ort, um zu leben, zu arbeiten und Verbindungen zwischen Indien und Deutschland aufzubauen. Hill: Vielen Dank für das Gespräch. Gerne unterstützen wir vom FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN und auch INVESTING IN INDIA Ihr interessantes Format. Einen Extra-Dank noch an Andreas Heuberger an dieser Stelle, er hatte uns auf Ihr Format aufmerksam gemacht. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen und auf interessante Gespräche in Frankfurt.

Link zum Interview auf FONDSBOUTIQUEN.DE Finance & Future: AI, Blockchain, Longevity, Robotics, Sustainability (FUNDPLAT.COM - Thomas Caduff - 17.6.2026) Der exklusive Boutique-Finanz-Event (vormals «The Mountain Talks») für Führungskräfte auf dem Zürcher Uetliberg bietet ein sorgfältig kuratiertes Programm im stilvollen Rahmen des Hotel UTO KULM. Rund 40 ausgewählte Persönlichkeiten diskutieren beim Mittagessen und in den Nachmittagsrunden aktuelle und zukunftsweisende Themen rund um «Finance & Future» in inspirierender Atmosphäre.

MITTWOCH, 17.06.2026
11:00 – 17:15 REGISTRIERUNG & WILLKOMMENS-DRINKS @HOTEL UTO KULM
11:00 – 11:40 UNTERHALTUNG
ALPHORN ENSEMBLE ENGIADINA ST. MORITZ
11:40 – 11:55 BEGRÜSSUNG
 THOMAS J. CADUFF, FUNDPLAT GMBH, ZÜRICH &
 MARKUS BAUMGARTNER, B-PUBLIC AG, ZÜRICH
12:00 – 12:10 NETWORKING-PINSA-ESSEN & FOTOSHOOTING
12:15 – 13:30 UNTERHALTUNG
ALPHORN ENSEMBLE ENGIADINA ST. MORITZ
13:35 – 13:45 INSIGHT
DETLEF GLOW, LONDON STOCK EXCHANGE GROUP (LSEG), FRANKFURT:
DIE FONDSBRANCHE IM UMBRUCH - WELCHE TRENDS PRÄGEN DIE ENTWICKLUNG DES MARKTES?
13:50 – 14:10 INSIGHT
VERA CLAAS, NXTASSETS, FRANKFURT:
KRYPTO IN PORTFOLIOS: VOM RANDTHEMA ZUR STRUKTURIERTEN ALLOKATION – WAS JETZT WIRKLICH ZÄHLT
14:15 – 14:35 INSIGHT
ANNA FISCHER, RF, ZÜRICH:
WEALTH PROTECTION CH/UAE
14:40 – 15:00 INSIGHT
FABRIZIO BALSARINI, SWISS HELICOPTER AG, SAMEADAN:
SO BEWAHRE ICH JEDEN TAG VOLLE KONZENTRATION – UND HABE STETS EINEN PLAN B PARAT
15:05 – 15:25 NETWORKING-PAUSE
15:30 – 16:10 INSIGHT
ALEXANDRA WECK, A. WECK CONSULTING, DAVOS DORF:
IN MEINEN KONTAKTANFRAGEN SIND MEHR CEOS ALS IN EURER LEAD-DATENBANK – SALES 4.0 FÜR FINANZDIENSTLEISTER
16:15 – 16:35 INSIGHT
MARKUS HILL, MH SERVICES, FRANKFURT:
FONDSBOUTIQUEN, FAMILY OFFICES & FINANZPLÄTZE – WARUM SPRICHT MAN GERNE MITEINANDER?
16:40 – 17:00 AUF WIEDERSEHEN
THOMAS J. CADUFF, FUNDPLAT GMBH, ZÜRICH
17:05 – 17:15

LINK ZUM EVENT: Finance & Future: AI, Blockchain, Longevity, Robotics, Sustainability:

Finance & Future: AI, Blockchain, Longevity, Robotics, Sustainability


VERANSTALTUNGSHINHWEIS: Virtuelle Tag für das Stiftungsvermögen - VTFDS (Tobias Karow, STIFTUNGSMARKTPLATZ.EU) - 16.6.2026 bis 17.6.2026

Keine Barrieren für Stiftungsvermögen mehr, die 4% Ertrag im Wege stehen Wir haben es uns mit dem #vtfds Festival zum Ziel gesetzt, jede Stiftung zu befähigen, ihre Stiftungskapitalien so zu bewirtschaften, dass hinten 4% als für den Zweck zu verwendendem Ertrag rauskommen – mindestens. Hierbei spielen ordentliche Erträge sicherlich die Hauptrolle, aber auch Erträgen aus Wertzuwächsen fällt hier künftig eine gewichtigere Rolle zu. Unser Anliegen mit der Mission 4% ist es, dass es keine Barrieren mehr in Stiftungen gibt, die diese davon abhalten, ihr Stiftungsvermögen so anzulegen, dass im Ergebnis eben 4% herauskommen. Klar, Stiftungen können grundsätzlich anlegen wie sie möchten und die Stiftungsverantwortlichen haben dabei alle Freiheitsgrade. Aber werden diese auch genutzt?

Pflichten verstehen, Grundlagen schaffen, Handwerk versorgfältigen Oft genug existieren stiftungsinterne wie -externe Barrieren, die davon abhalten, Stiftungskapitalien als Raum der Möglichkeiten zu interpretieren und dann alles daran zu setzen, diesen Raum der Möglichkeiten so groß wie möglich zu machen – wozu wiederum eine bestimmte Art von sorgfältigem Handwerk gehört. Dächten Stiftungen generell das ihnen „mitgegebene“ Stiftungsvermögen und die daraus resultierenden Pflichten zu Ende, dann würden sie oftmals andere Grundlagen für das Management von Stiftungsvermögen schaffen. Diese wären dann wiederum die Basis, um robustere Anlageziele zu formulieren, breitere Diversifikationsansätze zu wählen und das Stiftungskapital professioneller zu investieren. Das Ergebnis wären resilientere Vermögensmassen, also Stiftungskapitalien, die durch jedwede gesellschaftlichen, ökonomischen und politischen Umstände hindurch wirtschaftlich stehfähig blieben.

Gefährdet eine Stiftung das Steuerprivileg, gefährdet sie das Steuerprivileg aller Stiftungen Mission 4% bedeutet in diesem Sinne, Stiftungen instand zu setzen, um ihrer Verantwortung aus dem Steuerprivileg heraus gerecht zu werden. Denn es ist im Sinne der res publica, dass ein vergebenes Steuerprivileg auch jene gewünschte gesamtgesellschaftliche Wirkung entfaltet. Jedes einzelne Stiftungsvermögen hat die Pflicht (und damit hat jede Stiftung und obliegt den Stiftungsverantwortlichen diese Pflicht), in diesem Sinne investiert zu werden. Diskussionen rund um das Modell Stiftungen rühren sich im Kern um die Frage, ob das Privilegieren eines Kapitalkörpers gesamtgesellschaftlich die erwarteten positiven Effekte zum Ergebnis gehabt hat. Jedes Stiftungsvermögen muss sich dieser Aufgabe verschreiben, jedes Stiftungsvermögen, das sich dem verweigert, gefährdet das Steuerprivileg aller Stiftungen.

45.000 gemeinnützige Stiftungen bedeutet 45.000 Vermögens-Setups Demgemäß ist #vtfds Mission 4% unser intrinsisches Anliegen, jedem Stiftungsvermögen und jedem Stiftungsverantwortlichen die Tür zu Handwerk und Inspiration rund um das Management von Stiftungsvermögen zu öffnen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz zählen wir mehr als 45.000 gemeinnützige Stiftungen, und damit entsprechend mehr als 45.000 Stiftungsmitarbeiter, die die Sphäre Vermögen verantworten. Entsprechend müssen über 45.000 stiftungsindividuelle Setups für das Management des Stiftungsvermögen gefunden werden. Mission 4% will dabei helfen, die Dinge rund um Stiftungsvermögen vorzudenken und zu Ende zu denken – und den Entscheidungsträgern in Stiftungen damit Grundlagen an die Hand geben, Entscheidungen treffen zu können. #vtfds Mission 4% – damit Stiftungen das tun können, was sie sagen, und wofür es sie gibt.

INFORMATION ZUR VERANSTALTUNG "VTFDS - Virtuelle Tag für das Stiftungsvermögen - Programm & Anmeldung:

VTFDS - Programm & Anmeldung Information zu Tobias Karow & STIFTUNGSMARKTPLATZ.EU

Finanzplatz Frankfurt & Finanzplatz Schweiz: „US Direct Lending und europäisches Private Debt laufen zwar unter dem gleichen Begriff – sind aber strukturell zwei verschiedene Märkte“ (Interview –  Mario Almer & Florian Wegmann, DANEO Partners AG)
Private Debt ist in der institutionellen Kapitalanlage längst kein Randthema mehr. Gerade im aktuellen Marktumfeld wird jedoch genauer hingeschaut: Welche Segmente bieten noch attraktive risikoadjustierte Renditen? Wo entstehen Spätzyklus-Signale? Und wie unterscheiden sich US Direct Lending und europäische Corporate-Credit-Strategien in Struktur, Wettbewerb, Covenants und Nähe zum Kreditnehmer? Markus Hill sprach für FINANZPLATZ FRANKFURT mit Mario Almer und Florian Wegmann, DANEO Partners AG, über die zunehmende Differenzierung innerhalb der Anlageklasse, über Chancen im europäischen und DACH-fokussierten Mittelstand sowie über die Fragen, die institutionelle Investoren in Deutschland und der Schweiz derzeit besonders beschäftigen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht Marketing-Schlagworte, sondern Kreditqualität, Selektion, Besicherung, Monitoring und die Frage, wo Private Debt im Portfolio langfristig sinnvoll eingesetzt werden kann.

Hill: Gegenwärtig wird in der Fachpresse häufig das Thema „US Direct Lending versus Private Debt in Europa“ kritisch diskutiert. Was gibt es hier zu beachten, was sind die wesentlichen Unterschiede bei dieser Betrachtung aus Ihrer Perspektive?

Wegmann: US Direct Lending und europäisches Private Debt laufen zwar unter dem gleichen Begriff – sind aber strukturell zwei verschiedene Märkte. Das wird von vielen Investoren aktuell erst richtig wahrgenommen. Der US-Markt ist tiefer, reifer und standardisierter. Genau das ist heute aber auch sein Problem: Der Wettbewerb ist massiv gestiegen, Spreads haben sich komprimiert, Covenants wurden aufgeweicht und Leverage-Niveaus sind gestiegen. Ein Großteil des Kapitals fließt in große, sponsor-getriebene Transaktionen (also von Private-Equity-Fonds gehaltene Firmen) mit aggressiven EBITDA-Adjustments und zunehmenden Payment-in-Kind-Strukturen – Mechanismen, die wirtschaftliche Schwäche beim Kreditnehmer verschleiern können. Bereinigt man die Ausfallraten um diese Instrumente, liegt die sogenannte ‘Shadow Default Rate’ im US-Markt mittlerweile bei rund 5–6% – deutlich höher als die offiziell kommunizierten Zahlen und ein klassisches Zeichen später Kreditzyklen.
Europa ist fragmentierter, weniger effizient – und genau deshalb aus unserer Sicht heute attraktiver. Banken dominieren noch immer einen Großteil der Unternehmensfinanzierung, ziehen sich aber regulierungsbedingt zunehmend zurück – Basel IV beschleunigt diesen Trend. In der Schweiz kommt ein weiterer struktureller Faktor hinzu: Mit dem Wegfall der Credit Suisse ist ein bedeutender Kreditgeber im mittleren Marktsegment verschwunden. Das spüren Unternehmen und Intermediäre im Markt direkt und schafft Raum für spezialisierte Private-Credit-Anbieter, insbesondere im Lower Mid Market Bereich. Europäische Transaktionen weisen typischerweise konservativere Leverage-Niveaus, stärkere Covenants und attraktivere risikoadjustierte Spreads auf – und für Euro-Investoren entfällt das Währungsabsicherungsproblem, das einen vermeintlichen US-Renditevorteil häufig neutralisiert. Genau hier finden wir Situationen, die wir direkt mit den Eigentümern und Unternehmern aushandeln und maßgeschneidert strukturieren können – meist erstrangig besichert, mit starken Covenants und attraktivem Pricing, abseits des Gedränges im US-dominierten Direct-Lending-Markt.
Almer: Was ich in Gesprächen mit institutionellen Investoren ergänzen würde: Auch in Europa muss man differenzieren. Große (Private-Equity-)Sponsor-getriebene Deals im Upper Mid Market zeigen nach unserer Einschätzung zunehmend dieselben Tendenzen wie in den USA. Entscheidend sind Selektion und der Fokus auf das richtige Segment. Wir bei Daneo Partners sind seit 2018 ausschließlich im europäischen, DACH-fokussierten Mittelstand aktiv – im Finanzierungssegment zwischen 10-75 Mio. Euro, wo große angelsächsische Plattformen nicht effizient skalieren können und lokale Banken zu klein oder zu reguliert sind.

Hill: Welche Rolle sollte Private Debt bei der Allokation generell bei institutionellen Investoren einnehmen?

Almer: Private Debt hat sich auch in Europa von einer Nischenstrategie zu einer etablierten Anlageklasse entwickelt. Insbesondere in Deutschland wird Private Debt mittlerweile bei vielen institutionellen Investoren als Kernbaustein in einem gut diversifizierten Portfolio betrachtet. Senior besicherte Direktkredite kombinieren dabei geringe Volatilität mit Renditen, die mit eigenkapitalähnlichen Erträgen konkurrieren können. Für Pensionskassen und Vorsorgewerke ist zudem entscheidend, was Public Credit strukturell nicht leisten kann: direkte Vertragsbeziehung zum Kreditnehmer, aktives Monitoring und die Möglichkeit, frühzeitig zu intervenieren und Einfluss zu nehmen, wenn sich eine Situation verändert. Dies bietet eine sinnvolle Ergänzung zu bestehenden Public-Credit-Allokationen. Die Allokation sollte strategisch erfolgen – mit klarem Fokus auf Qualität des Managers und der Strukturen. Wir beobachten zudem ein steigendes Interesse europäischer institutioneller Investoren an europäischen Managern, mit dem Ziel, Exposure aus dem US-Markt in die hiesigen Märkte umzuschichten. Das bestätigt uns in der Überzeugung, dass wir mit unserer Strategie richtig aufgestellt sind.

Hill: Als Schweizer Fondsboutique stehen Sie im Dialog mit institutionellen Investoren in der gesamten DACH-Region. Welche Themen stehen hier im Vordergrund?

Almer: Die Gespräche mit institutionellen Investoren drehen sich momentan stark um Risiken und weniger um Rendite. Drei Themen dominieren klar. Dominant ist aktuell die kritische Berichterstattung rund um Private Debt in den USA: Investoren haben selber substantiellen USA-Exposure oder lesen die Presse, nehmen die Warnsignale wahr und fragen gezielt nach, wie wir uns von diesen Entwicklungen abgrenzen – Stichworte Covenant-lite, hohe Leverage, Payment-in-Kind.
Zweitens das makroökonomische und geopolitische Umfeld: Wie resilient ist das Portfolio bei einer weiteren konjunkturellen Eintrübung? Was passiert bei einem Workout? Wie schnell kann man reagieren, und welchen Schutz bieten die Strukturen?
Drittens das Thema Bewertung und Leverage: Viele Investoren machen sich Sorgen um Exposure in stark überbezahlten, hochverschuldeten Unternehmen – oft in großen Sponsor-Deals (Thema US Sponsored SaaS Firmen). Die Frage, ob und wie man dort investiert ist, und wie man das Thema sieht, wird zunehmend kritisch beurteilt.
Wegmann: Speziell bei deutschen Investoren kommt ein weiteres Thema hinzu: Viele haben in den vergangenen Jahren unter dem Label „Private Credit“ insbesondere in immobilienbesicherte Finanzierungen – Mezzanine, Whole Loans – in Deutschland investiert und dabei schmerzhafte Erfahrungen gemacht. Das hat das Vertrauen in die Anlageklasse teilweise belastet und führt zu berechtigten Fragen rund um Abgrenzung und Strukturqualität. Wir erklären dann gerne unsere Corporate Credit Strategie: mittelständische Unternehmen in der DACH-Region, erstrangig besichert, ohne exzessiven Leverage und mit direktem Zugang zum Management.

Hill: Sie vertiefen aktuell den Dialog mit Investoren in Deutschland. Gibt es hier Unterschiede bei der Betrachtung von Private Debt, Finanzplatz Deutschland versus Finanzplatz Schweiz?

Almer: Ja, durchaus. In Deutschland ist die strategische Allokation institutioneller Investoren in Private Credit bereits deutlich weiter fortgeschritten, als in der Schweiz. Deutsche Pensionskassen und Versorgungswerke haben die Anlageklasse früher und breiter in ihre Portfolios integriert. Laut dem aktuellen Investor Survey des Bundesverbands Alternative Investments (BAI) liegt die durchschnittliche strategische Allokation in Private Debt bereits bei 3,3%. In der Schweiz ist die Durchdringung noch geringer – das Thema gewann aber die letzten Jahre klar an Dynamik. Inhaltlich unterscheiden sich die Fragen kaum: Beide Märkte interessieren sich für Sicherheit, Transparenz und Track Record. Auffällig ist zudem, dass Pensionskassen – sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz – zunehmend Interesse zeigen, mittelständische Unternehmen im heimischen Markt direkt zu unterstützen. So wurde in der Schweiz per 1. Januar 2022 die Anlagerichtlinien für Vorsorgeeinrichtungen erweitert. Seither dürfen diese „nichtkotierte schweizerische Anlagen“ als eigene strategische Anlageklasse führen. Zulässig ist die Kapitalvergabe gegenüber Schuldnern (Private Debt) und im Sinne von Beteiligungen (Private Equity).

Hill: Wo sehen Sie gegenwärtig die größten Chancen und Herausforderungen im Private Debt-Markt?

Wegmann: Wir sehen derzeit besonders attraktive Chancen im europäischen Lower Mid Market Bereich, einem strukturell mit Fremdkapital unterversorgten Segment. Während sich Banken zunehmend zurückziehen, können große internationale Plattformen und Manager in diesem Bereich häufig nicht effizient skalieren. Gleichzeitig ist in den vergangenen Jahren ein großer Teil des Kapitals in großvolumige, sponsorgetriebene Transaktionen geflossen. Dies hat zu intensivem Wettbewerb, steigenden Leverage-Niveaus und einer Erosion der Kreditstandards (und Margen) geführt – insbesondere im US-Markt. Europa wird aktuell nach unserer Beobachtung von institutionellen Investoren klar bevorzugt: Das Fundraising für europäische Private-Credit-Fonds erreichte 2025 einen Rekordwert und der europäische Mid-Market gilt als „Lender’s Market” mit besseren Strukturen und stärkeren Covenants. Allerdings beobachten wir auch hier einen zunehmenden Deployment-Druck: Große Fonds mit erheblichem „Dry Powder” drängen in kleinere Segmente, was den Wettbewerb auch im „Core“ Mid-Market erhöht und die Selektivität beim Underwriting umso wichtiger macht. Vor diesem Hintergrund sehen wir eine klare Opportunität in weniger kompetitiven Transaktionen mit solider Struktur, attraktivem Pricing und stärkerem Einfluss auf die Kreditgestaltung.
Almer: Als größte Herausforderung sehen wir die zunehmende Verunsicherung – geopolitisch, aber auch innerhalb der Anlageklasse selbst. Sollten sich die Spannungen im US-dominierten Segment weiter zuspitzen, könnten Verwerfungen entstehen, die das Vertrauen der Investoren in Private Debt generell belasten und die Kapitalbeschaffung erschweren. Wir sehen uns jedoch gut positioniert – auch in einem schwierigeren Umfeld: Als lokal verwurzelter DACH-Manager mit proprietärem Dealflow, Fokus auf den Lower-Mid-Market und konsequent stark besicherten Strukturen.

Hill: Vielen Dank für das Gespräch.

www.fondsboutiquen.de
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  FINANZPLATZ-FRANKFURT-MAIN.DE, DACHLI-Region & FONDSBOUTIQUEN.DE (2026) – Themen, Interessen, Dialog (Auswahl & „Snapshots“) 25.2.2026, Frankfurt – „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Wealthmanagement“ (Markus Hill – Moderation: Christian Neuhaus – FINVIA, Sven Karkossa – Capitell Vermögens-Management AG, Noel Zeh – Wunderland Capital) 26.2.2026, Frankfurt – „Forum für Digitale Vermögenswerte (FDV)“ Redaktion – Themenspecial „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Wealthmanagement & Digital Assets“ (Interviews / Gastbeiträge, “Support” & MORE: info: markus-hill.com) 17.3.2026, Frankfurt – Private Markets Excellence Forum – „Private Markets, Family Offices & Stiftungen – Due Diligence & Ausblick 2026” (Markus Hill – Fireside Chat: J. Paulo Dos Santos – Geschäftsführer, VIRATIO GmbH) Interview mit Christian Hommens  SMART IMPACT INVESTING & PRIVATE MARKETS Frühjahr 2026Investorenstudie „Präferenzen institutioneller Investoren bei Immobilien & Alternative Investments“ (Markus Hill – Moderation, Podcast: Sebastian Thürmer, “artis & x” – Beispiel 2025) 16.4.2026 – „köln let’s talk“ – Bettina Timmler – Immobilien & Dialog (Medienpartnerschaft) 12.5.2026, Frankfurt: „Value Investing & Rohstoffe & MORE“ (Markus Hill – Moderation & Kurzintro „Fondsboutiquen & USA-Formel“ – Alex J. Rauschenstein & Urs Marti, SIA FUNDS AG
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