Lenzing-Aktie: Profitabilität steigt trotz höherem Verlust
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 12:15 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSProfitabilität steigt trotz Verlust
- Lenzing hielt das bereinigte EBITDA in den ersten neun Monaten nahezu stabil und steigerte die bereinigte EBITDA-Marge.
- Wertberichtigungen und Restrukturierungskosten belasteten das berichtete Ergebnis deutlich.
- Für 2026 stellt der Konzern weiterhin ein bereinigtes EBITDA von 430 bis 460 Millionen Euro in Aussicht.
Lenzing hat in den ersten neun Monaten 2026 die operative Profitabilität verbessert, zugleich aber einen höheren Verlust ausgewiesen. Der österreichische Faserhersteller meldete am 5. November einen Umsatz von 1,93 Milliarden Euro nach 1,972 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBITDA blieb mit 353 Millionen Euro nahezu stabil.
Der Realtime-Kurs der Lenzing-Aktie lag am Freitag, 6. November 2026, um 12:08 Uhr bei Lang & Schwarz bei 12,08 Euro.
Bereinigte Marge legt zu
Die bereinigte EBITDA-Marge stieg im Jahresvergleich von 17,9 auf 18,3 Prozent. Besonders im dritten Quartal verbesserte sie sich nach Unternehmensangaben von 13,3 auf 17,3 Prozent. Lenzing führt den Umsatzrückgang vor allem auf geringere Verkaufsmengen nach dem gezielten Zurückfahren der Standardfaserproduktion sowie auf niedrigere Zellstoffpreise zurück.
Das berichtete EBITDA sank dagegen um 7 Prozent auf 316,4 Millionen Euro. Darin enthalten waren Restrukturierungseffekte von 36,6 Millionen Euro nach 12,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das Betriebsergebnis drehte deshalb von einem Gewinn von 20,6 Millionen Euro in einen Verlust von 55,1 Millionen Euro. Zusätzlich belasteten nicht zahlungswirksame Wertberichtigungen auf langfristige Vermögenswerte der Standorte Heiligenkreuz und Grimsby in Höhe von 136,1 Millionen Euro.
Nach Steuern weitete sich der Verlust von 105,0 auf 130,3 Millionen Euro aus. Bereinigt um Wertberichtigungen und Restrukturierungseffekte hätte Lenzing nach eigenen Angaben einen Gewinn von 42,4 Millionen Euro erzielt, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein bereinigter Verlust von 10,8 Millionen Euro angefallen war. Die Angaben stammen aus der Mitteilung von Lenzing.
Transformation bleibt im Mittelpunkt
Mit der Strategie „Grow Nonwovens, Reset Textiles“ will Lenzing das Vliesstoffgeschäft ausbauen, das Textilgeschäft stärker auf Premium- und Spezialanwendungen ausrichten und sich schrittweise aus margenschwachen Standardfasern zurückziehen. Für die laufende Transformation plant der Konzern zusätzliche Einsparungen von insgesamt 120 Millionen Euro gegenüber den Ist-Werten von 2025. Die volle Ergebniswirkung wird bis Ende 2027 erwartet.
Die finanzielle Basis wurde im Oktober durch eine Kapitalerhöhung von rund 300 Millionen Euro und neue Finanzierungsvereinbarungen von ebenfalls rund 300 Millionen Euro gestärkt. Parallel prüft Lenzing Optionen für die Produktionsstandorte Heiligenkreuz und Grimsby. Die Einstellung der Produktion in Heiligenkreuz ist bis Ende des ersten Quartals 2027, in Grimsby bis Ende 2027 geplant.
Ausblick für das Gesamtjahr
Für 2026 erwartet Lenzing weiterhin ein bereinigtes EBITDA zwischen 430 und 460 Millionen Euro. Das Ziel liegt über dem Vorjahresniveau von 425,6 Millionen Euro. Mittelfristig strebt der Konzern unter anderem eine EBITDA-Marge von 20 bis 25 Prozent und einen Verschuldungsgrad von weniger als 2,5 an.
Lenzing im Überblick
- Unternehmen: Lenzing AG
- ISIN: AT0000644505
- Handelsplatz des Realtime-Kurses: Lang & Schwarz
- Kurs: 12,08 Euro am 6. November 2026 um 12:08 Uhr
- Berichtszeitraum: Januar bis September 2026
- Umsatz: 1,93 Milliarden Euro
- Bereinigtes EBITDA: 353 Millionen Euro
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