Kering-Aktie: Gucci bleibt trotz Umbau der zentrale Belastungsfaktor
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 11:56 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSKering setzt auf Umbau und Gucci-Erholung
- Der Luxuskonzern erhöhte sein Jahresziel für Netto-Filialschließungen auf mindestens 125.
- Gucci blieb im dritten Quartal mit einem vergleichbaren Umsatzrückgang von 6 Prozent der zentrale Belastungsfaktor.
- Kering bestätigte das Ziel, die wiederkehrende operative Marge 2026 zu verbessern.
Kering hat den Umbau seines Filialnetzes im dritten Quartal beschleunigt. In der Mitteilung zum Geschäftsverlauf vom Donnerstag, 22. Oktober 2026, teilte der französische Luxuskonzern mit, dass er sein Jahresziel auf mindestens 125 Netto-Schließungen angehoben hat. Die Grundlage ist die Mitteilung von Kering.
Gucci bleibt zentrale Baustelle
In den ersten neun Monaten schloss Kering netto 105 Filialen. Dem standen 128 Schließungen und 23 Neueröffnungen gegenüber. Damit übertraf der Konzern sein ursprüngliches Jahresziel von 100 Netto-Schließungen bereits vor dem Jahresende. 2025 hatte Kering sein Netz netto um 75 Standorte verkleinert.
Der Filialumbau soll die Vertriebsstruktur straffen und die Produktivität der verbleibenden Standorte erhöhen. Für Anleger ist entscheidend, ob die Einsparungen die Belastungen durch geringeren Kundenverkehr ausgleichen können. Kering erklärte, die Transformation werde mehrere Saisons benötigen.
Gucci blieb im dritten Quartal der wichtigste Belastungsfaktor. Die Marke erzielte einen Umsatz von 1,291 Milliarden Euro, nominal 4 Prozent weniger als im Vorjahr. Auf vergleichbarer Basis sank der Umsatz um 6 Prozent. Im direkt betriebenen Filialnetz einschließlich E-Commerce gingen die vergleichbaren Erlöse um 9 Prozent zurück. Besonders in Festlandchina und Japan belastete der geringere Kundenverkehr.
Gleichzeitig verbesserten sich Umwandlungsrate, Durchschnittspreis und durchschnittlicher Warenkorb laut Kering weiter. Neue Kollektionen sollen die Attraktivität der Marke erhöhen. Im Großhandel und bei sonstigen Erlösen stieg der vergleichbare Gucci-Umsatz um 35 Prozent; allein der Großhandel legte um 45 Prozent auf 120 Millionen Euro zu. Die Entwicklung zeigt jedoch auch die Abhängigkeit von einzelnen Vertriebskanälen.
Portfolio liefert unterschiedliche Signale
Der Konzernumsatz erreichte im dritten Quartal 3,345 Milliarden Euro. Nominal blieb er stabil, auf vergleichbarer Basis sank er um 1 Prozent. In den ersten neun Monaten erzielte Kering 10,565 Milliarden Euro, nominal 2 Prozent weniger und vergleichbar stabil.
Außerhalb von Gucci war das Bild robuster. Im Segment Fashion und Leather Goods sanken die vergleichbaren Erlöse um 3 Prozent; ohne Gucci stieg der vergleichbare Umsatz im direkt betriebenen Einzelhandel um 2 Prozent. Kering Jewelry wuchs vergleichbar um 11 Prozent, Kering Eyewear um 4 Prozent. Diese Entwicklung stützt die Strategie, die Abhängigkeit von Gucci durch andere Häuser zu verringern.
Kering-Chef Luca de Meo bezeichnete die Erholung von Gucci als wichtigste Priorität. Der Konzern will zugleich seine Maßnahmen in China vorantreiben, die Produktentwicklung beschleunigen und die Vorteile der Gruppenplattform stärker nutzen. Kering bestätigte außerdem das Ziel, die wiederkehrende operative Marge 2026 zu verbessern und gleichzeitig in die Attraktivität seiner Marken zu investieren.
Aktie und nächster Anlegerfokus
Der Realtime-Kurs der Kering-Aktie lag am Freitag, 6. November 2026, um 11:46 Uhr bei Lang & Schwarz bei 184,09 Euro.
Kering S.A.
- ISIN: FR0000121485
- Ticker: KER.PA
- Handelsplatz: Lang & Schwarz
- Kurs: 184,09 Euro am Freitag, 6. November 2026, 11:46 Uhr
- Quartalsumsatz: 3,345 Milliarden Euro im dritten Quartal 2026
- Gucci-Umsatz: 1,291 Milliarden Euro im dritten Quartal 2026
Im französischen Aktienmarkt richtet sich der Blick zugleich auf die Entwicklung des CAC 40.
