HelloFresh-Aktie: S&P senkt Rating auf BB und setzt Ausblick negativ
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 12:02 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSRating belastet den Turnaround
- S&P Global Ratings stufte HelloFresh von BB+ auf BB herab und setzte den Ausblick auf negativ.
- Die Agentur erwartet 2026 einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von 9 bis 11 Prozent.
- Als zentrale Risiken nennt S&P schwächere Neukundengewinnung, sinkende Volumina und die Profitabilität des Fertiggerichtegeschäfts.
S&P Global Ratings hat HelloFresh am 29. Oktober 2026 von BB+ auf BB herabgestuft und den Ausblick auf negativ gesetzt. Die Ratingagentur begründet den Schritt mit einer unsichereren Erholung und höheren Risiken bei der Umsetzung des operativen Turnarounds. S&P Global Ratings veröffentlichte die Einschätzung in einer Mitteilung aus Madrid.
Mehr Druck auf die Erholung
Nach Einschätzung von S&P hat HelloFresh die Marketingausgaben disziplinierter gesteuert, dadurch aber im wichtigen Zeitraum rund um den Schulanfang nicht ausreichend neue Kunden gewonnen. Schwächere Konversionsraten und sinkende Bestellvolumina verlängern aus Sicht der Agentur die Phase des Umsatzrückgangs. Zugleich belasten operative Ineffizienzen im Fertiggerichtegeschäft die Profitabilität.
Für 2026 erwartet S&P einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von 9 bis 11 Prozent. Die Prognose liegt damit deutlich unter der früheren Erwartung eines Rückgangs von 3 bis 6 Prozent. Das bereinigte EBITDA sieht die Agentur bei 350 bis 370 Millionen Euro, die bereinigte EBITDA-Marge bei 5,4 Prozent. Für 2027 rechnet S&P mit einem weiteren Umsatzrückgang von knapp 5 Prozent und einer Margenerholung auf 6,1 Prozent.
Negativer Ausblick setzt Schwellen
Der negative Ausblick bedeutet, dass S&P HelloFresh in den kommenden 12 bis 18 Monaten erneut herabstufen könnte. Als Auslöser nennt die Agentur anhaltende Volumenverluste im Kochboxengeschäft, eine weitere Verschlechterung der Kundenkonversion oder eine schwächere operative Marge. Eine Stabilisierung des Ausblicks wäre dagegen möglich, wenn HelloFresh den Mengenrückgang in beiden Geschäftsbereichen bremst, im Kochboxensegment wieder Wachstum erreicht und im Fertiggerichtegeschäft profitabel wächst.
S&P kalkuliert für 2026 mit einem Anstieg des bereinigten Verschuldungsgrads auf das 2,1-Fache des EBITDA, nach 1,4-Fach in der früheren Basisannahme. Für 2027 wird eine Verbesserung auf das 1,9-Fache erwartet. Gleichzeitig bleibt der operative freie Cashflow nach Leasingzahlungen laut Agentur 2026 weitgehend gering, soll 2027 aber auf mehr als 20 Millionen Euro steigen.
Liquidität bleibt ein Stützpfeiler
Trotz der vorsichtigeren Einschätzung verweist S&P auf HelloFreshs Liquiditätsmanagement. Die Agentur rechnet mit einem zusätzlichen Liquiditätspuffer von 100 Millionen Euro und berücksichtigt diesen Betrag nicht als unmittelbar für den Schuldenabbau verfügbares Barmittel. Positiv wirken zudem die verlängerte Fälligkeitsstruktur, eine revolvierende Kreditlinie über 375 Millionen Euro mit Laufzeit bis 2030 und die neue unbesicherte Anleihe über 350 Millionen Euro mit Fälligkeit im Juli 2031. Die Anleihe wurde ebenfalls auf BB von BB+ herabgestuft.
Der Realtime-Kurs der HelloFresh-Aktie lag am Mittwoch, 4. November 2026, um 12:00 Uhr bei Lang & Schwarz bei 2,81 Euro.
Am deutschen Aktienmarkt richtet sich der Blick neben HelloFresh auf die Entwicklung im DAX.
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HelloFresh SE
- Unternehmen: HelloFresh SE
- ISIN: DE000A161408
- Kurs: 2,81 Euro bei Lang & Schwarz am 4. November 2026 um 12:00 Uhr Berliner Zeit
- Sektor: Consumer Defensive
- Geschäft: Kochboxen und Fertiggerichte
