Fresenius-Aktie: Neue Biosimilar-Pipeline mit WuXi Biologics
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 09:54 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSNeue Chancen für Fresenius Biopharma
- Fresenius erhält exklusiven Zugang zu bis zu 37 Biosimilar-Kandidaten von WuXi Biologics.
- Die Vereinbarung soll das Portfolio im kommenden Jahrzehnt von 29 auf bis zu 66 Moleküle erweitern.
- Die Finanzziele für 2026 und die Biopharma-Ambition für 2030 bleiben unverändert.
Fresenius hat am Montag, 2. November 2026, eine exklusive Entwicklungsvereinbarung mit WuXi Biologics geschlossen. Wie die Deutsche Börse mit Verweis auf die Unternehmensmitteilung berichtete, erhält Fresenius exklusiven Zugang zu bis zu 37 potenziellen Biosimilar-Kandidaten mit First-to-Market-Potenzial.
Damit könnte das Portfolio aus vermarkteten und in der Entwicklung befindlichen Molekülen im kommenden Jahrzehnt von 29 auf bis zu 66 wachsen. Die Kandidaten zielen auf Originalpräparate mit einem listenpreisbasierten Umsatz von mehr als 370 Milliarden Euro. Fresenius bezeichnete die Vereinbarung als die bislang größte angekündigte Entwicklungsvereinbarung in der Biosimilar-Branche.
Pipeline mit breiterem Wirkstoffprofil
Die nächste Generation der Pipeline soll 13 Therapiegebiete und mehrere biologische Technologien abdecken. Dazu zählen monoklonale und bispezifische Antikörper, Antikörper-Wirkstoff-Konjugate und Fusionsproteine. Zu den anfänglich erwarteten Entwicklungsprogrammen gehören Polatuzumab Vedotin gegen diffus großzellige B-Zell-Lymphome und Teprotumumab gegen die endokrine Orbitopathie.
Fresenius entscheidet nach Marktattraktivität, Entwicklungsrisiko und erwarteter Rendite, welche Optionen weiterverfolgt werden. Das Unternehmen erhält die weltweiten Vermarktungsrechte einschließlich der Zulassungen und behält die wirtschaftlichen Erträge der später vermarkteten Produkte. WuXi Biologics wird für ausgewählte Kandidaten auf Dienstleistungsbasis vergütet.
Die Vereinbarung soll die strategische Flexibilität erhalten und die Kapitalbindung schrittweise an den Fortschritt der Programme koppeln. Fresenius will zudem für jeden Kandidaten die langfristige Produktionsstrategie festlegen. Dabei kann das seit Oktober 2026 vollständig zum Konzern gehörende mAbxience-Netzwerk einbezogen werden.
Finanzrahmen bleibt zunächst unverändert
Fresenius bestätigte die Finanzziele für das Gesamtjahr 2026 sowie die im Dezember 2025 angekündigte Biopharma-Ambition für 2030. Diese sieht für das bestehende vermarktete und spätphasige Portfolio eine ungefähr verdoppelte Biopharma-Umsatzbasis gegenüber 2025 bei einer EBIT-Marge von rund 20 Prozent vor. Die neue Vereinbarung soll zusätzliche Chancen über 2030 hinaus eröffnen.
Mit dem Fortschritt der ausgewählten Programme steigen zunächst die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen. Dadurch kann die Profitabilität während der Entwicklungsphase belastet werden, bevor spätere Produkte zu Umsatz und Ergebnis beitragen. Fresenius will die Vereinbarung aus dem laufenden Cashflow finanzieren und benötigt dafür keine neue Finanzierung.
Der Realtime-Kurs der Fresenius-Aktie lag am Montag, 2. November, um 09:45 Uhr Berliner Zeit bei Lang & Schwarz bei 48,93 Euro, 2,36 Prozent über dem Xetra-Schlusskurs vom Freitag, 30. Oktober.
Fresenius SE & Co. KGaA
- ISIN: DE000FRE5EN2
- WKN: FRE5EN
- Ticker: FRE
- Handelsplatz: Lang & Schwarz
- Kurs am 2. November 2026, 09:45 Uhr: 48,93 Euro
- Veränderung gegenüber dem Xetra-Schluss vom 30. Oktober: plus 2,36 Prozent
- Xetra-Schlusskurs am 30. Oktober 2026: 47,80 Euro
- Index: DAX
Im deutschen Aktienmarkt richtet sich der Blick am Montag auch auf den DAX.
