Evonik, DE000EVNK013

Evonik-Aktie: Vorstand weist BASF-Angebot zurück

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 10:01 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Die Evonik-Aktie bleibt nach der Absage an BASF im Übernahmefokus. Der Vorstand setzt auf Eigenständigkeit, Gespräche bleiben informell möglich.

Evonik setzt auf Eigenständigkeit

  • Der Vorstand weist BASF als Verhandlungspartner zurück, bleibt aber für einen vertraulichen Informationsaustausch offen.
  • BASF begründet sein Interesse mit einer strategischen Kombination und umfangreichen Zusagen für Beschäftigte und Standorte.
  • Die geplante Eigenständigkeit steht im Zusammenhang mit Evoniks laufendem Umbau und möglichen Verkäufen von Geschäftsteilen.
Evonik, DE000EVNK013, Illustration mit AI erstellt.

Evonik hält an seiner Eigenständigkeit fest: Der Vorstand des Essener Spezialchemiekonzerns entschied am Freitag, 30. Oktober 2026, nicht in Verhandlungen mit BASF über eine Übernahme einzutreten. Grundlage war ein Schreiben von BASF vom 22. Oktober mit dem Interesse an einem freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot. Evonik teilte mit, der Vorstand konzentriere sich auf die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens als unabhängiger Konzern.

Die Absage schließt Kontakte zwischen den Unternehmen jedoch nicht vollständig aus. Evonik ist nach eigenen Angaben zu einem rein informativen und vertraulichen Austausch bereit. Dabei soll BASF seine Motive und die aus seiner Sicht maßgeblichen Gründe für das Interesse erläutern können; Evonik will zugleich seine eigene Position darlegen. Konkrete Übernahmeverhandlungen sind damit nicht verbunden.

BASF erhöht den Druck

BASF hatte sein Angebot nach Reuters-Angaben auf 24,00 Euro je Evonik-Aktie erhöht. Der Ludwigshafener Konzern bewertet Evonik damit mit mehr als elf Milliarden Euro. BASF reagierte auf die Absage mit Unverständnis und verwies auf umfangreiche Zusagen für Beschäftigte und Standorte. Der gebotene Preis liegt laut Reuters 39 Prozent über dem Schlusskurs vor den ersten Übernahmegerüchten.

BASF-Chef Markus Kamieth wirbt für den Zusammenschluss als Antwort auf den globalen Wettbewerb und sieht Vorteile in den sich ergänzenden Portfolios. Evonik-Interimschef Claus Rettig verfolgt dagegen den eigenständigen Umbau des Konzerns mit dem Ziel, Wachstum und Ergebnis zu verbessern. Einschließlich bereits umgesetzter Sparprogramme könnte die Belegschaft dadurch um insgesamt rund 10.000 Stellen sinken.

Umbau prägt die Perspektive

Zum laufenden Umbau gehört auch der geplante Verkauf des Chemiepark-Betreibers Syneqt mit rund 3.500 Beschäftigten in Marl und Wesseling. BASF hat nach Reuters-Angaben signalisiert, die Sparte bei einer Übernahme behalten zu können. Syneqt selbst stellt die Eigenständigkeit als strategischen Vorteil heraus.

Für den weiteren Verlauf des Übernahmevorstoßes ist zudem die RAG-Stiftung wichtig. Sie hält rund 43 Prozent der Evonik-Anteile und wurde von BASF bereits angesprochen. Die Haltung des Großaktionärs dürfte damit zu einem wichtigen Faktor für jede mögliche Transaktion werden.

Der Realtime-Kurs der Evonik-Aktie lag am Montag, 2. November 2026, um 09:49 Uhr bei Lang & Schwarz bei 20,85 Euro, 0,90 Prozent unter dem Xetra-Schlusskurs vom Freitag, 30. Oktober.

Evonik Industries AG

  • ISIN: DE000EVNK013
  • Ticker: EVK.DE
  • Handelsplatz: Xetra
  • Lang & Schwarz: 20,85 Euro am 2. November 2026, 09:49 Uhr Berliner Zeit
  • Veränderung: minus 0,90 Prozent gegenüber dem Xetra-Schlusskurs vom 30. Oktober 2026
  • Xetra-Schlusskurs: 21,04 Euro am 30. Oktober 2026

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