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Erste-Aktie: Polen-Angebot für Mehrheit läuft an

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 09:00 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Die Erste-Aktie bleibt nach dem Start des Polen-Angebots im Anlegerfokus. Die Bank erhöht zugleich ihre Ziele für Kreditvolumen und Kernerträge.

Polen-Angebot und Jahresziele im Fokus

  • Die Erste Group will ihre Beteiligung an Erste Bank Polska von 49 Prozent auf mehr als 50 Prozent erhöhen.
  • Für 2026 hob die Bank das Kreditvolumenziel auf über 290 Milliarden Euro an.
  • Ohne Polen soll der Zinsüberschuss um mehr als 6 Prozent und der Provisionsüberschuss um etwa 10 Prozent wachsen.
  • Der Abschluss der Transaktion ist für Dezember 2026 vorgesehen.
Erste, AT0000652011, Illustration mit AI erstellt.

Das freiwillige Übernahmeangebot der Erste Group für Aktien der Erste Bank Polska läuft. Die Annahmefrist begann am Dienstag, 3. November 2026, wie Börse Global berichtet. Die Erste Group hatte den Start des Angebots und den Beginn der Annahmefrist in ihrer Mitteilung vom 30. Oktober angekündigt.

Mehrheit in Polen angestrebt

Die österreichische Bank will ihren Anteil an der Erste Bank Polska von derzeit 49 Prozent auf mehr als 50 Prozent erhöhen. Die Beteiligung soll zugleich höchstens 75 Prozent erreichen, damit ein Streubesitz von mindestens 25 Prozent erhalten bleibt. Der Angebotspreis beträgt rund 713 polnische Zloty je Aktie.

Die Angebotsfrist soll voraussichtlich 30 Tage dauern und kann nach den geltenden Vorschriften verlängert werden. Die Abwicklung der Transaktion ist für Dezember 2026 vorgesehen. Voraussetzung für den Vollzug ist eine ausreichende Annahme, durch die die Beteiligung über die Mehrheitsschwelle steigt, aber unter 75 Prozent bleibt.

Ausblick für 2026 angehoben

Die Grundlage für die strategische Aufstockung bildet die Entwicklung in den ersten neun Monaten 2026. Nach Angaben der Erste Group stieg das Kreditvolumen einschließlich Erste Bank Polska seit Jahresbeginn um 24 Prozent auf 287 Milliarden Euro. Das Unternehmen hob deshalb das Ziel für Kundenkredite 2026 auf über 290 Milliarden Euro an.

Auch die Prognose für die Kernerträge wurde verbessert. Ohne die polnische Tochter soll der Zinsüberschuss 2026 um mehr als 6 Prozent steigen; zuvor hatte die Bank etwa 5 Prozent erwartet. Für den Provisionsüberschuss lautet das neue Ziel auf etwa 10 Prozent Wachstum nach einer bisherigen Spanne von 7 bis 9 Prozent. Die Kosten-Ertrags-Relation soll auf dieser Vergleichsbasis unter 46 Prozent sinken, nachdem zuvor ein Wert unter 47 Prozent angestrebt worden war.

Polen prägt die Ergebnisentwicklung

Die erstmalige Konsolidierung der Erste Bank Polska beeinflusst den Vergleich mit dem Vorjahr deutlich. Einschließlich der polnischen Tochter stieg der Nettogewinn der Gruppe in den ersten neun Monaten um 20,6 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro. Ohne Polen lag das Wachstum bei 7,9 Prozent.

Der Zinsüberschuss erhöhte sich einschließlich Polen um 43,4 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro. Der Provisionsüberschuss wuchs um 24 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Gleichzeitig verbesserte sich die Kosten-Ertrags-Relation einschließlich der Erste Bank Polska auf 44,0 Prozent nach 47,4 Prozent im Vorjahreszeitraum.

Die Bank will das Angebot vollständig aus eigenen Mitteln finanzieren. Nach dem Vollzug strebt sie weiterhin eine harte Kernkapitalquote von über 14,25 Prozent an. Zum Ende des dritten Quartals lag die pro-forma-CET1-Quote nach Unternehmensangaben bei 15,0 Prozent.

Erste Group Bank AG

  • ISIN: AT0000652011
  • Übernahmeziel: Erste Bank Polska
  • Aktuelle Beteiligung: 49 Prozent
  • Zielkorridor: mehr als 50 Prozent bis höchstens 75 Prozent
  • Voraussichtliche Abwicklung: Dezember 2026

Das Marktumfeld der österreichischen Banken bleibt für die Erste Group relevant; aktuelle Entwicklungen am ATX liefern dafür den übergeordneten Rahmen.

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