Die Volkswagen-Aktie reagiert auf Euro-Stoxx-50-Abstieg und frische Deutsche-Bank-Kaufempfehlung
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 13:23 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Die Volkswagen-Aktie (ISIN DE0007664039) steht nach deutlichen Kursverlusten und dem anstehenden Rauswurf aus dem Euro Stoxx 50 im Fokus, nachdem der Xetra-Schlusskurs am 20.09.2026 bei 76,52 EUR lag und damit klar unter früheren Jahreshochs, aber noch oberhalb des 52-Wochen-Tiefs von 69,20 EUR blieb.
Euro-Stoxx-50-Abstieg und Gewinnwarnung belasten
Laut Euronews vom 21.09.2026 fällt die Volkswagen AG aus dem Euro Stoxx 50, nachdem die Aktie seit Jahresbeginn fast 30 Prozent verloren hat und in der Woche vor dem Bericht um mehr als 6 Prozent gefallen ist.
In derselben Berichterstattung heißt es, Volkswagen habe am vorausgegangenen Handelstag Sonderbelastungen von rund 10 Milliarden EUR angekündigt und die Prognose für die operative Marge 2026 auf maximal 1 Prozent gesenkt, nachdem zuvor eine Spanne von 4 bis 5,5 Prozent kommuniziert worden war, während Analysten im Konsens von 4,1 Prozent ausgegangen waren.
Deutsche Bank bleibt bei Kaufempfehlung
Die Deutsche Bank hält trotz der profit warning an ihrer positiven Einstufung fest: Laut finanzen.ch vom 21.09.2026 bestätigt Analyst Tim Rokossa das Rating Buy und belässt das Kursziel bei 115 EUR.
Bei einem Xetra-Kurs von 76,06 EUR am 21.09.2026 um 10:12 Uhr ergibt sich damit ein von finanzen.ch berechnetes Aufwärtspotenzial von etwa 51,2 Prozent gegenüber dem Kursziel von 115 EUR, was die Diskrepanz zwischen Marktpreis und Bewertungsansatz der Deutschen Bank deutlich macht.
Kursniveau und 52-Wochen-Spanne auf Xetra
Nach Daten aus einer Kursübersicht notierte die Vorzugsaktie von Volkswagen am 20.09.2026 zum Handelsschluss auf Xetra bei 76,52 EUR, was einem Tagesminus von 5,58 Prozent entsprach, während der Kurs am 21.09.2026 im Xetra-Handel intraday bei 76,06 EUR lag und damit 0,6 Prozent unter dem Vortagesschluss.
Ein Artikel von aktiencheck.de vom 21.09.2026 nennt ein 52-Wochen-Tief von 69,20 EUR, das am 01.07.2026 erreicht wurde, sowie ein jüngstes Hoch vom 04.09.2026 bei 83,76 EUR, sodass der Schlusskurs von 76,52 EUR gut 7,3 Prozent unter diesem Zwischenhoch, aber rund 10,6 Prozent über dem 52-Wochen-Tief lag.
Analystenkonsens und weitere Schätzungen
Ergänzend zu der Deutschen-Bank-Einschätzung verweist eine Analyseübersicht bei MarketScreener vom 21.09.2026 auf einen durchschnittlichen Analystenkonsens mit der Empfehlung Accumulieren, der auf 20 Analysten beruht und ein durchschnittliches Kursziel von 104,97 EUR ausweist.
Ausgehend vom letzten Schlusskurs von 76,52 EUR am 20.09.2026 impliziert dieses durchschnittliche Kursziel laut MarketScreener ein theoretisches Aufwärtspotenzial von 37,18 Prozent, womit der Deutsche-Bank-Ansatz mit 115 EUR Kursziel deutlich optimistischer ist als der Konsens, der die Aktie dennoch insgesamt als unterbewertet einstuft.
Gewinnwarnung und Margenperspektive
Die Gewinnwarnung und die reduzierten Margenerwartungen stellen ein zentrales Risiko dar: Laut Euronews hat Volkswagen die operative Marge 2026 auf maximal 1 Prozent reduziert, nachdem zuvor 4 bis 5,5 Prozent in Aussicht gestellt worden waren, und damit deutlich unter den bisherigen Markterwartungen von 4,1 Prozent liegt.
Die genannte einmalige Belastung von rund 10 Milliarden EUR, die unter anderem aus Wertberichtigungen und Rückstellungen stammen soll, unterstreicht den Umfang der laufenden Transformation, die laut Einschätzungen der Deutschen Bank zwar teuer und komplex ist, langfristig aber strukturelle Verbesserungen im Konzern ermöglichen soll.
Jefferies passt Gewinnschätzungen an
Die veränderte Ergebnislage spiegelt sich auch in den Konsensschätzungen wider: Laut einer Notiz, die bei MarketScreener am 21.09.2026 zusammengefasst wird, hat Jefferies seine Gewinn je Aktie Schätzungen (BNPA) für 2026 um 15,1 Prozent und für 2027 um 0,2 Prozent nach unten angepasst, bleibt aber bei einem Kaufvotum für die Aktie.
Diese Kombination aus reduzierten Gewinnen, niedrigeren Margen und gleichzeitig bestätigten Kaufempfehlungen deutet darauf hin, dass Teile des Marktes den Bewertungsabschlag als Chance sehen, während die Risiken der hohen Restrukturierungskosten und der volatilen Nachfrage weiterhin präsent bleiben.
Fundamentale Kennzahlen aus dem jüngsten Bericht
Nach Unternehmensangaben aus dem jüngsten verfügbaren Zwischenbericht, auf den sich mehrere Finanzportale in den letzten Tagen beziehen, erzielte Volkswagen im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz in der Größenordnung von mehreren zehn Milliarden EUR, wobei der Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum zweistellig gewachsen sein soll; konkrete Periodenumsätze und Margen werden in den zitierten Sekundärquellen jedoch ohne exakten Zahlenwert nur zusammenfassend beschrieben.
Die Guidance war vor der nun kommunizierten Gewinnwarnung auf eine operative Marge im mittleren einstelligen Prozentbereich ausgerichtet, sodass die neue Zielgröße von maximal 1 Prozent für 2026 eine deutliche Verschlechterung der Profitabilitätsaussichten signalisiert und die Erwartungen an eine schnelle Ergebnisverbesserung dämpft.
Kurs im Vergleich zu langfristigen Marken
Der Rückgang von Kursen nahe 83,76 EUR Anfang September 2026 auf 76,52 EUR am Xetra-Schluss vom 20.09.2026 bedeutet, dass die Volkswagen-Aktie innerhalb von gut zwei Wochen um rund 8,7 Prozent nachgegeben hat, während sie vom genannten 52-Wochen-Tief bei 69,20 EUR aus betrachtet noch einen Abstand von etwa 10,6 Prozent nach oben hält.
Die 200-Tage-Linie, die laut der Analyse von aktiencheck.de rund 16 Prozent über dem Kurs bei 88,54 EUR verläuft, zeigt, dass die Aktie trotz der jüngsten Verluste weiterhin unterhalb ihres längerfristigen Durchschnittsniveaus handelt und damit einen anhaltenden Abwärtstrend widerspiegelt, der durch die Gewinnwarnung und den Indexausschluss verstärkt wurde.
Aktuelle Kursbasis und Anlegerperspektive
Auf Basis der zuletzt gemeldeten Xetra-Notierungen um 76 EUR und der Marktkapitalisierung von rund 43,87 Milliarden EUR, die eine Kurszusammenfassung bei MarketScreener für Volkswagen am 21.09.2026 nennt, bewertet der Markt den Konzern deutlich niedriger als noch vor wenigen Jahren, was sich auch in der negativen Jahresperformance von rund minus 26,7 Prozent widerspiegelt.
Für Anleger bleibt damit die Spannung zwischen kurzfristigen Belastungen durch hohe Sonderaufwendungen, Margendruck und den Verlust eines wichtigen Indexplatzes einerseits und langfristigen Chancen durch die Transformation in Richtung Elektromobilität und Software-Plattformen andererseits der zentrale Bewertungsrahmen, in dem Kursniveaus nahe den jüngsten Tiefs sowohl Risiko als auch potenzielles Erholungspotenzial bündeln.
Kursstand und Handel an der Xetra-Börse
Am 21.09.2026 bewegte sich die Volkswagen-Aktie im Xetra-Handel nach einem Schlusskurs von 76,52 EUR am 20.09.2026 intraday bei rund 76,06 EUR, was einem leichten Minus von 0,6 Prozent entsprach, während parallel auf anderen Plattformen wie Tradegate vergleichbare Preisniveaus knapp unter 76,10 EUR beobachtet wurden.
Bei einer 52-Wochen-Spanne von 69,20 EUR bis 83,76 EUR und einer Marktkapitalisierung von etwa 43,87 Milliarden EUR (Stand 21.09.2026) bleibt die Aktie damit in einem Bewertungsband, das von den jüngsten Gewinnwarnungen, der veränderten Indexzugehörigkeit und den weiterhin überwiegend konstruktiven Analystenkommentaren geprägt ist.
Kennzahlen zur Volkswagen-Aktie
- Unternehmen: Volkswagen AG
- ISIN: DE0007664039
- WKN: 766403
- Ticker: VOW3
- Handelsplatz: Xetra
- Kurs (Stand 20.09.2026, 17:35 Uhr): 76,52 EUR
- Marktkapitalisierung: 43,87 Milliarden EUR (Stand 21.09.2026)
- Sektor / Branche: Automobile und Komponenten
- Indexzugehörigkeit: DAX, ab 21.09.2026 nicht mehr im Euro Stoxx 50
