Die Orsted-Aktie reagiert auf positives Steuerurteil zu britischen Windparks
Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 12:36 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSDie Orsted-Aktie (ISIN DK0060094928) steht am 11.09.2026 vor allem wegen eines Steuerurteils zu zwei grossen Offshore-Windparks in Grossbritannien im Blick der Märkte. Ein Schiedsgericht unter dem EU-Schiedsübereinkommen hat bestätigt, dass die Projekte Walney Extension und Hornsea 1 überwiegend im Vereinigten Königreich besteuert werden sollen und damit die Rechtsauffassung des dänischen Konzerns stützt, wie Reuters am 11.09.2026 berichtet.
Steuerentscheid bringt Rechtssicherheit
Der Entscheid des Beratungsgremiums unter dem EU-Schiedsübereinkommen klärt den Steuerstreit zwischen den Finanzbehörden Dänemarks und des Vereinigten Königreichs rund um die Offshore-Windparks Walney Extension und Hornsea 1. Laut finanzen.ch vom 10.09.2026 folgt das Gremium den von Orsted angewendeten grundsätzlichen Steuerprinzipien, wonach Dienstleistungen für diese Projekte eine echte rechtliche und wirtschaftliche Substanz haben und die Einnahmen deshalb primär dort besteuert werden, wo die Parks betrieben werden, also in diesem Fall im Vereinigten Königreich.
Für Orsted bedeutet die Entscheidung einerseits eine geringfügige Erhöhung der Steuerlast in Dänemark, andererseits werden diese zusätzlichen Belastungen über die Laufzeit der Projekte weitgehend durch niedrigere Steuern im Vereinigten Königreich kompensiert. Nach Angaben von finanzen.ch ist die entsprechende Anpassung vollständig durch bestehende Rückstellungen für unsichere Steuerpositionen abgedeckt, sodass keine zusätzliche Belastung der aktuellen Ergebnisrechnung entsteht.
Grossaktionär Andel reduziert Orsted-Beteiligung
Parallel zum Steuerentscheid sorgt ein bedeutender Aktionär für Bewegung im Aktionariat des Windkraftentwicklers. Der dänische Energieversorger Andel hat laut einem Bericht von Ground News vom 11.09.2026 rund 22,8 Millionen Orsted-Aktien verkauft. Der Abverkauf erfolgte zu einem Durchschnittspreis von 135,50 DKK je Aktie und entspricht einem Gegenwert von knapp 3,1 Milliarden DKK, was die Transaktion zu einem der grössten Einzelverkäufe der vergangenen Monate macht.
Andel hatte diese Beteiligung nach eigenen Angaben im Zuge einer Kapitalerhöhung von Orsted im Jahr 2025 aufgebaut und nutzt die frei werdenden Mittel nun, um die Elektrifizierung in Dänemark und eigene strategische Projekte zu finanzieren. Wie Ground News berichtet, fiel die Orsted-Aktie im frühen Handel am 09.09.2026 nach Bekanntwerden des Paketverkaufs zunächst spürbar zurück, bevor sich der Kurs im Verlauf wieder stabilisierte.
Aktuelle Bewertung und Analystenblick
Aus Bewertungssicht bleibt Orsted trotz des temporären Drucks durch den Andel-Verkauf und den Steuerstreit ein viel beachtetes Papier im europäischen Versorger- und Erneuerbare-Energien-Sektor. Auf Basis der aktuellen Notiz von rund 135,22 DKK an der Nasdaq Copenhagen am 11.09.2026, die Zonebourse um 11:26 Uhr angibt, liegt die Aktie leicht unter dem Schlusskurs von 135,60 DKK vom 10.09.2026, was einem Rückgang von 0,28 Prozent entspricht.
Die mittlere Analystenerwartung für das Kursziel zeigt zugleich ein klares Aufwärtspotenzial. Nach Daten von Zonebourse liegt das durchschnittliche Kursziel derzeit bei 172,30 DKK, sodass der aktuelle Kurs etwa 21,5 Prozent unter dem Konsensziel notiert. Dieser Abstand verdeutlicht, dass viele Analysten die langfristigen Ertragschancen aus dem bestehenden Projektportfolio und neuen Offshore-Windparks höher gewichten als die kurzfristigen Belastungen durch Steuerfragen und Aktionärsumschichtungen.
RBC hebt Einstufung und Kursziel an
Besonders ins Gewicht fällt eine frische Einstufungsänderung durch RBC Capital Markets. Die kanadische Investmentbank hat Orsted Anfang September von einer neutralen Bewertung auf eine Übergewichten-Empfehlung hochgestuft und gleichzeitig das Kursziel signifikant angehoben. Laut Zonebourse vom 11.09.2026 liegt das neue RBC-Kursziel bei 180 DKK, nachdem es zuvor deutlich niedriger angesetzt war, was das geschätzte Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Kurs auf rund 33 Prozent erweitert.
RBC begründet die positivere Sicht laut der Analyseübersicht von Zonebourse damit, dass die Kernaktiva von Orsted auf Basis der aktuellen Marktbewertung als unterbewertet erscheinen. Besonders Projekte wie der kürzlich kommerziell in Betrieb genommene deutsche Offshore-Windpark Borkum Riffgrund 3 mit einer installierten Leistung von 913 MW, dessen Inbetriebnahme per Mitteilung am 31.08.2026 bestätigt wurde, stärken aus Sicht der Bank die planbaren Cashflows des Konzerns und stützen damit die Argumentation für eine höhere Bewertung.
Operative Entwicklung im laufenden Jahr
Beim Blick auf die jüngsten operativen Kennzahlen zeigt sich ein durch den Projektmix und Abschreibungen geprägtes Bild. Nach Angaben eines Übersichtsartikels zu den Quartalszahlen auf Yahoo Finance ist der Nettogewinn von Orsted im zweiten Quartal 2026 deutlich gesunken. Für Q2 2026 wird dort ein Nettogewinn von rund 106 Millionen USD ausgewiesen, was einem Rückgang um 79 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresquartal entspricht, in dem der Nettogewinn bei etwa 505 Millionen USD lag.
Der deutliche Gewinnrückgang reflektiert unter anderem Effekte aus höheren Projektkosten, Bewertungsanpassungen und dem zeitlichen Profil der Inbetriebnahmen neuer Windparks. Gleichzeitig bleibt der operative Cashflow laut den dort zitierten Ergebnis-Highlights für das erste Halbjahr 2026 robust, sodass Orsted seine langfristige Investitionsstrategie fortsetzen kann. Für Anleger ist die Kennzahl wichtig, weil sie zeigt, dass die aktuell niedrigere Quartalsprofitabilität nicht zwingend auf eine strukturelle Schwäche, sondern auf den Übergang zwischen Bau- und Betriebsphasen bei Grossprojekten zurückzuführen ist.
Steuerurteil und Aktionärsverkauf im Zusammenspiel
Das aktuelle Steuerurteil und der Rückzug eines Grossaktionärs treffen also auf ein Unternehmen, das operativ weiterhin wächst und dessen Projektpipeline sich mit neuen Offshore-Windparks und Speichersystemen füllt. Die Bestätigung der britischen Steuerhoheit für Walney Extension und Hornsea 1 vermindert aus Sicht des Marktes einen zentralen Unsicherheitsfaktor, weil damit die langfristige Steuerbelastung planbarer wird und die für Orsted wichtige britische Projektbasis nicht durch eine zusätzliche Doppelbesteuerung belastet wird, wie Devdiscourse am 11.09.2026 herausstellt.
Die Paketverkäufe von Andel geben dem Markt gleichzeitig die Chance, die Aktionärsbasis breiter zu diversifizieren. Dass ein strategischer Versorger seine Beteiligung nach einer Kapitalerhöhung wieder reduziert, ist im Utilities-Sektor kein ungewöhnlicher Schritt und kann den Handel in der Aktie beleben. Entscheidend für die Bewertung bleibt, wie schnell Orsted die zusätzlichen Steuerbelastungen durch Effizienzgewinne und neue Projekte kompensiert und ob die Profitabilität nach dem schwächeren zweiten Quartal im weiteren Jahresverlauf wieder anzieht.
Kurs und Marktdaten zur Orsted-Aktie
Die Orsted-Aktie wird in erster Linie an der Nasdaq Copenhagen gehandelt, wo sie am 11.09.2026 um 11:26 Uhr mit 135,22 DKK taxiert wird, während der Schlusskurs vom 10.09.2026 bei 135,60 DKK lag, was einem leichten Rückgang von 0,28 Prozent entspricht. Aus den Daten von Zonebourse ergibt sich damit ein moderat negatives Tagesbild, das im Kontext der vorangegangenen mehrtägigen Aufwärtsbewegung mit einer Jahresperformance von rund 10,38 Prozent seit Jahresbeginn eingeordnet werden kann.
Orsted-Aktie: Stammdaten und Kennzahlen
- Unternehmen: Orsted A/S
- ISIN: DK0060094928
- Ticker: ORSTED.CO
- Handelsplatz: Nasdaq Copenhagen
- Kurs (Stand 11.09.2026, 11:26 Uhr): 135,22 DKK
- Sektor / Branche: Versorger / Erneuerbare Energien
- Indexzugehörigkeit: OMX Copenhagen 25
