ASML Holding-Aktie: Kunden planen bereits bis 2030
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 09:24 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSNachfrage trifft auf begrenzte Kapazität
- ASML erwartet, dass die geplante Produktion 2027 und 2028 die Kundennachfrage nicht vollständig deckt.
- Kunden signalisieren Interesse an Bestellungen für 2029 und 2030, die ASML noch nicht angenommen hat.
- Der Konzern will Kapazitäten, Durchlaufzeiten und Produktivität bestehender Anlagen ausweiten.
ASML sieht die Nachfrage nach Lithografie-Systemen über Jahre hinweg als robust an. Vorstandschef Christophe Fouquet und Finanzchef Roger Dassen erklärten im Gespräch zu den am 14. Oktober 2026 veröffentlichten Quartalszahlen, dass Kunden bereits über ihren Bedarf für 2028 hinaus planen. Der Yahoo-Finance-Mitschnitt des Investorengesprächs nennt Interesse an Anlagen für 2029 und 2030.
Kapazitätsplan reicht zunächst nicht
Nach Aussage des Managements wird die derzeit geplante Produktion 2027 und 2028 die Nachfrage der Kunden voraussichtlich nicht vollständig abdecken. ASML hatte zuvor eine Kapazitätssteigerung von 30 Prozent für 2027 bei Low-NA-EUV- und Deep-UV-Immersionssystemen vorgesehen und eine weitere Steigerung für 2028 untersucht. Nun prüft der Konzern, wie die Kapazität 2028 über diesen bisherigen Ansatz hinaus erhöht werden kann.
Die längerfristigen Signale stammen nach Angaben von Fouquet aus den Ausbauplänen führender Logik- und Speicherhersteller. Diese Kunden erwarten, dass die Nachfrage nach ihren eigenen Produkten mindestens bis 2028 das Angebot übersteigt. Daraus leiten sie zusätzliche Investitionen in Fertigungskapazitäten ab. ASML erhält dadurch mehr Sichtbarkeit für die Nachfrage nach EUV-Systemen, ohne dass das Interesse für 2029 und 2030 bereits vollständig in angenommene Bestellungen übergegangen ist.
Umsatz und Ausblick geben Rückenwind
Im dritten Quartal 2026 erzielte ASML einen Rekordumsatz von 11,7 Milliarden Euro. Der Umsatz mit Systemen lag bei 8,4 Milliarden Euro, davon entfielen 4,1 Milliarden Euro auf EUV-Systeme. Das Geschäft mit installierten Anlagen steuerte 3,3 Milliarden Euro bei. Die Bruttomarge erreichte 57,5 Prozent, der Nettogewinn 5 Milliarden Euro.
Für das vierte Quartal stellte das Management einen Umsatz von 14,2 bis 15,2 Milliarden Euro und eine Bruttomarge von rund 57 Prozent in Aussicht. Für das Gesamtjahr 2026 bleibt die Prognose bei 44 bis 45 Milliarden Euro Umsatz und rund 56 Prozent Bruttomarge. Die geplante Produktion von etwa 65 Low-NA-EUV-Systemen im Jahr 2026 soll nahezu 50 Prozent über den 44 im Vorjahr ausgelieferten Systemen liegen.
Mehr Produktivität als zusätzlicher Hebel
ASML will den Engpass nicht allein durch neue Anlagen lösen. Der Konzern optimiert bestehende Produktionsflächen, verkürzt Montage- und Durchlaufzeiten und rüstet bereits installierte Systeme auf. Zudem soll das neue Low-NA-EUV-System NXE:3800F ab Anfang 2027 in kleinen Stückzahlen anlaufen. Es ist für einen Durchsatz von 260 Wafern je Stunde ausgelegt, gegenüber 230 Wafern je Stunde beim Vorgängermodell NXE:3800E.
Der Realtime-Kurs der ASML Holding-Aktie lag am Montag, 2. November 2026, um 09:19 Uhr bei Lang & Schwarz bei 1.422,60 Euro.
ASML Holding im Überblick
- Unternehmen: ASML Holding N.V.
- ISIN: NL0010273215
- WKN: A1J4U4
- Xetra-Kürzel: ASME
- Realtime-Kurs: 1.422,60 Euro bei Lang & Schwarz am 2. November 2026 um 09:19 Uhr
- Quartalsumsatz Q3 2026: 11,7 Milliarden Euro
- Bruttomarge Q3 2026: 57,5 Prozent
Für Anleger bleibt damit entscheidend, wie schnell ASML die eigene Lieferfähigkeit an die Nachfrage anpassen kann. Höhere Stückzahlen, Produktivitäts-Upgrades und wertbasierte Preise können Umsatz und Marge stützen; Verzögerungen beim Kapazitätsausbau würden dagegen die Umsetzung der Kundenpläne erschweren.
Das Marktumfeld für niederländische Technologiewerte verfolgen Anleger im AEX.
