Amrize-Aktie: Dachgeschäft verschiebt Kostenziel auf 2027
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 09:01 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSQuartal und Ausblick im Fokus
- Amrize steigerte den Umsatz im dritten Quartal um 2,2 Prozent auf 3,771 Milliarden US-Dollar.
- Die Erwartung für die Kostendeckung im Geschäftsbereich Building Envelope verschiebt sich auf 2027.
- Eine Quartalsdividende von 0,11 US-Dollar je Aktie soll am 18. November ausgezahlt werden.
Amrize hat am 28. Oktober 2026 die Ergebnisse für das dritte Quartal vorgelegt und den Ausblick für das Gesamtjahr angepasst. Nach Angaben des Unternehmens stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 2,2 Prozent auf 3,771 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn legte um 3,3 Prozent auf 558 Millionen US-Dollar zu, während das bereinigte EBITDA um 0,2 Prozent auf 1,076 Milliarden US-Dollar zunahm.
Der Baustoffkonzern begründete die Entwicklung vor allem mit Preiserhöhungen, Beiträgen aus Übernahmen und Zuschlägen für Energie, Treibstoff und Fracht. Dem standen niedrigere Absatzmengen sowie höhere Fracht-, Diesel- und Rohstoffkosten gegenüber. Die Mitteilung von Amrize nennt zudem Wettereinflüsse in mehreren Baumärkten als Belastung für die Volumina.
Building Materials stützt Ergebnis
Im Segment Building Materials wuchs der Umsatz um 1,8 Prozent auf 2,842 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte Segment-EBITDA erhöhte sich um 2,7 Prozent auf 938 Millionen US-Dollar, die Marge stieg von 32,7 auf 33,0 Prozent. Die Zementpreise legten auf konstanter Währungsbasis um 1,8 Prozent zu, die Preise für Zuschlagstoffe um 6,9 Prozent. Gleichzeitig gingen die Zementmengen um 4,2 Prozent zurück, während die Mengen bei Zuschlagstoffen nahezu stabil blieben.
Im Geschäftsbereich Building Envelope fiel das Bild schwächer aus. Der Umsatz stieg zwar um 3,6 Prozent auf 929 Millionen US-Dollar, das bereinigte Segment-EBITDA sank jedoch um 14,6 Prozent auf 182 Millionen US-Dollar. Die Marge verringerte sich von 23,7 auf 19,6 Prozent. Höhere Fracht- und Rohstoffkosten belasteten das Ergebnis, während die Nachfrage nach gewerblichen Dachlösungen robust blieb. Im Wohnsegment wirkten sich schwächere Verkäufe bestehender Häuser und eine geringere Nachfrage nach Dachsanierungen aus.
Ausblick bleibt von Kosten geprägt
Für 2026 erwartet Amrize nun einen Umsatz von 12,2 bis 12,4 Milliarden US-Dollar und ein bereinigtes EBITDA von 2,95 bis 3,05 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen rechnet im vierten Quartal bei Building Materials mit einer positiven Preis-Kosten-Entwicklung. Für Building Envelope soll sich die Lücke zwar weiter verringern, die positive Preis-Kosten-Relation wird wegen der anhaltenden Inflation aber erst 2027 erwartet.
Amrize verwies außerdem auf einen nicht wiederkehrenden Versicherungsertrag von 36 Millionen US-Dollar im vierten Quartal 2025. Dieser Basiseffekt erschwert den Vorjahresvergleich im Schlussquartal. Für 2026 plant der Konzern Investitionen von rund 900 Millionen US-Dollar und Einsparungen aus dem ASPIRE-Programm von 80 Millionen US-Dollar.
Dividende und Kapitalrückführung
Der Verwaltungsrat beschloss eine Quartalsdividende von 0,11 US-Dollar je Aktie. Der letzte Handelstag mit Dividendenanspruch ist der 9. November, am 10. November wird die Aktie ex Dividende gehandelt. Die Auszahlung ist für den 18. November vorgesehen. In den ersten neun Monaten gab Amrize nach eigenen Angaben 1,1 Milliarden US-Dollar über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurück; das Rückkaufprogramm über 1 Milliarde US-Dollar wurde am 28. Oktober abgeschlossen.
Amrize Ltd
- ISIN: CH1430134226
- Ticker: AMRZ
- Heimatbörsen: New York Stock Exchange und SIX Swiss Exchange
- Berichtszeitraum: drittes Quartal 2026, Ende 30. September
Für Anleger bleibt auch das Umfeld des S&P 500 relevant.
