Allianz-Aktie: Tracker sieht Klimaziele weiter außer Reichweite
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 10:02 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSKlimastudie setzt neue Akzente
- Der Allianz Green Transition Tracker sieht die globale Klimaneutralität bei unverändertem Tempo erst 2064.
- Erneuerbare Energien überholten 2025 weltweit erstmals Kohle bei der Stromerzeugung.
- Deutschland verbesserte sich im Ranking, bleibt beim Ausbau sauberer Energie aber zu langsam.
Die Allianz hat am Donnerstag, 5. November 2026, ihren zweiten Green Transition Tracker veröffentlicht. Die Studie von Allianz Research kommt zu dem Schluss, dass die Welt beim derzeitigen Tempo erst 2064 klimaneutral werden könnte und damit 14 Jahre hinter dem Ziel für 2050 zurückbliebe. Die Veröffentlichung erfolgte vor der COP31-Klimakonferenz in Antalya.
Der Green Transition Tracker 2026 von Allianz untersucht 65 Volkswirtschaften, die zusammen für 81 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen stehen. 56 Länder verbesserten ihren Fortschrittswert im Vergleich zur vorherigen Ausgabe im Durchschnitt um 2 Punkte. Nach Angaben der Allianz hält jedoch nur etwa ein Drittel der Länder den für das Pariser Abkommen erforderlichen Reduktionspfad ein.
Erneuerbare überholen Kohle
Ein gegenläufiges Signal liefert der Energiesektor: Erneuerbare Energien erreichten 2025 einen Anteil von 33,5 Prozent an der weltweiten Stromerzeugung und übertrafen damit Kohle mit 33,2 Prozent. Nach Angaben der Allianz entfielen zudem 99 Prozent der neuen Stromerzeugung auf erneuerbare Quellen. Der weltweite Anstieg der Emissionen verlangsamte sich dadurch auf 0,7 Prozent nach jeweils 1,5 Prozent in den beiden Vorjahren.
Allianz Research erwartet für 2026 erstmals außerhalb einer Rezession einen Rückgang der fossilen CO2-Emissionen. Als mögliche Treiber nennt die Studie günstigere saubere Technologien und hohe Preise für fossile Brennstoffe. Gleichzeitig gelten steigender Strombedarf, Engpässe bei Stromnetzen, hohe Finanzierungskosten und politische Unsicherheit als Risiken für eine nachhaltige Trendwende.
Deutschland verbessert sich langsam
Deutschland rückte im Fortschrittsranking um einen Platz auf Rang 12 vor und erreichte einen Score von 36,2. Der Wert stieg um 2,4 Punkte und damit stärker als der globale sowie der europäische Durchschnitt. Bei gleichbleibendem Tempo würde Deutschland laut Allianz jedoch erst 2051 klimaneutral sein. Der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge an den Neuzulassungen lag im dritten Quartal 2026 bei 32 Prozent nach 19 Prozent ein Jahr zuvor. Das Wachstum der erneuerbaren Stromerzeugung verlangsamte sich 2025 dagegen auf 1,4 Prozent.
Allianz-Versicherungschef Frank Sommerfeld bezeichnete die Umsetzung als entscheidend und verwies auf Energiespeicher, Kreislaufwirtschaft und Reparaturmodelle als wirtschaftliche Chancen. Konzernchefökonom Ludovic Subran forderte verlässliche CO2-Preise und höhere Investitionen in Netze und Speicher. Für den Versicherungskonzern ist der Bericht damit nicht nur eine klimapolitische Einordnung: Langsamere Fortschritte erhöhen langfristig physische Schadenrisiken, während der Umbau der Wirtschaft neue Anlage- und Geschäftsbereiche eröffnet.
Der Realtime-Kurs der Allianz-Aktie lag am Freitag, 6. November 2026, um 10:00 Uhr bei Lang & Schwarz bei 454,80 Euro, 2,21 Prozent unter dem Xetra-Schlusskurs vom Donnerstag, 5. November.
Allianz SE im Überblick
- Unternehmen: Allianz SE
- ISIN: DE0008404005
- Handelsplatz: Lang & Schwarz
- Kurs: 454,80 Euro am Freitag, 6. November 2026, um 10:00 Uhr
- Veränderung: 2,21 Prozent unter dem Xetra-Schluss vom 5. November 2026
- Xetra-Schlusskurs: 465,10 Euro am 5. November 2026
- Sektor: Versicherungen und Asset Management
Am deutschen Aktienmarkt bleibt der DAX der maßgebliche Referenzindex für die Einordnung großer Versicherungswerte.
