ABB-Aktie: Rekordaufträge stützen den Ausblick für 2026
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 09:53 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSAufträge und Marge im Aufwind
- ABB steigerte den Auftragseingang im dritten Quartal auf einen Rekord und übertraf damit den üblichen saisonalen Verlauf.
- Rechenzentren entwickelten sich als besonders dynamisches Kundensegment für ABBs Elektrifizierungsgeschäft.
- Für 2026 erwartet das Management ein positives Book-to-Bill-Verhältnis und eine weitere Verbesserung der operativen EBITA-Marge.
ABB hat im dritten Quartal 2026 operativ weiter zugelegt. Wie der Industriekonzern in seiner deutschen Mitteilung zum Quartal am 20. Oktober mitteilte, erreichte der Auftragseingang 12,055 Milliarden US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahresquartal entsprach das einem Plus von 40 Prozent.
Der Auftragseingang wuchs damit stärker als der Umsatz, der um 14 Prozent auf 9,701 Milliarden US-Dollar stieg. Das Book-to-Bill-Verhältnis von 1,24 zeigt, dass ABB im Quartal mehr Aufträge erhielt als Umsatz abrechnete. Nach Angaben des Unternehmens legten die Bestellungen in zwei der drei Geschäftsbereiche kräftig zu; die meisten Kundensegmente entwickelten sich positiv.
Rechenzentren treiben die Nachfrage
Besonders dynamisch war das Geschäft mit Rechenzentren. ABB berichtete in diesem Segment von einem dreistelligen Anstieg des Auftragseingangs. Der Konzern sieht darin eine wichtige Nachfragequelle für Lösungen zur Elektrifizierung und für Gleichstromarchitekturen. Mit dem Infinitus-Portfolio will ABB Rechenzentren bei höherer Leistungsdichte und verbesserter Energieeffizienz unterstützen.
Das operative EBITA stieg im dritten Quartal um 24 Prozent auf 2,026 Milliarden US-Dollar. Die operative EBITA-Marge verbesserte sich um 160 Basispunkte auf 20,8 Prozent. Das Ergebnis der Geschäftstätigkeit erhöhte sich um 15 Prozent auf 1,846 Milliarden US-Dollar bei einer Marge von 19,0 Prozent.
Der unverwässerte Gewinn je Aktie lag bei 0,65 US-Dollar und damit 2 Prozent unter dem Vorjahreswert. ABB führte dies vor allem auf den höheren Nettofinanzaufwand zurück. Ausschlaggebend war insbesondere die nicht zahlungswirksame Neubewertung einer transaktionsbezogenen Währungsabsicherung im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme von Rotork.
Ausblick bleibt anspruchsvoll
Für das vierte Quartal rechnet ABB mit einem vergleichbaren Umsatzwachstum auf dem Niveau des dritten Quartals. Die operative EBITA-Marge dürfte gegenüber dem Vorquartal saisonal nachgeben, der Rückgang soll jedoch geringer ausfallen als im historischen Muster. In dieser Prognose ist ein positiver Effekt von rund 240 Millionen Schweizer Franken aus einem bereits abgeschlossenen Immobilienverkauf nicht enthalten.
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Management ein positives Book-to-Bill-Verhältnis und ein vergleichbares Umsatzwachstum im unteren zweistelligen Prozentbereich. Die berichtete operative EBITA-Marge soll sich gegenüber dem Vorjahr um mindestens 270 Basispunkte verbessern. Für Anleger bleibt damit entscheidend, ob ABB den hohen Auftragseingang in anhaltendes Umsatz- und Margenwachstum übersetzt.
ABB baut parallel seine Position im japanischen Niederspannungsmarkt aus. Der Konzern übernimmt 51 Prozent an einem geplanten Joint Venture mit Mitsubishi Electric und zahlt dafür rund 79 Milliarden Yen. Das Vorhaben soll ABB zusätzlichen Zugang zu Elektrifizierungs- und Rechenzentrumstrends in Japan und Südostasien verschaffen.
Der Realtime-Kurs der ABB-Aktie lag am Montag, 2. November 2026, um 09:44 Uhr bei Lang & Schwarz bei 76,82 Euro.
ABB Ltd.
- Unternehmen: ABB Ltd.
- ISIN: CH0012221716
- Handelsplatz: Lang & Schwarz
- Kurs: 76,82 Euro am 2. November 2026 um 09:44 Uhr
- Quartalsumsatz: 9,701 Milliarden US-Dollar im dritten Quartal 2026
- Operative EBITA-Marge: 20,8 Prozent im dritten Quartal 2026
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