Marktbetrachtung, Rohstoffmärkte

Marktbetrachtung

Veröffentlicht: 22.09.2006 um 16:27 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)

Die Rohstoffmärkte mit technischer Analyse betrachtet

Die vergangenen Wochen waren an den Finanzmärkten gerade aus Sicht des Rohstoff-interessierten Investors mehr als nervenaufreibend. Nach der herben Korrekturphase von Mitte Mai bis Mitte Juni 2006, die neben sämtlichen anderen Asset Klassen eben auch den Gold- und Rohstoffsektor erheblich betraf , konnte man eigentlich mehr oder weniger davon ausgehen, dass der Markt (sowohl bei Gold wie auch bei Gold- und Rohstoffaktien) einigermaßen bereinigt und der Boden für eine neue Aufwärtsbewegung gelegt wurde. Der S&P 500 Index brach gegen Jahresmitte durch seinen Unterstützungslinie, die Aufwärtstrendlinie aus dem Jahr 2002. Nach diesem Ausbruch aus dem seit 2002 bestehenden Aufwärtstrend nach unten versucht der S&P Index seitdem vergeblich, wieder in den Aufwärtstrend zurück zu kehren. Bislang wurde aus der ehemaligen Unterstützung eine nicht zu überwindende Widerstandszone. Sofern dem Index die Rückkehr in die Aufwärtsbewegung auch in den kommenden Wochen nicht gelingt, ist mit weiter fallenden Kursen, bis zur nächsten Unterstützung bei 1180 Punkten, zu rechnen. Für Ihre weiteren Aktienengagements beobachten Sie daher den S&P 500 Index sehr genau. Nach dem Ausbruch des Goldpreises aus dem breiten Trendkanal im Januar 2006 und den darauf folgenden letzten Höchstkursen bei rund 730 USD erfolgt nun der Rücksetzer auf den oberen Trendkanal. Bereits einmal zuvor, im Juni 2006 erwies sich diese obere Begrenzung als tragfähige Unterstützung. Diese Unterstützung sollte auch diesmal halten, ansonsten droht ein Rückfall, der bis auf ein Niveau von rund 520 USD je Unze Gold gehen könnte. Positiv stimmt mich, dass sich die aktuelle Unterstützungszone auch diesmal als tragfähig erweisen wird, ist das extrem pessimistische Sentiment bzw. die sich deutlich mehrenden warnenden Stimmen zur Situation an den Rohstoffmärkten sowie die aktuelle positive Saisonzyklik. Außerdem sollten Sie beachten: Der MACD-Indikator befindet sich auf Akkumulationsniveau. Bei dem bedeutende nordamerikanische Goldminenindex HUI, der Amex Gold Bugs Index, ist nach den dramatischen Kursverlusten in den vergangenen Handelstagen eine technische Gegenreaktion überfällig. Negativ wäre es zu werten, sollte sich kurzfristig keine Gegenbewegung einstellen. Aktuell befindet sich der HUI Index an einer Unterstützungszone, die zwischen 290 und 310 Index-Punkten liegt. Es hängt nun gerade aus charttechnischer Sicht sehr stark davon ab, ob und inwieweit der HUI im Bereich zwischen 290 und 310 Punkten tatsächlich Unterstützung findet. Sofern diese Unterstützung halten sollte, ist mit einem erneuten und kurzfristigen Anstieg des HUI Index in Richtung des Widerstandes bei 350 Punkten zu rechnen. Sollte die Unterstützung zwischen 290 und 310 Indexpunkten hingegen nachhaltig gebrochen werden, so ist sogar mit einem Abrutschen des Indexes bis in den Bereich von 240 Punkten möglich. Dies kann auch trotz der aktuell normalerweise sehr positiven saisonalen Phase nicht ausgeschlossen werden. Darum erscheint es ratsam, bei liquiden Portfolio-Positionen eventuell Stop Loss-Limits zu setzen. Der Ölpreis ist aus seinem langfristigen Aufwärtstrend in den vergangenen Tagen nach unten durchgebrochen. Zwar erscheint Öl derzeit kurzfristig überverkauft und damit erholungsfähig, allerdings gehe ich davon aus, dass Öl in den kommenden Monaten Gold und Silber deutlich underperformen sollte. Was spricht für unsere These? Dafür spricht besonders, dass es zum ersten Mal seit nunmehr vier Jahren ein Verkaufssignal auf Monatsbasis beim Ölpreis gibt . Es ist dennoch nicht davon auszugehen, dass der Ölpreis seine Aufwärtsbewegung gänzlich beendet hat. Im Gegenteil ist eher davon auszugehen, dass der Ölpreis in den kommenden Monaten auf tieferen Niveau einen Boden ausbilden wird, aus dem dann ein neuer, jedoch flacher verlaufender Aufwärtstrend entstehen wird. Engagements sind aus aktueller Sicht jedoch nicht ratsam. Es zeigen zahlreiche wichtige Indikatoren, die für die weitere Entwicklung an den weltweiten Kapitalmärkten verantwortlich sind und damit auch die Richtung an den Edelmetall- und Rohstoffmärkten vorgeben, keine klare Richtung an. Es stehen uns damit weiterhin sehr spannende Tage und Wochen bevor. Es dürfte sich allerdings nicht mehr all zu lange hinziehen, bevor klare Entscheidungen an den Märkten zu sehen sind. Ich sehe die Chancen nach oben aber als weitaus größer an als die Risiken nach unten, weswegen ich zum vorsichtigen Akkumulieren auf diesem tiefen Kursniveau raten würde.

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