Fortuna, Silver

Fortuna Silver

Veröffentlicht: 08.09.2006 um 10:16 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)

Der lang ersehnte Moment ist zum Greifen nahe

Der Produktionsbeginn bei Fortuna Silver (WKN A0ETVA) rückt immer näher, weswegen ich es für sinnvoll halte, einen genaueren Blick auf diese Gesellschaft zu werfen. In der Regel geht der erfolgreiche Produktionsbeginn mit Kursgewinnen einher. Kommuniziert wurde von der Gesellschaft, dass es im dritten Quartal losgehen soll. Im Mai habe ich mich vor Ort von dem Projektfortschritt überzeugt. 2 Tage war ich auf gut 4.500 m Höhe in Caylloma und sprach mit den Geschäftsverantwortlichen und den Geologen vor Ort. Es war ein reges Treiben zu beobachten und mir wurde zugesichert, dass alles nach Plan verläuft. Besonders in der Animas-Mine und der Fabrikationsanlage waren zahlreiche Arbeiter mit der „Wiederbelebung“ der historischen Mine beschäftigt. Auf einer Geländebesichtigung mit einem unabhängigen Geologen wurde mir das Potential des Caylloma Projektgebietes klar. An vielen Stellen treten die Adern als so genannte Outcrops zum Vorschein. Zudem wimmelt es nur so von historischen Mineneingängen, die von der aktiven Vergangenheit des Distrikts zeugen. In der bisherigen Ressourcenschätzung mit 33,7 Mio. Unzen Silberäquivalente (konform mit NI 43.101) sind lediglich 9 Adern mit einbezogen. Bekannt sind aber bereits weitere 21. Das Explorationspotential dürfte also noch enorm sein. Die Fabrikationsanlage war zumindest im Mai noch eine regelrechte Großbaustelle. Ich gehe davon aus, dass die letzten knapp fünf Monate Quantensprünge dort hinterlassen haben, besonders wenn ich an die zahlreichen Arbeiter und optimistischen Bauleiter zurück denke. Auch nach jüngsten Aussagen vom Management von Fortuna läuft alles nach Plan. Lediglich das ehrgeizige interne Ziel der Produktionsaufnahme im August ist jetzt dem September gewichen. Ich gehe weiter davon aus, dass es dem motivierten Team um Jorge Ganoza Aicardi gelingt, bis Ende September die Produktion umzusetzen. Zunächst ist vorgesehen 700 Tonnen pro Tag (tpd) zu verarbeiten. Im zweiten Jahr der Produktion soll die tägliche Kapazität dann auf über 1.000 Tonnen gesteigert werden. Eine Tonne beinhaltet bei heutigen Rohstoffpreisen einen Marktwert von rund 130 USD. Die Abbaukosten liegen Anfangs bei rund 40 USD. Daraus errechnet sich ein jährlicher Cash Flow von 22 Mio. USD. Sobald die Produktion erhöht und auch die vorgesehene Mechanisierung des Abbaus umgesetzt wurde, wird sich die Marge noch weiter verbessern. Bei diesem Szenario sind Cash Flows von annähernd 40 Mio. USD pro Jahr möglich. Vorraussetzung ist natürlich, dass die Metallpreise fest bleiben. Falls diese sogar noch weiter steigen, wovon ich eigentlich ausgehe, dann sind auch deutlich höhere Cash Flows drin. Sehr optimistisch ist der Geologe Peter Thiersch (Vice President, Exploration) für das Projekt San Jose in Mexiko. Fortuna hält eine Option von Continuum Resources über 56% des Lizenzgebietes. Es handelt sich um hochgradige Silber-/Goldvorkommen. Erste Untersuchungen ergaben eine hohe Recovery Rate von 97%. Noch ist der Erzkörper nach vielen Seiten offen, d.h. unerforscht. Die Infrastruktur für das Lizenzgebiet ist gut. Zurzeit werden dort 6,5 Mio. Unzen Silberäquivalente ausgewiesen. Im Mai ist man beispielsweise auf 4,1 m mit 1.772 g/t Silber und 10,5 g/t Gold gestoßen. Die Explorationsarbeiten laufen auf Hochtouren weiter. Fazit: Insgesamt weist Fortuna 40 Mio. Silberäquivalente auf. Demgegenüber steht eine Marktkapitalisierung von nur rund 100 Mio. CAD oder knapp 90 Mio. USD. Die Silberunze Ressource wird also vom Markt nur mit 2,25 USD honoriert. Das ist sehr gering im Vergleich zu anderen Silber-Gesellschaften, wo Werte von über 4 USD keine Seltenheit sind. Eigentlich hätte Fortuna Silver mit den nahen Produktionsaussichten und den hohen Explorationspotential einen Premium gegenüber dem Sektor verdient. Damit dürfte Fortuna ein lohnendes Übernahmeobjekt sein. Auch im Vergleich zum Cash Flow zeigt sich eine signifikante Unterbewertung. Ein Cash Flow-Verhältnis bezogen auf das zweite Produktionsjahr von 2 ist fundamental zu billig. Die Aktie sollte dann eigentlich mindestens doppelt so hoch notieren. Noch wartet der Markt skeptisch ab, ob der Produktionsbeginn auch wirklich im dritten Quartal umgesetzt werden kann. Meiner Meinung nach ist das Risiko aber überproportional im Kurs enthalten. Kurse unter 2 CAD sind Kaufgelegenheiten. In der Phase nach Produktionsbeginn sollten 3 CAD drin sein und mittelfristig 5 CAD. Weitere Kursphantasie könnte von Akquisitionen und dem San Jose-Projekt in Mexiko ausgehen.

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