Eisenerz-Markt, Aussichten

Eisenerz-Markt

Veröffentlicht: 21.10.2006 um 21:12 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)

Weiterhin gute Aussichten

Die Rohstoffmärkte befinden sich nach wie vor in ihrer Korrekturphase, die sich allerdings bald ihrem Ende zuneigen dürfte. Was aber den meisten Marktteilnehmern gar nicht aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass es neben den in der Presse meistgenannten Rohstoffen wie Öl, Gold oder Kupfer weitere gibt, die gar keine Korrektur gesehen haben. Nehmen Sie etwa den Preis für Uran als Beispiel. Seit 2001 ist der Preis für ein Pfund Uran von ca. 7 USD nahezu ungebremst auf zuletzt 57,25 USD je Pfund angestiegen. Und ein Ende dieser Entwicklung ist aufgrund der weiterhin außerordentlich positiven Angebots-/Nachfrage-Situation nicht abzusehen. Neben Uran, für das es einen funktionierenden Spot-Markt gibt, ist auch der Preis für Eisenerz, dem Ausgangsprodukt der Stahlindustrie, permanent am steigen. Nachdem es in den vergangenen Jahren zu extremen Preissteigerungen bei Eisenerz gekommen war und auch in diesem Jahr die Preise für Eisenerz um weitere 19 Prozent angestiegen sind, stellt sich die Frage nach der weiteren Entwicklung der Eisenerzpreise. Eisenerz wird in erster Linie als Hauptprodukt für die Erzeugung von Stahl benötigt. Weiterhin werden zur Stahlerzeugung noch Kohle, Bauxit und zur Veredelung Nickel und Zink eingesetzt. Die zukünftigen Preise für Eisenerz hängen somit in erster Linie von der globalen Nachfrage nach Stahl ab. In diesem Jahr wird mit einem weiteren kräftigen Wachstum des weltweiten Stahlverbrauchs um 9% auf insgesamt dann 1.120 Mio. Tonnen gerechnet. Die Wachstumsrate des globalen Stahlverbrauchs dürfte sich allerdings aktuellen Schätzungen zufolge in 2007 leicht verlangsamen und bei rund 5% liegen. Vor diesem Hintergrund sowie der stark angestiegenen Stahlproduktion in China, warnten einige Stahlhersteller zwar bereits auf der Jahreshauptversammlung des International Iron and Steel Institutes (IISI) in Buenos Aires vor einer weltweiten Überproduktion. Allerdings dürfte sich diese Befürchtung unserer Einschätzung zufolge bereits im kommenden Jahr als übertrieben und nicht nachhaltig herausstellen. Die Gründe, welche für weiterhin zumindest stabile Eisenerzpreise sprechen, sind einerseits die Tatsache, dass China trotz der gestiegenen inländischen Produktion weiterhin Nettoimporteur bleiben wird und das chinesische Eisenerz als deutlich minderwertiger zu betrachten ist, als das auf dem Weltmarkt gehandelte Eisenerz. Die Nachfrage Chinas nach hochwertigem, ausländischem Eisenerz sollte – wie uns auch aus erster Hand von Eisenerzproduzenten mitgeteilt wurde – weiterhin auf einem hohen Niveau verharren. Aktuellen Schätzungen zufolge wird Chinas Stahlverbrauch auch im kommenden Jahr weiter erheblich von 407 Millionen Tonnen auf 452 Millionen Tonnen ansteigen und somit einen eventuellen Rückgang der Stahlnachfrage aus den USA kompensieren. Zweitens gibt es für Eisenerz keinen Weltmarktpreis wie etwa für Gold, Silber oder Uran, sondern die Preise werden von den großen Eisenerzfördergesellschaften CVRD, Rio Tinto und BHP Billiton im Rahmen meist einjähriger Lieferverträge festgelegt. Da die „big three“ allerdings statt der „normalen“ Förderquote von etwa 85-90 Prozent bereits seit geraumer Zeit allesamt an der Kapazitätsgrenze produzieren und zumindest Rio Tinto und BHP Billiton nicht in der Lage sind, die Produktion signifikant zu erhöhen, dürfte auch von dieser Seite mit zumindest stabilen Eisenerzpreisen zu rechnen sein. Wir können somit zusammenfassend festhalten, dass die Preise für Eisenerz in den kommenden Jahren tendenziell weiter steigen sollten, auch wenn die Preissteigerungen zukünftig etwas geringer ausfallen könnten. Seriösen Schätzungen zufolge ist für 2007 mit einem weiteren Anstieg der Eisenerzpreise um 5% bis 7,5% zu rechnen. Der Eisenerzmarkt bleibt allerdings weiterhin sehr eng und die Eisenerzproduzenten erscheinen uns weiterhin äußerst interessant, da diese bereits zu den aktuellen Preisen mit sehr lukrativen Margen operieren können und hochprofitabel sind. Hier sollten sich weiterhin Engagments lohnen.

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