Rheinmetall, Aktie

Rheinmetall Aktie: 12-Milliarden-Auftrag storniert

24.06.2026 - 23:25:03 | boerse-global.de

Der Rüstungskonzern verliert einen milliardenschweren Marine-Auftrag. Die Aktie bricht ein und die langfristigen Umsatzziele geraten ins Wanken.

Rheinmetall Aktie: Milliardenauftrag für Fregatten gestoppt
Rheinmetall - Geschäftige Handelsfläche mit Marktdaten und Preisschwankungen 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Verteidigungsminister Boris Pistorius streicht das größte Rüstungsprojekt der Marine. Für Rheinmetall ist das ein herber Schlag. Die Aktie des Rüstungskonzerns stürzte am Mittwoch um fast 19 Prozent ab. Der Kurs fiel zeitweise auf ein neues 52-Wochen-Tief bei 930,20 Euro.

Reißleine beim F126-Projekt

Das Verteidigungsministerium begründet den sofortigen Stopp mit massiven Kostensteigerungen. Ursprünglich kalkulierte der Bund mit zehn bis zwölf Milliarden Euro für die neuen F126-Fregatten. Bei einer Fortführung wären die Gesamtkosten auf über 18 Milliarden Euro explodiert.

Bisher flossen bereits 2,3 Milliarden Euro in die Entwicklung. Statt der teuren Schiffe setzt die Bundesregierung nun auf ein Alternativszenario. ThyssenKrupp Marine Systems baut acht kleinere Fregatten vom Typ Meko A-200 DEU. Das geplante Volumen für diesen Auftrag liegt bei rund 11,6 Milliarden Euro.

Marine-Strategie wackelt

Für Rheinmetall kommt der Auftragsverlust zur Unzeit. Erst im März 2026 kaufte der Konzern die NVL-Sparte der Lürssen-Werft. Diese sollte als Generalunternehmer für das F126-Programm fungieren. Die Folge: ein massiver Umsatzausfall.

David Perry von JPMorgan beziffert den entfallenden Auftragswert auf rund zwölf Milliarden Euro. Damit wackeln die Ziele für den Auftragseingang im laufenden Jahr erheblich. Auch die langfristige Strategie steht unter Druck. Konzernchef Armin Papperger wollte den Marine-Umsatz bis 2030 auf fünf Milliarden Euro verfünffachen.

Diese Prognose dürfte kaum noch zu halten sein. Analysten von MWB Research senkten ihr Kursziel auf 1.400 Euro. Sie sehen den Verlust eines echten Kronjuwels. Morgan Stanley rechnet obendrein mit Abschreibungen auf die NVL-Übernahme in Höhe von bis zu zwei Milliarden Euro.

Aktie tief im Minus

Der Kursrutsch hinterlässt tiefe Spuren im Chart. Aktuell notiert die Aktie bei 950,20 Euro. Seit Jahresbeginn hat der Titel damit über 40 Prozent an Wert verloren. Der Abstand zur wichtigen 200-Tage-Linie ist auf fast 40 Prozent angewachsen.

Mit einem RSI-Wert von 24 gilt das Papier technisch als stark überverkauft. Schnelle Gegenbewegungen sind in solchen Phasen möglich. Dennoch lastet die Unsicherheit über die neuen Kapazitätsplanungen schwer auf dem Kurs. Spätestens bei der Vorlage der nächsten Quartalszahlen muss der Vorstand die angepassten Finanzziele konkret benennen.

Anzeige

Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 24. Juni liefert die Antwort:

Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

de | DE0007030009 | RHEINMETALL | boerse | 69620509 |