Bergbau im Aufschwung: Peru vor nächstem Kupfer-Boom?
Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 19:25 Uhr | irw-press.comIn Perus Anden lagert das Kupfer, das weltweit benötigt wird. Trotz einiger innerer Hürden steht das Land vor einem Aufschwung vergleichbar mit dem im Rohstoff-Superzyklus von 2004 bis 2013. Die Rivalität zwischen westlichen Ländern und China macht einen Boom fast unausweichlich.
Der Metallexplorer Aftermath Silver (ISIN: CA00831V2057, WKN: A2DMFN) startete Ende Juli Bohrungen auf dem Projekt Berenguela im Süden Perus. CEO Ralph Rushton will mit dem Programm das Potenzial für hochgradige Kupfermineralisierung jenseits der Grenzen des bestehenden Mineralressourcengebiets (MRE) untersuchen.
Aftermath Silver bohrt bei Berenguela
„Unsere vorherigen Bohrungen 2024/2025 an den östlichen Rändern des MRE verliefen äußerst positiv“, sagt er. Bohrungen an den östlichen Grenzen des MRE-Gebiets hatten den bisher längsten Kupferabschnitt im Berenguela-Projekt hervorgebracht. Dieser umfasst 156 Meter mit Gehalten von 1,12 % Kupfer, 290 Gramm Silber pro Tonne und 7,3 % Mangan ab der Oberfläche.
Bohrungen mit Kupfer als Ziel sind in dieser Weltgegend derzeit keine Seltenheit. Peru ist der drittgrößte Kupferproduzent der Welt und fördert jährlich rund 2,7 Millionen Tonnen Kupfer. Die peruanische Zentralbank schätzt, dass sich die Produktion verdoppeln könnte, wenn die geplanten neuen Bergbauprojekte, die sich derzeit in der Prüfung befinden oder auf Genehmigung warten, wie vorgesehen realisiert werden.
Bislang partizipiert der Andenstaat nur bedingt von der massiv anwachsenden Nachfrage nach Kupfer, die den Preis des Industriemetalls an der US-Terminbörse Comex auf 6,65 USD pro Pfund (lb) getrieben hat. Die derzeitige gesamtwirtschaftliche Wachstumsrate des Landes liegt bei rund 3 %. Das ist etwa halb so hoch wie während des vorherigen Rohstoffbooms zwischen 2004 und 2013.
Der Regierung unter der am 28. Juli vereidigten, neuen Präsidentin Keiko Fujimori ist das Potenzial des Bergbaus im Land bekannt. So ist die Region derzeit im Zentrum großer geopolitischer Interessen. Chile und Peru decken zusammen rund 35 % der weltweiten Kupferproduktion ab und sind damit sowohl für westliche Abnehmer als auch für China von größtem Interesse.
Letzter Rohstoff-Superzyklus katapultierte viele Peruaner aus der Armut
Der Blick zurück zeigt, was ein aufblühender Bergbau im Land ermöglichen kann. Während des Superzyklus zwischen 2004 und 2013 – einer jahrzehntelangen Periode erhöhter Rohstoffpreise, die durch Chinas Industrialisierung angetrieben wurde – trieben hohe Metallpreise und steigende Investitionen im Bergbausektor das jährliche Wachstum Perus auf rund 6 %.
Die positiven Auswirkungen waren mit den Händen zu greifen und in jeder sozioökonomischen Statistik. Anfang der 2000er-Jahre lebten laut Daten der Weltbank rund 60 % der Bevölkerung unterhalb der internationalen Armutsgrenze, deutlich mehr als im Durchschnitt Lateinamerikas. Bis 2013 war die Armutsquote auf 35 % zurückgegangen.
Mit dem Boom einher gingen zudem steigende Produktivität, wachsende Währungsreserven durch Exporte und Zugang zu den Kapitalmärkten durch bessere Ratings. Eine Wiederholung dieses Booms scheint vor dem Hintergrund der weltweit steigenden Metallnachfrage möglich. Doch dazu müssen Investitionshemmnisse beseitigt werden, allen voran politische Instabilität, schwache Institutionen und illegaler Bergbau.
Fujimori muss große Aufgaben lösen
Das Land hatte in weniger als zehn Jahren acht Präsidenten. Die neunte, Keiko Fujimori, trat nach einer der knappsten Wahlen in der Geschichte ihr Amt an und sieht sich einem tief gespaltenen Land gegenüber. Ihr Kontrahent Roberto Sanchez erhielt die meiste Unterstützung ausgerechnet in den südlichen Andenregionen, die einen Großteil der peruanischen Kupfervorkommen ausmachen und industriellem Bergbau traditionell ablehnend gegenüberstehen.
Auf den ersten Blick scheint es, als könnten die inneren Hemmnisse den eigentlich fast zwangsläufigen Bergbauboom im Land noch ausbremsen. 2018 lag das Land im globalen Bergbauranking des Fraser Institute noch vor 83 % der untersuchten Regionen. Bis 2025 war dieser Anteil auf 40 % gesunken. Vor Peru rangierten unter anderem Brasilien, Chile, Mexiko und Teile Argentiniens. Der Anteil des Andenstaates an den weltweiten Explorationsausgaben sank von 6,3 % im Jahr 2017 auf 3,8 % im Jahr 2024.
Doch die Geopolitik und insbesondere die wachsende Rivalität zwischen den USA und China könnten die Geschichte umschreiben. China hat in den Bereichen Bergbau, Energie und Infrastruktur laut China OFDI Monitor des LAC Academic Network on China bereits 37 Mrd. USD investiert. Assets wie die Minen Las Bambas und Toromocho und der Hafen Chancay sind in Pekings Hand.
China und der Westen als Investoren
Die USA unterzeichneten im Februar dieses Jahres mit Peru ein Rahmenabkommen über kritische Mineralien. Im März folgte ein Abkommen zur Zusammenarbeit im Bergbau mit Kanada. Die Finanzierungs- und Investitionsmöglichkeiten des Bergbausektors im Land wachsen dadurch erheblich. Und ebenso der Druck auf die Regierung, Zählbares vorzulegen.
Gelingt es Fujimori, die Steuerung des Bergbaus durch planbare Genehmigungsverfahren und rechtsstaatliche Abläufe zu verbessern und kann der illegale Bergbau durch Formalisierung und die Schließung von Schlupflöchern zurückgedrängt werden, sind die Chancen auf einen großen Bergbau- und Kupferaufschwung hoch.
Dass die Regierung sich um den Bergbau bemüht, zeigt ein Vorgang aus den letzten Wochen. Das Unternehmen Lupaka Gold (ISIN: CA5504353098, WKN: A3DR5S) und das peruanische Ministerium für Energie und Bergbau (MINEM) haben sich auf die Beilegung eines Streits geeinigt, der vor dem Internationalen Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (ICSID) gelandet war.
Das Schiedsgericht hatte Lupaka 2025 eine Entschädigung zugesprochen, nachdem die Vorgängerregierung Proteste, die 2018 zur Stilllegung des Goldprojekts Invicta führten, nicht verhindert hatte. Das Unternehmen meldete nun, dass MINEM vereinbarungsgemäß 49,4 Mio. USD ausgezahlt hat und weitere 21,2 Mio. USD bis zum Jahresende auszahlen wird. Lupaka CEO Gordon Ellis sagt: „Wir können uns nun auf die Verfolgung potenzieller Rohstofferschließungsprojekte konzentrieren.“
Aftermath Silver ist optimistisch, Berenguela zu einem erfolgreichen Projekt zu machen. Im Vorfeld des laufenden Bohrprogramms waren bereits mehr als 15.000 Bohrmeter zurückgelegt worden. „Die Ergänzungsbohrungen um die potenziellen Startgruben sind nun abgeschlossen. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die metallurgischen Testarbeiten und die Minenplanung im Rahmen der laufenden Vorstudie. Auch die geotechnischen Bohrungen für die Vorstudie laufen“, sagt CEO Rushton.
Die Aktie des Explorers hatte nach dem Allzeithoch im Januar eine deutliche Korrektur durchlaufen. Zuletzt hat sich der Kurs jedoch wieder erholt. Weiterhin positive Explorationsergebnisse vorausgesetzt, scheint ein Wiedereintritt in den von Februar 2024 bis März 2026 laufenden Aufwärtstrend möglich.
Weitere Informationen zu Aftermath Silver finden Sie im Unternehmensprofil auf Miningscout.de:
https://www.miningscout.de/minenaktien/aftermath-silver-ltd/
Aftermath Silver Ltd.
TSX-Venture: AAG
ISIN: CA00831V2057
WKN: A2DMFN
Webseite: www.aftermathsilver.com
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