AKTIEN IM FOKUS: Santander und UBS nach Zahlen schwach - Deutsche Bank steigt
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 12:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAm Mittwoch gerieten daraufhin vor allem die Aktien von Santander ES0113900J37 und von der UBS CH0244767585 unter Druck. Zudem gaben die Papiere von BNP Paribas FR0000131104 nach, wohingegen die der Deutschen Bank DE0005140008 stark zulegten.
Unter dem Strich nahmen Anleger zur Wochenmitte zuletzt eine neutrale Haltung zu Bankaktien ein. Der europäische Sektorindex EU0009658806 lag geringfügig im Plus, während der Gesamtmarkt EU0009658202 leicht nachgab.
Die Titel von Santander büßten bis zum Mittag 4,4 Prozent auf 10,77 Euro ein und waren damit das Schlusslicht im Branchenindex Stoxx 600 Banks. Die spanische Großbank hatte zwar im dritten Quartal unter anderem dank der Übernahme der US-Bank Webster im laufenden Geschäft deutlich mehr verdient. Die Margen aber sähen gleichwohl etwas schwach aus, schrieb Analyst Benjamin Toms von der kanadischen Bank RBC. Expertin Miruna Chirea von Jefferies äußerte sich ähnlich und sprach von einer etwas enttäuschenden Ertragsdynamik.
Mit dem Kursrutsch zur Wochenmitte sind die Papiere von Santander wieder auf das Niveau von Mitte Juni zurückgefallen, nachdem sie am Vortag noch in einem freundlichen Umfeld wieder bis an die viel beachtete 200-Tage-Durchschnittslinie herangerückt waren.
Die 200-Tage-Linie beschreibt den langfristigen Trend und wurde bereits am Montag erstmals seit Langem unterschritten. Damit wurde zu Wochenbeginn ein übergeordneter Abwärtstrend für die Santander-Aktien signalisiert und so ein klassisches Verkaufssignal ausgelöst.
Für die Anteilsscheine der UBS ging es zuletzt um 1,7 Prozent nach unten. Die Schweizer Großbank hatte zwar Erträge und Gewinn gesteigert. An der Börse in Zürich schlugen jedoch die negativen Neuigkeiten stärker durch: So lief es in der Vermögensverwaltung nicht so gut wie gedacht.
In Paris gaben die Anteilsscheine von BNP Paribas FR0000131104 um 0,9 Prozent nach. Das Investmentbanking habe bemerkenswert stark abgeschnitten, wogegen das Vorsteuerergebnis in den meisten Sparten enttäuscht habe, schrieb Experte Joseph Dickerson von Jefferies. RBC-Analystin Anke Reingen ergänzte, das angekündigte Aktienrückkaufprogramm falle zwar weniger umfangreich als erwartet aus, spreche aber für das Vertrauen der Franzosen in ihre Geschäftsaussichten.
Die Papiere der Deutschen Bank DE0005140008 zogen um 3,4 Prozent an und erholten sich damit weiter von ihrem in der Vorwoche erreichten tiefsten Stand seit Mitte Juni. Das Finanzinstitut hatte seine Rekordjagd mit einem Milliardengewinn im dritten Quartal fortgesetzt.
Analyst Kian Abouhossein von der US-Bank JPMorgan attestierte den Frankfurtern eine gute Entwicklung. Die Kehrtwende im Firmenkundengeschäft sei endlich gelungen.
Mate Nemes von der UBS resümierte, das deutsche Geldhaus habe ordentlich abgeschnitten und liege mit dem Vorsteuerergebnis zehn Prozent über der Markterwartung. Auch das operative Ergebnis vor Rückstellungen überrasche positiv. Zudem seien die Frankfurter nun für die Erträge im laufenden Jahr etwas zuversichtlicher.
