Chevron: 96 Cent statt $2,04 erwartet
24.04.2026 - 22:00:45 | boerse-global.deChevron meldet am 1. Mai seine Quartalszahlen — und hat die Erwartungen bereits vorab drastisch zurückgestellt. Ein seltener Schritt, der zeigt, wie ungewöhnlich komplex das erste Quartal 2026 für den US-Ölmajor war.
Buchverluste in Milliardenhöhe
Der größte Belastungsfaktor sind Timing-Effekte aus Derivatebewertungen und LIFO-Inventarbilanzierung. Sie drücken das Ergebnis voraussichtlich um 2,7 bis 3,7 Milliarden Dollar — fast ausschließlich im Downstream-Segment. Der Mechanismus dahinter ist klassisch: Stark gestiegene Rohstoffpreise im ersten Quartal lösten hohe Buchverluste auf Absicherungskontrakte aus, bevor die entsprechenden physischen Verkaufserlöse verbucht wurden. Ein reiner Zeitversatz, der sich in den Folgeperioden umkehrt.
Hinzu kommt ein Mittelabfluss aus dem Working Capital von schätzungsweise 2 bis 4 Milliarden Dollar — saisonal bedingt und durch das höhere Preisniveau verstärkt. Eine Rechtsstreitigkeitsrückstellung von rund 350 bis 400 Millionen Dollar für eingestellte Geschäftsbereiche belastet zusätzlich.
Upstream hält stand
Abseits der Bilanzeffekte läuft das Kerngeschäft solide. Die Förderung liegt bei 3,8 bis 3,9 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag — ein Rückgang von rund fünf Prozent gegenüber dem Rekordquartal Q4 2025, verursacht durch Wartungsarbeiten beim Tengizchevroil-Projekt und reduzierte Produktion in Teilen des Nahen Ostens. Der Preisanstieg federt das ab: Upstream-Erträge sollen gegenüber dem Vorquartal um 1,6 bis 2,2 Milliarden Dollar zulegen.
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An der Wall Street gehen die Schätzungen weit auseinander. Ein Analyst rechnet nur mit 96 Cent Gewinn je Aktie — weit unter dem bisherigen Konsens von 2,04 Dollar. Mizuho hob sein Kursziel auf 225 Dollar an und sieht starkes freies Cashflow-Wachstum für den Rest des Jahres. UBS bestätigte ein Kursziel von 212 Dollar und verwies auf Angebotsengpässe im globalen Flüssigerdgasmarkt.
Strategie hinter der Vorabmeldung
Die detaillierte Vorab-Kommunikation ist kein Zufall. Management setzt bewusst die Messlatte tief, damit der offizielle Earnings Call am 1. Mai die operative Stärke des Upstream-Geschäfts in den Vordergrund rücken kann — ohne dass Buchverluste die Schlagzeilen dominieren. Das dürfte spannend werden: Gelingt es Chevron, die Aufmerksamkeit auf die Erholung im zweiten Quartal zu lenken?
Dividende als Stabilitätsanker
Für Einkommensinvestoren bleibt Chevron eine verlässliche Größe. Die Dividende wurde 39 Jahre in Folge erhöht, zuletzt auf 1,78 Dollar je Aktie pro Quartal. An der Börse notiert die Aktie aktuell bei rund 160 Euro — gut 13 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom März. Der RSI von 41 signalisiert keine überkaufte Lage, die Aktie hat seit Jahresbeginn allerdings bereits rund 20 Prozent zugelegt.
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Mit den vollständigen Quartalszahlen am 1. Mai rückt vor allem die Produktionserholung bei Tengizchevroil in den Fokus — und wie schnell sich die Timing-Effekte tatsächlich umkehren.
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