AKTIEN IM FOKUS 2: Autowerte sinken trotz Protektionshoffnung - Schwaches Umfeld
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 14:16 Uhr | dpa, AD HOC NEWS(neu: Sektorindex dreht ins Minus, Oxcap Analytics, weitere Branchenwerte)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aussicht auf europäische Importbeschränkungen gegen Hybridautos aus China hat am Mittwoch den Automobilsektor insgesamt nur kurz gestützt. Zuletzt drückten zum einen Kursverluste bei den Aktien von Premiumherstellern auf die Stimmung, die weniger von den angedachten protektionistischen Maßnahmen profitieren würden. Zum anderen litten die konjunktursensiblen Branchenwerte insgesamt unter dem wieder trüberen Marktumfeld, das zur Wochenmitte von einem erneuten Ölpreisanstieg und den hohen Renditen an den Anleihemärkten geprägt war.
Der europäische Branchenindex Stoxx Europe 600 EU0009658202 Automobiles & Parts EU0009658681 hatte noch bis zum Vormittag seinen jüngsten Erholungskurs fortgesetzt, bevor er unter Druck geriet und in die Verlustzone rutschte. Zuletzt stand noch ein Minus von 0,6 Prozent zu Buche.
Die Europäische Union (EU) bereitet Kreisen zufolge Maßnahmen zur Begrenzung der Einfuhr von chinesischen Hybridfahrzeugen in den Wirtschaftsraum vor. Die Europäische Kommission könnte Beschränkungen verhängen, nachdem die Verkäufe von in China hergestellten Hybridfahrzeugen in Europa stark angestiegen seien, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Diese Verkäufe machen dem Bericht zufolge mittlerweile ein Viertel des Gesamtabsatzes aus.
Laut Oxcap Analytics deutet der Bericht darauf hin, dass die EU einen schnelleren WTO-Schutzmechanismus in Erwägung zieht. Dieser würde es erlauben, temporär Importbeschränkungen wie Strafzölle oder Quoten einzuführen. Sollte es dazu kommen, wäre das "ein wesentlicher positiver Faktor" sowohl für die stark im sogenannten Massengeschäft tätigen und damit von chinesischer Konkurrenz besonders bedrohten Hersteller Renault, Stellantis und Volkswagen (VW DE0007664039) sowie für die Zulieferer in der Europäischen Union.
Entsprechend waren die Papiere von Stellantis NL00150001Q9 und Renault FR0000131906 in Paris zwischenzeitlich um bis zu gut sechs Prozent in die Höhe geschnellt, bevor sie im Sog des Gesamtmarktes einen Großteil ihrer Gewinne wieder einbüßten. Am frühen Nachmittag legten die Aktien noch um gut ein beziehungsweise knapp drei Prozent zu.
Für die Vorzugsaktien von Volkswagen DE0007664039 ging es zuletzt um 1,4 Prozent nach oben. Davon profitierten die Papiere der Porsche Automobil Holding SE DE000PAH0038, die den VW-Konzern kontrolliert. Diese gewannen 2,2 Prozent.
Unter den Zulieferern hielten sich hierzulande noch die Anteilsscheine von Schaeffler DE000SHA0100 und Aumovio DE000AUM0V10 wacker. Sie stiegen im MDax DE0008467416 der mittelgroßen Werte DE0008467416 um 2,7 beziehungsweise 4,8 Prozent.
Dagegen büßten die Papiere von MercedesDE0007100000-Benz DE0007100000 unter den schwächsten Werten im deutschen Leitindex Dax DE0008469008 3,6 Prozent ein. Ein erneuter Einbruch in China hatte dem Autobauer die Verkäufe im dritten Quartal verhagelt. Im Sog verloren die Aktien des Wettbewerbers BMW DE0005190003 3 Prozent.
Die Anteilsscheine von Porsche AG DE000PAG9113 gaben zuletzt leicht nach. Der schwächelnde Sport- und Geländewagenbauer will in den nächsten Jahren kräftig Kosten sparen und sich stärker auf Fahrzeuge mit besonders hoher Marge ausrichten. Unter anderem dadurch soll Porsche wieder profitabler werden. Das geht aus einer Mitteilung zur strategischen Neuausrichtung namens "Sportwagenschmiede '35" hervor, die auf einer Investorenveranstaltung im schwäbischen Weissach bei Stuttgart vorgestellt wurde.
