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So hängen Wechselkurs, Inflation und Goldpreis zusammen

Der EUR/USD befindet sich seit Mai in einem dynamischen Aufwärtstrend (siehe grüner Trendkanal im folgenden Chart). Und in diesem Rahmen konsolidiert der Wechselkurs seit Ende Juli / Anfang August. Diese Konsolidierung kann man wahlweise als Seitwärtsbewegung (gelbes Rechteck) oder auch als (flacheren) Aufwärtstrendkanal (dünne grüne Trendkanallinien) betrachten.

EUR/USD - Chartanalyse

Hier stellt sich aktuell die Frage, ob die Wellen 4 und 5 des 5-gliedrigen Aufwärtsimpulses bereits ausgebildet wurden oder die Welle 4 noch im Gange ist und eine Welle 5 erst folgt.

Aktuell würde ich eher zum zweiten Szenario tendieren, da die Welle 5, wie bereits am vergangenen Freitag geschrieben, ansonsten ziemlich kurz ausgefallen wäre. Eine Fortsetzung der aktuellen Konsolidierung und ein folgender weiterer Anstieg des EUR/USD erscheinen daher wahrscheinlicher.

EUR/USD - Chartanalyse

Derweil befindet sich auch der Goldpreis in einer Konsolidierung. Diese läuft derzeit wie ein Keil oder Dreieck zusammen (siehe dicke rote und grüne Linie im folgenden Chart) und stellt sich dabei bislang als ABC-Formation dar.

Gold - Chartanalyse

Hier stellt sich damit die Frage, wie weit die Welle C noch läuft. Im Falle einer klassischen ABC-Korrektur (Zickzack) würden die Kurse noch bis unter das Tief der Welle A zurückkommen. Das ist aber kein Muss.

Hohe Korrelation zwischen Goldpreis und EUR/USD

Abhängen könnte der weitere Verlauf der Korrektur oder Konsolidierung im Goldpreis auch von der Entwicklung des EUR/USD. Denn eine positive Korrelation zwischen EUR/USD und Goldpreis ist aktuell wieder sehr deutlich (siehe auch folgender Chart), wobei diese mal mehr und mal weniger stark ausgeprägt ist.

Gold vs. EUR/USD

Ein Zusammenhang zwischen dem Goldpreis und dem EUR/USD ist auch einem Leser nicht entgangen. Er schrieb mir kürzlich zur Börse-Intern vom 18. August („Der Anstieg des Euros wird zunehmend kritisch beäugt“)Folgendes:

Sehr geehrter Herr Weisenhaus,
am Ende Ihres Kommentars stellen Sie die Möglichkeit / Wahrscheinlichkeit in den Raum, dass – nach einer eventuellen Korrektur – der Euro ggü. dem USD weiter zulegt. Das deckt sich mit der Befürchtung des im HB vom 4.8. zitierten Brooks, der daraus eine fallende Inflationsrate im Euroland ableitet. Dieses wiederrum müsste aber bei angenommenen unverändert niedrigen Zinsen zu einem deutlichen Anstieg des Goldpreises führen… oder ist das falsch? Vielleicht thematisieren Sie das einmal im nächsten Börsenbrief!?

Gerne komme ich diesem Wunsch nach.

So hängen Wechselkurs, Inflation und Goldpreis zusammen

In der Tat kann durch einen steigenden Euro die Inflationsrate im Euroraum sinken. Denn ein stärkerer Euro führt zu einer höheren Kaufkraft im Ausland und damit bei importierten Waren aus dem Nicht-Euroraum zu sinkenden Preisen.

Und eine sinkende Inflation kann zu einem Anstieg des Goldpreises führen, wenn man davon ausgeht, dass die Notenbank im Kampf gegen deflationäre Tendenzen die Geldschleusen noch weiter öffnet und sich die Anleger vor diesem Hintergrund weiter mit Gold eindecken.

Eine sinkende Inflation kann bei gleichbleibenden Zinsen aber auch zu einem fallenden Goldpreis führen. Denn bei einer niedrigeren Inflationsrate steigt die Realrendite, also die nominale Rendite abzüglich der Inflation.

Der US-Markt gibt den Takt vor

Gewöhnlich steigt der Goldpreis (siehe rote Linie im folgenden Chart) insbesondere dann, wenn die Realrendite (blaue Linie) fällt bzw. negativ ist, was in den USA derzeit zum Beispiel der Fall ist. In den USA liegt die reale Rendite von 10-jährigen Staatsanleihen bei rund minus 1 % (0,6 % Rendite abzüglich 1,6 % Inflation, siehe auch Börse-Intern vom 13. August).

Gold vs. Realrendite 10-jähriger US-Staatsanleihen

Legt die Realrendite aber zu, ist dies unter Umständen schlecht für den Goldpreis. Auch dies haben wir jüngst beobachten können, durch den kurzzeitig deutlichen Anstieg der Renditen am (US-)Anleihemarkt (siehe rote Markierung im Chart).

Auf die Motive der Anleger kommt es an

Ein steigender Euro führt aber auch dazu, dass Gold für Euro-Anleger erschwinglicher wird, da Gold in USD gehandelt wird.

Es gibt also mehrere Faktoren, die den Goldpreis beeinflussen. Teilweise heben sich diese gegenseitig auf. Und so hängt der Goldpreis letztlich von der Erwartung der Anleger ab und davon, auf welche Faktoren sie ihr Hauptaugenmerk legen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Trading
Ihr
Sven Weisenhaus

 (Quelle: www.stockstreet.de)

@ ad-hoc-news.de | 27.08.20 07:49 Uhr