Xi Jinping, Donald Trump

Xi Jinping in Washington: Chinas Präsident zu Staatsbesuch bei Trump angekommen

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 00:17 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Chinas Präsident Xi Jinping ist zu einem dreitägigen Staatsbesuch in Washington eingetroffen. Im Mittelpunkt der Gespräche mit Donald Trump stehen der Handelsstreit, Künstliche Intelligenz und internationale Konflikte.

Xi Jinping ist zu seinem Besuch in Washington eingetroffen. - Bild: Alex Brandon/AP/dpa
Xi Jinping ist zu seinem Besuch in Washington eingetroffen. - Bild: Alex Brandon/AP/dpa

Chinas Präsident Xi Jinping ist zu einem dreitägigen Staatsbesuch in Washington angekommen.

Empfang auf Militärflugplatz

Xi und seine Ehefrau Peng Liyuan landeten am Mittwochabend Ortszeit auf einem Militärflugplatz nahe der US-Hauptstadt. Empfangen wurden sie dort von US-Präsident Donald Trump und dessen Ehefrau Melania.

Für Xi ist es die erste USA-Reise seit rund drei Jahren. Zuletzt war er 2023 zum Apec-Wirtschaftsgipfel nach Kalifornien gereist und hatte dort Trumps Vorgänger Joe Biden getroffen.

Handel und Künstliche Intelligenz

Zu den erwarteten Gesprächsthemen gehören der Zoll- und Handelsstreit zwischen beiden Ländern sowie der Umgang mit der Sicherheit Künstlicher Intelligenz. Zudem dürften globale Konflikte wie der Iran-Krieg und Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine zur Sprache kommen.

Trump will für Xi bis Freitag ein umfangreiches Programm ausrichten. Geplant sind unter anderem eine Militärschau und ein Staatsbankett.

Einladung bei Besuch in Peking

Trump hatte Xi während seines Besuchs in Peking Mitte Mai ins Weiße Haus eingeladen. Der Staatsbesuch soll die Beziehungen zwischen den beiden Großmächten in mehreren konfliktträchtigen Bereichen thematisieren.

Zwischen Rivalität und begrenzter Stabilität

Der Besuch fällt in eine Phase, in der Washington und Peking ihre strategische Konkurrenz nicht beendet, sie aber durch Gespräche kontrollierbarer machen wollen. Beide Staaten sind wirtschaftlich eng verflochten und zugleich Konkurrenten bei Technologie, Einfluss und Sicherheit. Eine dauerhafte Lösung der Konflikte ist deshalb nicht zu erwarten; kurzfristig kann bereits die Fortsetzung des Dialogs Spannungen begrenzen.

Besonders wichtig ist der Handelsstreit. Im Mittelpunkt stehen Zölle, chinesische Ausfuhren seltener Erden und US-Beschränkungen für moderne Chips und KI-Technik. Diese Themen reichen über die bilateralen Beziehungen hinaus: Lieferketten, Industrieproduktion und Preise können auch Unternehmen und Verbraucher in Europa berühren. Eine Verlängerung der Handelsruhe würde Planungssicherheit schaffen, wäre aber noch kein grundlegender Durchbruch.

KI und globale Krisen als neue Testfelder

Mit der Künstlichen Intelligenz kommt ein sicherheitspolitisches Feld hinzu, in dem beide Mächte um technologische Führung ringen. Ein direkter Gesprächskanal über Risiken könnte helfen, Zwischenfälle einzuordnen und Eskalationen zu vermeiden. Kooperation bedeutet dabei nicht Vertrauen, sondern vor allem Krisenmanagement.

Auch der Iran-Krieg und Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine erweitern die Gespräche über bilaterale Fragen hinaus. Für Europa ist entscheidend, ob Washington und Peking bei Handels- und Technologieregeln Verständigungen erzielen, die internationale Märkte stabilisieren – oder ihre Rivalität in weitere Bereiche tragen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau.de: „Xi in den USA: Trump und Chinas Staatschef vor schwierigen Gesprächen“ (23.09.2026)

Der Bericht bestätige die Ankunft Xis und hebe die demonstrative chinesische Charmeoffensive vor dem Treffen hervor. Zugleich betone er die anhaltenden Interessengegensätze bei seltenen Erden, Exportkontrollen, KI, Iran und der Rolle der USA im Indopazifik; als mögliches praktisches Ergebnis werde ein Krisenkanal für KI beschrieben.

Euronews: „Gipfel Trump–Xi: Warum für Europa so viel auf dem Spiel steht“ (23.09.2026)

Der Artikel bestätige den dreitägigen Gipfel und richte den Schwerpunkt auf die Folgen für Europa. Er stelle heraus, dass Zölle und seltene Erden europäische Lieferketten beträfen, während ein möglicher KI-Dialog vor allem zwischen Washington und Peking stattfinde und Europa dabei kaum eigenständig auftrete.

Beide Berichte gingen von einer begrenzten Stabilisierung statt einer umfassenden Einigung aus. Unterschiede lägen vor allem im Blickwinkel: Der eine Bericht fokussiere die strategischen Konfliktlinien und Krisenkommunikation, der andere die wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen für Europa; offen bleibe, welche konkreten Vereinbarungen bis zum Ende des Besuchs zustande kämen.

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