Steve Witkoff, Ukraine-Friedensgespräche

Witkoff trifft Putin in St. Petersburg mit Friedensvorschlag

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 09:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
US-Unterhändler Steve Witkoff ist nach Gesprächen mit Wolodymyr Selenskyj und europäischen Politikern in St. Petersburg eingetroffen. Er soll Wladimir Putin Vorschläge für eine Friedenslösung im Ukraine-Krieg vorlegen.

Oslo liefert Vorschläge für Moskau

  • Steve Witkoff traf in St. Petersburg ein und wurde von Kirill Dmitrijew empfangen.
  • Wladimir Putin soll Witkoff im Konstantinpalast in der ersten Tageshälfte empfangen.
  • Jonas Gahr Støre erwartet Witkoffs Rückkehr nach Oslo mit einer Rückmeldung.
Der US-Unterhändler Steve Witkoff will bei einem neuen Besuch in St. Petersburg Kremlchef Wladimir Putin neue Vorschläge für eine Friedenslösung im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine unterbreiten. (Archivbild) - Bild: Vyacheslav Prokofyev/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Witkoff bringt Friedensvorschläge nach St. Petersburg

US-Unterhändler Steve Witkoff ist nach Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Oslo zu Verhandlungen mit der russischen Führung in St. Petersburg eingetroffen. Der russische Unterhändler Kirill Dmitrijew empfing ihn am Flughafen Pulkowo, während ein Drohnenalarm den Flugbetrieb beeinträchtigte.

Putin soll Witkoff empfangen

Witkoff will dem russischen Präsidenten Wladimir Putin Vorschläge vorlegen, die amerikanische und europäische Gesprächspartner gemeinsam mit der Ukraine erarbeitet haben. Ein US-Beamter sagte, die Initiative solle den Weg für direkte trilaterale und anschließend breiter angelegte multilaterale Verhandlungen ebnen.

Nach Angaben des russischen Präsidentenberaters Juri Uschakow ist ein Treffen Putins mit Witkoff im Konstantinpalast in der ersten Tageshälfte vorgesehen. Ob der Drohnenalarm in St. Petersburg mit einem tatsächlichen ukrainischen Angriff während Witkoffs Besuch zusammenhing, blieb zunächst offen.

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Oslo soll die nächsten Schritte bringen

Der norwegische Regierungschef Jonas Gahr Støre kündigte an, Witkoff werde nach seinen Treffen in Russland nach Oslo zurückkehren. Dort werde voraussichtlich eine Rückmeldung zu den Gesprächen erwartet.

Ukraine unter Druck vor dem Winter

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als viereinhalb Jahren mit westlicher Hilfe gegen den russischen Angriffskrieg. Massive russische Angriffe auf die Energieinfrastruktur haben die Lage vor der kalten Jahreszeit verschärft; zugleich fehlen Kiew Mittel für die Flugabwehr.

Selenskyj hatte zuletzt eine Waffenruhe für gegenseitige Angriffe auf Energieanlagen befürwortet. Putin lehnte dies bislang ab. Russland setzt darauf, mit einem weiteren Kriegswinter den ukrainischen Widerstand zu schwächen.

Die Reise Witkoffs fällt in eine Phase, in der Washington versucht, aus getrennten Kontakten mit Kiew, europäischen Regierungen und Moskau einen direkten Verhandlungsprozess zu entwickeln. Das Oslo-Treffen diente dabei dazu, ukrainische und europäische Positionen in den amerikanischen Vermittlungsansatz einzubeziehen. Im Mittelpunkt stehen nach den Gesprächen Sicherheitsgarantien, territoriale Fragen, Sanktionen und die europäische Sicherheitsordnung.

Diplomatischer Vorstoß mit offenem Ausgang

Witkoffs Gespräch mit Putin soll klären, ob Moskau die in Oslo abgestimmten Ideen überhaupt aufgreift. Ein möglicher nächster Schritt wären direkte Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA. Dafür müsste Russland jedoch zu einem Format bereit sein, in dem Kiew unmittelbar beteiligt ist; zugleich müsste die Ukraine einem Vorschlag zustimmen, der ihre Sicherheitsinteressen und ihre territoriale Position berücksichtigt.

Die Gespräche finden parallel zum fortgesetzten Krieg statt. Die Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur erhöhen den Druck auf Kiew vor dem Winter und machen jede Diskussion über eine Waffenruhe besonders folgenreich. Für die Bevölkerung bliebe eine Verständigung zunächst dann relevant, wenn sie konkrete Verbesserungen bringt: weniger Angriffe, verlässlichere Energieversorgung und belastbare Sicherheitszusagen.

Rückkehr nach Oslo angekündigt

Norwegens Regierungschef erwartet nach Witkoffs Russland-Reise eine Rückmeldung in Oslo. Ob daraus ein belastbarer Verhandlungsfahrplan oder lediglich ein weiterer diplomatischer Sondierungsschritt entsteht, hängt vor allem von Moskaus Reaktion auf die Vorschläge ab.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

ZDFheute: „Ukraine-Krieg: US-Unterhändler reist nach Moskau und trifft Putin“ (21.10.2026)

Der Beitrag bestätigt Witkoffs Reise nach St. Petersburg und das geplante Gespräch mit Putin. Er ordnet den Vorstoß in die bisherigen, bislang erfolglosen Friedensbemühungen ein und nennt Sicherheitsgarantien, territoriale Fragen und Sanktionen als zentrale Verhandlungsthemen.

taz: „Trump-Gesandter Witkoff reist weiter zu Putin“ (21.10.2026)

Die taz berichtet, US-Außenminister Marco Rubio habe die Oslo-Gespräche als positiv bewertet und Witkoffs Weiterreise bestätigt. Anders als der ZDFheute-Beitrag hebt sie zusätzlich die Schwierigkeiten einer Friedenslösung und die parallel gemeldeten russischen Angriffe hervor.

Beide Beiträge stimmen darin überein, dass Witkoff die in Oslo besprochenen Ideen nach Russland bringt. Offen bleibt, ob Moskau daraus konkrete trilaterale Verhandlungen entstehen lässt.

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