Weltbankgruppe, Michael Kremer

Weltbankgruppe beruft Nobelpreisträger Michael Kremer zum Chefökonomen

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 16:52 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Die Weltbankgruppe beruft den Nobelpreisträger Michael Kremer zum neuen Chefökonomen. Der Entwicklungsökonom soll die Forschung und Strategie des Instituts in einer Phase großer globaler Herausforderungen prägen.

Nobelpreisträger Kremer wird Weltbank-Chefökonom
Weltbank (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Die Weltbankgruppe hat den Wirtschaftsnobelpreisträger Michael Kremer zum neuen Chefökonomen ernannt. Weltbankpräsident Ajay Banga gab die Personalie am Mittwoch bekannt und betonte die Bedeutung mutiger Lösungen in der aktuellen weltweiten Entwicklungskrise.

Nobelpreisträger übernimmt Schlüsselrolle

Kremer erhielt 2019 gemeinsam mit zwei weiteren Wissenschaftlern den Wirtschaftsnobelpreis für seinen experimentellen Ansatz zur Bekämpfung der weltweiten Armut. Seine Arbeiten setzen stark auf empirische Methoden, insbesondere Feldexperimente, um die Wirksamkeit von Entwicklungsmaßnahmen messbar zu machen.

Banga würdigte Kremer als Forscher, der nicht nur herausgefunden habe, was in der Entwicklungszusammenarbeit funktioniere, sondern diese Erkenntnisse auch in großem Maßstab umgesetzt habe. Genau diese Denkweise sei nun in der Weltbank gefragt.

Fokus auf Forschung und Umsetzung

Die Weltbankgruppe verfüge nach Kremers Worten über erhebliche Forschungskapazitäten, um innovative Antworten auf zentrale Entwicklungsprobleme zu entwickeln und zu testen. Er verwies darauf, dass es vor allem um die Schaffung von Arbeitsplätzen in großem Umfang, die Mobilisierung privaten Kapitals für Entwicklungsfinanzierung und den verlässlichen Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und anderen grundlegenden Dienstleistungen gehe.

Mit seiner Ernennung übernimmt Kremer eine zentrale Rolle bei der strategischen Ausrichtung der ökonomischen Analyse und Beratung der Weltbankgruppe. Die Institution will ihre Forschungsarbeit und Politikberatung weiter darauf ausrichten, Lösungen nicht nur zu entwerfen, sondern auch nachweislich wirksam und skalierbar zu machen.

Die Ernennung des Entwicklungsökonomen Michael Kremer zum Chefökonomen der Weltbankgruppe markiert einen deutlichen Akzentwechsel in der strategischen Ausrichtung der Institution. Kremer steht für eine empirisch fundierte, experimentelle Entwicklungsökonomie, die politische Entscheidungen konsequent an messbaren Wirkungen ausrichtet. Seine Arbeit zu Randomized Controlled Trials in der Armutsbekämpfung gilt seit Jahren als Referenz für evidenzbasierte Entwicklungspolitik.

Profil eines praxisnahen Forschungsökonomen

Kremer hat sich in seiner akademischen Laufbahn immer wieder mit konkreten Feldstudien in Entwicklungs- und Schwellenländern beschäftigt. Dabei geht es etwa um die Wirksamkeit von Bildungsprogrammen, Gesundheitsinitiativen oder neuen Finanzierungsmodellen. Dass nun ein Forscher mit diesem Hintergrund die ökonomische Leitfunktion der Weltbank übernimmt, dürfte den internen Stellenwert solcher Wirkungsanalysen weiter erhöhen und den Druck auf Projekte steigern, ihre Ergebnisse belastbar nachzuweisen.

Strategische Bedeutung für die Weltbankgruppe

Die von Ajay Banga angesprochenen Herausforderungen – Beschäftigung, Mobilisierung privaten Kapitals, Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung – stehen seit längerem im Zentrum internationaler Entwicklungsdebatten. Kremers Fokus auf großskalige, überprüfbare Lösungen passt zu der Bestrebung der Weltbankgruppe, mehr privates Kapital für Entwicklungsprojekte zu gewinnen und zugleich nachzuweisen, dass diese Investitionen Armut tatsächlich verringern. In einer Phase multipler Krisen von Klimawandel bis Verschuldung könnte seine evidenzbasierte Herangehensweise helfen, Prioritäten klarer zu setzen.

Ausblick für internationale Entwicklungszusammenarbeit

Für Regierungen, Hilfsorganisationen und private Investoren ist die Personalie ein Hinweis darauf, dass sich die Weltbank künftig noch stärker als Plattform für datengetriebene Politikberatung und innovative Finanzierungsansätze positionieren könnte. Leserinnen und Leser aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft können erwarten, dass Diskussionen über die Wirksamkeit von Maßnahmen gegen Armut, Bildungsdefizite oder schlechte Gesundheitsversorgung verstärkt mit Ergebnissen aus Feldexperimenten und Evaluationsstudien unterfüttert werden.

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