USA-Iran-Verhandlungen, Donald Trump

USA und Iran: Vertreter treffen sich erstmals seit Juni zu Gesprächen in New York

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 21:33 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

US-Vertreter haben sich nach Angaben von Präsident Donald Trump am Rande der UN-Generaldebatte in New York mit iranischen Vertretern getroffen. Das dreistündige Gespräch könnte einen neuen diplomatischen Anlauf im seit Monaten andauernden Iran-Krieg markieren.

Vertreter der USA und des Irans haben sich am Rande der UN-Generaldebatte in New York getroffen - sagt US-Präsident Donald Trump. - Bild: Michael Kappeler/dpa
Vertreter der USA und des Irans haben sich am Rande der UN-Generaldebatte in New York getroffen - sagt US-Präsident Donald Trump. - Bild: Michael Kappeler/dpa

Vertreter der USA und des Irans haben sich am Dienstag nach Angaben von US-Präsident Donald Trump am Rande der UN-Generaldebatte in New York getroffen.

Trump spricht von gutem Gespräch

Das Gespräch sei „sehr gut“ gelaufen und habe drei Stunden gedauert, sagte Trump vor Reportern. Konkrete Angaben zu allen Teilnehmern machte er zunächst nicht. Direkte Gespräche zwischen amerikanischen und iranischen Vertretern hatte es zuletzt im Juni in der Schweiz gegeben.

Trumps Aussagen legten nahe, dass US-Chefunterhändler Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner an dem Treffen beteiligt waren. Witkoff sagte in New York, dass er sich nach dem Gespräch sehr gut fühle.

Araghtschi laut Berichten beteiligt

Nach Angaben der „New York Times“, die sich auf zwei iranische Beamte berief, traf Irans Außenminister Abbas Araghtschi mit Witkoff und Kushner zusammen. Pakistan und Katar hätten die Begegnung vermittelt und sich zuvor für eine Rückkehr zur Diplomatie und eine Deeskalation eingesetzt.

Im Mittelpunkt habe ein Weg zu einem Abkommen gestanden. Trump stellte ein weiteres baldiges Treffen in Aussicht, nannte dazu aber keine Einzelheiten.

Streit um Straße von Hormus

Vor der UN-Generalversammlung war spekuliert worden, ob Trump selbst den iranischen Präsidenten Massud Peseschkian treffen könnte. Die US-Regierung hatte sich dazu nicht konkret geäußert.

Die Fronten im Iran-Krieg gelten als verhärtet. Teheran signalisierte zuletzt Bereitschaft zu einer Beendigung des Krieges auf Grundlage eines im Juni geschlossenen Rahmenabkommens, das jedoch keine dauerhafte Lösung brachte. Ein zentraler Streitpunkt ist die Kontrolle über die für den internationalen Ölhandel wichtige Straße von Hormus.

Trump droht Iran mit „Hölle“

In seiner Rede vor den Vereinten Nationen stellte Trump dem Iran zwei Wege gegenüber: ein Abkommen mit der Möglichkeit wirtschaftlicher Erholung oder die Vernichtung der Islamischen Republik. Sollte sich Iran für den Krieg entscheiden, lande das Land in der „Hölle, ohne Überlebenschance und ohne Hoffnung auf zukünftige Größe oder nachfolgende Generationen“, sagte Trump.

Der Krieg dauert nach Angaben aus der Meldung seit fast sieben Monaten an und hat auch Golfstaaten erfasst. Mehrere von ihnen beherbergen US-Militärstützpunkte und waren von iranischen Angriffen und den Folgen des Konflikts betroffen. Zusätzlich verschärft die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen die Lage an der wichtigen Meerenge Bab al-Mandab.

Diplomatischer Kanal trotz harter Rhetorik

Das Treffen fällt in eine Phase, in der Washington und Teheran militärisch und politisch weit auseinanderliegen. Zugleich zeigt die Begegnung, dass neben der öffentlichen Konfrontation ein diskreter Verhandlungskanal offengehalten wird. Die Vermittlung durch Pakistan und Katar verweist auf die Bedeutung regionaler Akteure, die zwischen den Konfliktparteien Nachrichten übermitteln und Kontakte ermöglichen können.

Hormus als zentraler Hebel

Besonders relevant ist die Straße von Hormus, durch die normalerweise etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls und Flüssigerdgases transportiert wird. Eine anhaltende Behinderung der Schifffahrt würde deshalb nicht nur die unmittelbar beteiligten Staaten treffen, sondern könnte Energiepreise, Lieferketten und die Weltwirtschaft belasten. Hinzu kommt der Druck auf alternative Transportwege am Roten Meer durch die Huthi-Miliz.

Hohe Hürden für eine Vereinbarung

Ein Gespräch von drei Stunden schafft noch keinen Durchbruch. Für ein Abkommen müssten vor allem Sicherheitsgarantien, das iranische Atomprogramm, die Angriffe auf die Handelsschifffahrt und die künftige Kontrolle wichtiger Seewege miteinander verknüpft werden. Für die Bevölkerung und Unternehmen bleibt entscheidend, ob aus dem Kontakt konkrete Schritte wie eine Waffenruhe, sichere Schifffahrt oder eine verlässliche Regelung für den Ölhandel entstehen.

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