USA-Iran-Verhandlungen, Donald Trump

USA und Iran: Trump bestätigt dreistündiges Treffen in New York

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 22:27 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Vertreter der USA und des Irans haben sich am Rand der UN-Generaldebatte in New York drei Stunden lang getroffen. Das Gespräch gilt als erster direkter Kontakt seit Juni, konkrete Ergebnisse blieben zunächst offen.

Vertreter der USA und des Irans haben sich am Rande der UN-Generaldebatte in New York getroffen - sagt US-Präsident Donald Trump. - Bild: Michael Kappeler/dpa
Vertreter der USA und des Irans haben sich am Rande der UN-Generaldebatte in New York getroffen - sagt US-Präsident Donald Trump. - Bild: Michael Kappeler/dpa

Vertreter der USA und des Irans haben sich nach Angaben von US-Präsident Donald Trump am Dienstag am Rande der UN-Generaldebatte in New York getroffen.

Gespräch dauerte drei Stunden

Das Gespräch sei „sehr gut“ gelaufen und habe drei Stunden gedauert, sagte Trump vor Reportern. Direkte Gespräche zwischen amerikanischen und iranischen Vertretern hatte es zuletzt im Juni in der Schweiz gegeben.

Nach Trumps Angaben nahmen sein Unterhändler Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner an dem Treffen teil. Witkoff sagte anschließend, er fühle sich sehr gut. Wer auf iranischer Seite dabei war, nannte Trump zunächst nicht. Auch konkrete Ergebnisse wurden nicht bekannt.

Berichte über iranischen Außenminister

Die New York Times berichtete unter Berufung auf zwei iranische Beamte, Irans Außenminister Abbas Araghtschi habe sich mit Witkoff und Kushner getroffen. Pakistan und Katar hätten das Gespräch vermittelt und sich zuvor für eine Rückkehr zur Diplomatie und eine Deeskalation eingesetzt.

Im Mittelpunkt habe ein möglicher Weg zu einem Abkommen gestanden. Auch Axios berichtete unter Berufung auf einen US-Beamten und eine regionale Quelle über diese Teilnehmer. Trump stellte ein weiteres baldiges Treffen in Aussicht, nannte aber keine Einzelheiten.

Treffen der Präsidenten bleibt offen

Vor der UN-Generalversammlung war darüber spekuliert worden, ob Trump den iranischen Präsidenten Massud Peseschkian treffen könnte. Beide sollten in New York auftreten; die US-Regierung hatte sich zu einem möglichen direkten Treffen jedoch nicht konkret geäußert.

Streit um die Straße von Hormus

Die Fronten im Iran-Krieg gelten als verhärtet. Teheran signalisierte zuletzt Bereitschaft zu einem Kriegsende auf Grundlage des im Juni geschlossenen Rahmenabkommens. Eine Lösung kam dadurch nicht zustande; als zentraler Streitpunkt gilt die Kontrolle über die für den internationalen Ölhandel wichtige Straße von Hormus.

Trump droht Iran mit Vernichtung

In seiner Rede vor der UN-Generalversammlung stellte Trump zwei Optionen gegenüber: ein Abkommen, das Iran wirtschaftliche Stärke ermögliche, oder die Vernichtung der Islamischen Republik. Entscheide sich Iran für den Krieg, werde das Land in der „Hölle, ohne Überlebenschance und ohne Hoffnung auf zukünftige Größe oder nachfolgende Generationen“ landen, sagte Trump.

Später erneuerte Trump die Drohung, die USA könnten eine weitere mutmaßliche Atomanlage im Iran angreifen. An dem als „Pickaxe Mountain“ bekannten Standort im Zentrum des Landes sehe man derzeit nicht viele Aktivitäten; sollte sich das ändern, würden die USA sofort handeln.

Krieg dauert seit fast sieben Monaten

Trump sagte zugleich, der Konflikt werde voraussichtlich direkt nach den US-Kongresswahlen Anfang November enden, möglicherweise auch früher. Der in den USA unpopuläre Krieg und seine Folgen belasten Trump und die Republikaner im Wahlkampf.

Der Krieg begann nach Angaben der dpa am 28. Februar mit US-Angriffen, die Washington mit der Verhinderung einer iranischen Atombombe begründete. Eine zeitweise Waffenruhe wurde wiederholt gebrochen; auch Golfstaaten waren wegen dort stationierter US-Truppen und iranischer Angriffe betroffen.

Zusätzlichen Druck erzeugt die Eskalation im Jemen. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz nahm vor gut einer Woche in einer Blitzoffensive die Westküste des Landes ein und erhielt damit Zugriff auf die Meerenge Bab al-Mandab am Eingang zum Roten Meer. Saudi-Arabien sucht nach Unterstützung gegen die Miliz; ein von Trump erwogener US-Einsatz gegen Huthi-Ziele wurde laut einem Bericht der New York Times kurzfristig abgesagt.

Diplomatischer Kontakt trotz harter Rhetorik

Das Treffen fällt in eine Phase, in der Washington und Teheran militärischen Druck und Gesprächsbereitschaft parallel aufrechterhalten. Die US-Regierung verbindet eine mögliche Vereinbarung mit der Forderung, dass Iran keine Atomwaffe besitzen dürfe und den Druck auf die Handelsschifffahrt beende. Iran wiederum steht innenpolitisch und wirtschaftlich unter erheblichem Druck, versucht aber zugleich, seine Position als souveräner Verhandlungspartner zu behaupten.

Straße von Hormus als zentraler Hebel

Besonders weitreichend sind die Folgen für die Straße von Hormus. Vor dem Krieg lief über die strategische Meerenge rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggasexporte. Eine anhaltende Behinderung des Schiffsverkehrs kann deshalb Transportkosten, Energiepreise und Lieferketten weit über die Region hinaus beeinflussen. Für Verbraucher in Deutschland wären steigende Rohölpreise vor allem über Benzin, Heizkosten und die Transportwirtschaft spürbar.

Von Gesprächen zu belastbaren Ergebnissen

Das dreistündige Gespräch schafft zunächst einen direkten Kommunikationskanal, ersetzt aber kein Abkommen. Entscheidend sind nun die Teilnehmer auf iranischer Seite, konkrete Zusagen und ein Verfahren zur Überprüfung. Vermittlungsbemühungen durch regionale Akteure wie Katar und Pakistan können dabei helfen, technische Fragen von den grundsätzlichen Sicherheitskonflikten zu trennen. Die von Trump angekündigte Aussicht auf weitere Gespräche erhöht den diplomatischen Spielraum, während seine erneuten Drohungen zugleich zeigen, wie fragil dieser Kanal bleibt.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Euronews: „USA offen für Treffen mit Iran bei der UNO, widersprüchliche Berichte über Friedensdeal“ (22.09.2026)

Der Bericht bestätige den diplomatischen Druck rund um die Straße von Hormus und hebe zugleich widersprüchliche Signale aus Teheran hervor. Er ordne ein, dass der Seeweg vor dem Krieg rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggasexporte transportiert habe, während eine konkrete Vereinbarung und ihre Bedingungen offenblieben.

Deutschlandfunk: „UNO-Vollversammlung Trump ruft zu wirtschaftlicher Isolation des Iran auf“ (22.09.2026)

Der Bericht bestätige Trumps harte öffentliche Linie und schreibe, er habe bei der UN-Generaldebatte zur wirtschaftlichen Isolation Irans aufgerufen. Anders als die dpa-Meldung konzentriere sich der Beitrag auf Trumps Begründung des Krieges und die Forderung nach anhaltendem internationalen Druck; offen bleibe auch dort, ob daraus ein belastbares Abkommen entstehen könne.

Beide Berichte stellten den fortbestehenden Konflikt zwischen diplomatischer Öffnung und öffentlicher Konfrontation heraus. Während Euronews den regionalen Hebel der Straße von Hormus und widersprüchliche iranische Signale betone, liege der Schwerpunkt des Deutschlandfunks auf Trumps UN-Rede und dem internationalen Sanktionsdruck.

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