USA und Iran: Trump bestätigt dreistündiges Treffen in New York
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 20:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Vertreter der USA und des Irans haben sich nach Angaben von Präsident Donald Trump am Dienstag am Rande der UN-Generaldebatte in New York getroffen.
Dreistündiges Gespräch in New York
Das Gespräch sei „sehr gut“ gelaufen und habe drei Stunden gedauert, sagte Trump vor Reportern. Konkrete Angaben zu allen Teilnehmern machte er nicht. Direkte Gespräche zwischen amerikanischen und iranischen Vertretern hatte es zuletzt im Juni in der Schweiz gegeben.
Trumps Antworten auf Nachfragen legten nahe, dass US-Chefunterhändler Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner an dem Treffen teilgenommen hätten. Witkoff sagte nach dem Gespräch, er fühle sich sehr gut. Wer für Iran anwesend war, blieb offen.
Weiteres Treffen angekündigt
Trump stellte ein baldiges weiteres Treffen in Aussicht, nannte dafür aber keine Einzelheiten. Vor der UN-Generalversammlung war darüber spekuliert worden, ob er selbst den iranischen Präsidenten Massud Peseschkian treffen könnte. Die US-Regierung hatte sich dazu nicht konkret geäußert.
Streit um Straße von Hormus
Die Fronten im Iran-Krieg gelten als verhärtet. Teheran hatte zuletzt Bereitschaft signalisiert, den Krieg auf Grundlage des im Juni geschlossenen Rahmenabkommens zu beenden. Eine Lösung brachte dieses Abkommen jedoch nicht; angesichts anhaltender Spannungen zerfiel es rasch.
Ein zentraler Streitpunkt ist die Kontrolle über die Straße von Hormus, die für den internationalen Ölhandel von großer Bedeutung ist. Der Konflikt dauert inzwischen fast sieben Monate und hat auch die Golfstaaten erfasst. Mehrere von ihnen beherbergen US-Militärstützpunkte und waren selbst von iranischen Angriffen oder den Folgen des Krieges betroffen.
Trump droht Iran mit „Hölle“
In seiner Rede vor den Vereinten Nationen stellte Trump zwei Wege gegenüber: ein Abkommen, das Iran zu größerer wirtschaftlicher Stärke zurückkehren lasse, oder die Vernichtung der Islamischen Republik. Entscheide sich Iran für den Krieg, werde die Republik in der „Hölle, ohne Überlebenschance und ohne Hoffnung auf zukünftige Größe oder nachfolgende Generationen“ landen, sagte er.
Die USA begründen ihre Angriffe seit dem 28. Februar damit, dass Iran niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelangen dürfe. Trump hatte den Krieg ursprünglich auf wenige Wochen begrenzen wollen. Eine zeitweise Waffenruhe wurde wiederholt gebrochen.
Zusätzlicher Druck durch den Jemen
Zusätzlichen Druck erzeugt die Eskalation im Jemen. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz nahm vor gut einer Woche in einer Blitzoffensive die Westküste des Landes ein und erhielt damit Zugriff auf die wichtige Meerenge Bab al-Mandab am Eingang zum Roten Meer.
Saudi-Arabien sucht nach Unterstützern im Kampf gegen die Miliz. Über mögliche US-Hilfe für Riad hatte es zuletzt unterschiedliche Berichte gegeben; Trump soll das Vorhaben kurzfristig wieder abgesagt haben.
Diplomatie unter maximalem Druck
Das Treffen fällt in eine Phase, in der Washington und Teheran zugleich militärische Drohungen und Gesprächsbereitschaft signalisieren. Trump verteidigte den Krieg vor der UN-Generalversammlung und verlangte anhaltenden Druck, während Iran über Vermittler Bedingungen für ein Ende der Kämpfe genannt hatte. Dazu zählen nach einem aktuellen Bericht die Aufhebung der Seeblockade, die Freigabe eingefrorener Gelder und ein Ende der Kämpfe an allen Fronten.
Der zentrale Konflikt reicht damit über die unmittelbaren Gefechte hinaus. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Routen für den internationalen Öltransport; jede Einschränkung dort kann Lieferketten, Energiepreise und die Sicherheit der Handelsschifffahrt beeinflussen. Zugleich erhöht die Einbindung der Golfstaaten und der Huthi-Miliz im Jemen das Risiko, dass sich der Krieg auf weitere Schauplätze ausweitet.
Was das Treffen bedeuten kann
Die dreistündigen Gespräche schaffen zunächst einen direkten diplomatischen Kanal und könnten den Weg für weitere Verhandlungen öffnen. Ein Durchbruch ist daraus noch nicht abzuleiten: Die Positionen bei Sanktionen, Atomprogramm, Seeverkehr und regionalen Bündnissen liegen weit auseinander. Für die internationale Öffentlichkeit wird entscheidend sein, ob aus dem angekündigten weiteren Treffen konkrete Vereinbarungen oder lediglich neue Forderungen entstehen.
Für Menschen in Europa sind vor allem mögliche Folgen für Energie- und Transportkosten relevant. Eine Entspannung in Hormus könnte den Druck auf Märkte verringern; neue Angriffe oder Blockaden würden dagegen Versicherungen, Schifffahrt und Ölversorgung belasten. Die UN-Generaldebatte bietet zwar eine Bühne für Gespräche, ersetzt aber keine belastbare Vereinbarung über Waffenruhe, Kontrolle und Umsetzung.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Deutschlandfunk: „Trump ruft zu wirtschaftlicher Isolation des Iran auf“ (22.09.2026)
Der Bericht bestätige Trumps harte öffentliche Linie und schreibe, der US-Präsident habe bei der UN für wirtschaftliche Isolation Irans geworben. Anders als die dpa-Meldung konzentriere sich der Beitrag auf die Rede und Trumps Erwartung, ein Abkommen könne nach den US-Zwischenwahlen möglich werden; Einzelheiten zum Treffen der Unterhändler nenne er nicht.
Euronews: „USA und Iran drohen einander, Angst vor erneutem Krieg wächst“ (21.09.2026)
Der Artikel habe die angespannte Vorgeschichte vor der UN-Generaldebatte dargestellt und berichtet, Iran knüpfe ein Kriegsende an die Aufhebung der Blockade, die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte und das Ende von Sanktionen gegen Ölexporte. Während die dpa-Meldung das neue Gespräch als diplomatischen Kontakt hervorhebe, setze Euronews den Schwerpunkt auf militärische Drohungen, Hormus und die regionale Ausweitung über den Jemen.
Medienübergreifend werde damit einerseits der neue Gesprächskanal, andererseits die weiterhin große Distanz bei den Bedingungen sichtbar; offen bleibe insbesondere, ob auf das Treffen konkrete Verhandlungen und belastbare Schritte zur Deeskalation folgten.
