Trump wirft Ukraine fehlende Gegenleistung für US-Hilfe vor
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 02:07 Uhr | dpa, AD HOC NEWSPatriot-Lieferungen und Streit zwischen Washington und Kiew
- Donald Trump erhob den Vorwurf bei einem virtuellen Treffen mit US-Senatoren beider Parteien.
- Wolodymyr Selenskyj zufolge genehmigt Pete Hegseth Patriot- und weitere Luftabwehr-Raketen nicht.
- Der mögliche Lieferstopp soll auch von anderen Partnern der Ukraine bezogene Waffen betreffen.
Trump verschärft Vorwürfe gegen die Ukraine
US-Präsident Donald Trump hat der Ukraine fehlende Gegenleistungen für die Unterstützung der USA vorgeworfen. Zugleich beklagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass Washington Waffenlieferungen zurückhalte.
Selenskyj nennt Patriot-Raketen
Trump sagte in Washington: «Wir haben der Ukraine viel gegeben - sie hat uns nichts gegeben. Vergessen Sie das nicht».
Den Vorwurf soll er bei einem virtuellen Treffen mit US-Senatoren beider Parteien geäußert haben. Selenskyj zufolge genehmige Verteidigungsminister Pete Hegseth die Lieferung von Patriot- und weiterer Luftabwehr-Raketen nicht, obwohl Nato-Staaten diese bereits bezahlt hätten.
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Trump weist Selenskyj zurück
Selenskyj sagte demnach: «All das deutet darauf hin, dass eine politische Entscheidung getroffen wurde, die Unterstützung für uns zurückzufahren».
Wie unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet wurde, betrifft der Stopp auch Lieferungen anderer Partner der Ukraine, deren Lieferung von einer Zustimmung aus Washington abhängt.
Konflikt über Friedensbemühungen
Trump verschärfte zugleich seine Tonart Richtung Kiew. Selenskyj hatte zuvor angedeutet, Trump stehe mit seinem kremlfreundlichen Kurs auf der falschen Seite der Geschichte.
Trump sagte dazu: «Selenskyj weiß nicht, wovon er spricht.» Der ukrainische Präsident sei bei den Friedensbemühungen «keine echte Hilfe», sagte Trump.
Die Äußerungen markieren eine weitere Verschärfung im Verhältnis zwischen Washington und Kiew. Trump stellt die US-Unterstützung als einseitige Leistung dar und verbindet sie mit der Erwartung politischer Gegenleistungen. Selenskyj weist dagegen auf bereits bezahlte Lieferungen europäischer Nato-Staaten hin und warnt vor einer politischen Entscheidung, die Unterstützung zurückzufahren.
Für die ukrainische Verteidigung wären Verzögerungen bei Patriot-Raketen besonders relevant. Das System schützt vor russischen Raketenangriffen; zugleich sind geeignete Abfangflugkörper knapp. Eine Einschränkung der Lieferungen könnte damit nicht nur die militärische Planung, sondern auch den Schutz ukrainischer Städte und Energieanlagen belasten.
Politischer Druck und offene Folgen
Der Vorgang fällt in eine Phase, in der die US-Regierung stärker auf Verhandlungen mit Russland setzt. Für Kiew erhöht das den Druck, während die Ukraine zugleich darauf angewiesen bleibt, dass Partner zugesagte Unterstützung tatsächlich bereitstellen. Dass Washington offenbar auch Lieferungen anderer Staaten beeinflussen kann, macht den Streit über Zuständigkeiten und politische Bedingungen zusätzlich bedeutsam.
Die unmittelbare Folge hängt davon ab, ob es sich um eine vorübergehende Verzögerung oder um eine grundsätzliche Kursänderung handelt. Für europäische Staaten stellt sich damit erneut die Frage, wie weit sie militärische Hilfe eigenständig organisieren können, wenn zentrale Freigaben oder Komponenten von den USA abhängen.
