Donald Trump, UN-Generaldebatte

Trump in New York: Iran-Krieg und Grönland-Abkommen im Fokus

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 14:48 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

US-Präsident Donald Trump will bei der UN-Generaldebatte in New York den Iran-Krieg, den Ukraine-Konflikt und das geplante Grönland-Abkommen in den Mittelpunkt stellen. Geplant sind zudem Treffen mit Vertretern der Golfstaaten, Wolodymyr Selenskyj, Andy Burnham und Delcy Rodríguez.

  • Der Iran hat mit seiner weitestgehenden Blockade der Schifffahrt in der Straße von Hormus ein Druckmittel gegenüber Washington erlangt. (Archivbild) - Bild: Vahid Salemi/AP/dpa
    Der Iran hat mit seiner weitestgehenden Blockade der Schifffahrt in der Straße von Hormus ein Druckmittel gegenüber Washington erlangt. (Archivbild) - Bild: Vahid Salemi/AP/dpa
  • Rund 120 Staats- und Regierungschefs werden in New York erwartet. (Symbolbild) - Bild: Michael Kappeler/dpa
    Rund 120 Staats- und Regierungschefs werden in New York erwartet. (Symbolbild) - Bild: Michael Kappeler/dpa
  • Mit seinen Drohungen, Grönland zu annektieren, brüskierte Trump etliche Verbündete. (Archivbild) - Bild: Julia Wäschenbach/dpa
    Mit seinen Drohungen, Grönland zu annektieren, brüskierte Trump etliche Verbündete. (Archivbild) - Bild: Julia Wäschenbach/dpa
  • Trump soll seine Rede am ersten Tag der UN-Generaldebatte halten. (Archivbild) - Bild: Angelina Katsanis/AP/dpa
    Trump soll seine Rede am ersten Tag der UN-Generaldebatte halten. (Archivbild) - Bild: Angelina Katsanis/AP/dpa
Der Iran hat mit seiner weitestgehenden Blockade der Schifffahrt in der Straße von Hormus ein Druckmittel gegenüber Washington erlangt. (Archivbild) - Bild: Vahid Salemi/AP/dpa Rund 120 Staats- und Regierungschefs werden in New York erwartet. (Symbolbild) - Bild: Michael Kappeler/dpa Mit seinen Drohungen, Grönland zu annektieren, brüskierte Trump etliche Verbündete. (Archivbild) - Bild: Julia Wäschenbach/dpa Trump soll seine Rede am ersten Tag der UN-Generaldebatte halten. (Archivbild) - Bild: Angelina Katsanis/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump nutzt die UN-Generaldebatte in New York an diesem Dienstag für Gespräche über den Iran-Krieg, den russischen Krieg gegen die Ukraine und das geplante Abkommen im Grönland-Streit.

Iran-Krieg überschattet Trumps Auftritt

Bei seiner Rede zum Auftakt der Generaldebatte dürfte der Krieg mit dem Iran im Mittelpunkt stehen. Trump hatte den Konflikt gemeinsam mit Israel vor fast sieben Monaten begonnen und ihn ursprünglich auf wenige Wochen begrenzen wollen. Eine dauerhafte Beilegung ist bislang nicht in Sicht.

Irans Präsident Massud Peseschkian ist ebenfalls nach New York gereist. Über ein mögliches Gespräch mit Trump war zunächst nichts bekannt. Streitpunkt ist vor allem die Kontrolle über die Straße von Hormus, in der der Iran den Schiffsverkehr seit Kriegsbeginn mit Drohungen und Angriffen weitgehend zum Erliegen gebracht hat.

Sorge um Energieversorgung

Die Meerenge ist für den internationalen Ölhandel von großer Bedeutung. Wegen der Einschränkungen stiegen weltweit die Öl- und Treibstoffpreise. Die iranische Führung stellte zugleich einen neuen diplomatischen Anlauf in Aussicht, verband dies aber mit der Forderung nach politischen Zugeständnissen ohne schnelle Konzessionen.

Abkommen zu Grönland soll unterzeichnet werden

Nach seiner Rede will Trump nach Darstellung der dpa eine Einigung im Grönland-Streit präsentieren. Die USA, Dänemark und Grönland hatten vor wenigen Tagen einen Durchbruch verkündet. Für diesen Dienstag ist die Unterzeichnung des Abkommens vorgesehen.

Trump zufolge sollen sich die USA mit der Vereinbarung weitreichende Befugnisse und Kontrolle über die weltgrößte Insel sichern. Dänemark und Grönland bestätigten seine Darstellung zu den Vorteilen für die USA bislang nicht. Sie erklärten lediglich, es handle sich um einen Deal, der auch gut für die NATO und Europa sei.

Treffen mit Selenskyj und weiteren Regierungschefs

Am Rand der Generaldebatte ist ein Treffen Trumps mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj geplant. Dabei soll es unter anderem um eine mögliche Teilwaffenruhe für Angriffe auf Energieanlagen und zur See gehen. Trumps Vermittlungsbemühungen im Ukraine-Krieg haben bislang keinen entscheidenden Fortschritt gebracht.

Außerdem soll Trump erstmals bilateral mit dem britischen Premierminister Andy Burnham und Venezuelas geschäftsführender Präsidentin Delcy Rodríguez sprechen. Rodríguez arbeitet seit der Festnahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro im Januar durch das US-Militär mit Trumps Regierung zusammen.

Deutschland ohne Kanzler in New York

Bei der Generaldebatte sprechen neben Trump unter anderem die Präsidenten der Türkei, Brasiliens und Frankreichs. Rund 120 Staats- und Regierungschefs werden erwartet.

Deutschland wird durch Außenminister Johann Wadephul, Umweltminister Carsten Schneider und Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan vertreten. Bundeskanzler Friedrich Merz sagte seine Reise nach New York in der vergangenen Woche kurzfristig ab.

Mehrere Krisen bündeln sich

Die UN-Generaldebatte fällt in eine Phase, in der regionale Konflikte unmittelbar ineinandergreifen. Der Krieg zwischen den USA, Israel und Iran belastet nicht nur die Sicherheitslage im Nahen Osten, sondern auch die internationale Energieversorgung. Die Straße von Hormus ist eine zentrale Route für Öl- und Flüssiggastransporte; ein stark eingeschränkter Schiffsverkehr kann deshalb Lieferketten, Preise und Inflationsdruck weit über die Region hinaus beeinflussen.

Diplomatie unter hohem Druck

Für Trump ist der Auftritt in New York damit zugleich außenpolitische Bühne und Belastungsprobe. Ein Treffen mit Vertretern der Golfstaaten könnte vor allem dazu dienen, Sicherheitsinteressen und wirtschaftliche Folgen des Krieges abzustimmen. Ein schneller Durchbruch im Iran-Konflikt wäre angesichts der anhaltenden militärischen Konfrontation und der verhärteten Positionen jedoch mit erheblichen politischen Zugeständnissen verbunden.

Grönland als Bündnisfrage

Das geplante Abkommen zu Grönland reicht über den bilateralen Streit hinaus. Die Insel liegt strategisch zwischen Nordamerika und Europa und ist für Überwachung, Verteidigung und arktische Handelswege bedeutsam. Zugleich berührt jede Vereinbarung die Souveränität des dänischen Königreichs, grönländische Selbstbestimmungsrechte und das Vertrauen innerhalb der NATO. Entscheidend wird daher sein, welche Befugnisse tatsächlich vereinbart werden und wie die Vereinbarung parlamentarisch umgesetzt wird.

Folgen für Deutschland und Europa

Deutschland ist in New York auf Ministerebene vertreten. Für Europa stehen vor allem freie Schifffahrt, Energiepreise, die Unterstützung der Ukraine und die Geschlossenheit des transatlantischen Bündnisses im Mittelpunkt. Die Gespräche am Rande der Generaldebatte können deshalb wichtige Signale setzen, ersetzen aber keine belastbaren Vereinbarungen zur Konfliktbeendigung.

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