Donald Trump, Iran-Sanktionen

Iran-Sanktionen: Trump dementiert mögliche Lockerungen im Atomstreit

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 01:10 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

US-Präsident Donald Trump weist einen Bericht über mögliche Sanktionserleichterungen für Iran zurück. Zugleich sollen Vermittler in den kommenden Tagen über einen Weg aus dem Konflikt und das iranische Atomprogramm beraten.

US-Präsident Trump hat Sanktionserleichterungen für den Iran dementiert. - Bild: Alex Brandon/AP/dpa
US-Präsident Trump hat Sanktionserleichterungen für den Iran dementiert. - Bild: Alex Brandon/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump hat einen Bericht über mögliche Lockerungen der Sanktionen gegen Iran im Gegenzug für Zugeständnisse beim Atomprogramm zurückgewiesen.

Trump weist Bericht zurück

„Das ist unwahr. Ich habe ihnen NICHTS angeboten!“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social mit Bezug auf einen Bericht des Nachrichtenportals Axios. Er forderte das Medium auf, die „Falschmeldung“ zurückzuziehen.

Axios hatte zuvor unter Berufung auf nicht namentlich genannte US-Beamte berichtet, Trump sei bereit, Sanktionen gegen Iran zu lockern und eingefrorene iranische Gelder freizugeben. Voraussetzung sollten demnach konkrete Schritte Teherans im Zusammenhang mit dem Atomprogramm sein.

Vermittler sollen Gespräche vorbereiten

Nach dem Bericht sollen Vermittler aus Katar und Pakistan in dieser Woche zusammenkommen, um ein mögliches Abkommen zwischen den USA und Iran zu erörtern. Die katarischen Vermittler würden spätestens am Dienstag Gespräche mit US-Vertretern führen.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi hoffte nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu noch am Dienstag auf eine „finale Antwort“ der US-Regierung zu dem Entwurf.

Streit um Straße von Hormus

Trump hatte wenige Tage zuvor einen iranischen Vorschlag zur Wiederöffnung der für den Öltransport wichtigen Straße von Hormus abgelehnt. Araghtschi zufolge hatte Teheran Washington über Doha einen „Sieben-Tage-Plan“ übermittelt.

Zu den iranischen Forderungen gehörte nach Angaben des Außenministers, dass die USA zunächst bestimmte Bedingungen erfüllen. Dazu zählte laut Wall Street Journal auch die Aufhebung der US-Seeblockade gegen iranische Häfen.

Meerenge für Energieversorgung zentral

Vor dem Ende Februar begonnenen Krieg zwischen den USA, Israel und Iran verlief die Schifffahrt durch die Meerenge weitgehend ungestört. Rund ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs wurde dort transportiert; auch Flüssiggas und Dünger werden über diese Route befördert.

Nach Kriegsbeginn brachte Iran den Schiffsverkehr mit Drohungen und Angriffen nahezu zum Erliegen. Öl- und Gaspreise stiegen daraufhin deutlich. Die USA reagierten mit einer eigenen Blockade iranischer Seehäfen, um den wirtschaftlichen Druck auf Teheran zu erhöhen.

Diplomatie bleibt an Bedingungen geknüpft

Der Streit über mögliche Sanktionserleichterungen steht im Zentrum eines größeren diplomatischen Ringens zwischen Washington und Teheran. Iran verbindet eine Öffnung der Straße von Hormus nach eigenen Angaben mit einem Ende der Kampfhandlungen, der Freigabe eingefrorener Vermögenswerte und einer Lockerung des wirtschaftlichen Drucks. Die USA setzen dagegen auf Bedingungen, die über die Meerenge hinaus das iranische Atomprogramm und die regionale Sicherheitslage betreffen.

Die angekündigten Kontakte über Katar und Pakistan wären deshalb zunächst ein Vermittlungsprozess, kein fertiger Durchbruch. Entscheidend ist, ob beide Seiten einen schrittweisen Mechanismus akzeptieren: Iran müsste überprüfbare Zusagen zu seinem Atomprogramm machen, während Washington im Gegenzug über Sanktionen, blockierte Gelder oder maritime Maßnahmen entscheiden könnte. Trumps Dementi zeigt zugleich, dass bereits Berichte über mögliche Zugeständnisse innenpolitisch und außenpolitisch heikel sind.

Hormus als globaler wirtschaftlicher Hebel

Die Straße von Hormus ist für die Weltwirtschaft besonders wichtig, weil dort ein erheblicher Anteil des internationalen Öl- und Flüssiggasverkehrs abgewickelt wird. Eine anhaltende Einschränkung verteuert Energie, belastet Lieferketten und erhöht den Inflationsdruck. Für Menschen in Deutschland können sich solche Entwicklungen zeitversetzt bei Benzin, Diesel, Heizkosten und transportintensiven Produkten bemerkbar machen.

Die Lage bleibt damit eng mit den Erfolgsaussichten der Vermittlung verknüpft. Jede glaubhafte Annäherung könnte die Energiemärkte entlasten; ein Scheitern oder eine weitere Verschärfung würde dagegen den Druck auf Preise und internationale Schifffahrt erhöhen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

BR24: „Nahost-Ticker: Insider - Neue Gespräche mit USA und Iran möglich“ (28.09.2026)

Der Bericht hebe hervor, Vermittler wollten bereits am Montag oder Dienstag getrennte Gespräche mit Vertretern der USA und Irans führen. Als Grundlage nenne er den iranischen Vorschlag zur Beendigung des Krieges und zur Wiederöffnung der Straße von Hormus; zugleich bleibe offen, ob Teheran tatsächlich neue Gespräche plane.

Merkur: „Trump lehnt Irans Vorschlag ab – jetzt zieht der Ölpreis wieder an“ (28.09.2026)

Das Medium bestätige die Ablehnung des iranischen Vorschlags und setze einen anderen Schwerpunkt auf die wirtschaftlichen Folgen. Es berichte, Brent sei zum Wochenstart wieder über 105 Dollar je Barrel gestiegen, während die Bedeutung der Straße von Hormus für Öl- und Flüssiggastransporte die Empfindlichkeit der Märkte erkläre.

Beide Berichte gingen damit von fortbestehenden Kontakten über Vermittler aus, setzten aber unterschiedliche Akzente: BR24 konzentriere sich auf den diplomatischen Ablauf und die offene iranische Gesprächsbereitschaft, während Merkur die Reaktion der Energiemärkte und mögliche Folgen für Verbraucher hervorhebe.

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