Trump startet Wahlkampftour für US-Midterms
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 04:32 Uhr | dpa, AD HOC NEWSUS-Präsident Donald Trump hat gut einen Monat vor den wichtigen Kongresswahlen eine Wahlkampfoffensive für die Republikaner gestartet.
Tour durch mehrere Bundesstaaten
Bei einem Auftritt vor Mitarbeitern eines Lastwagenherstellers im texanischen Denton pries Trump seine Politik, räumte aber zugleich ein, die Regierung verkaufe ihre Leistungen möglicherweise nicht gut genug. Er verwies damit auf die seit längerem schlechten Umfragewerte.
Trump kündigte an, in den verbleibenden Wochen vor den Midterms durchs Land zu reisen. Nach Denton trat er noch am selben Abend im nahe gelegenen Durant im Bundesstaat Oklahoma auf. Für Freitag ist ein Besuch in Alabama geplant, am Samstag soll Ohio folgen.
Mehrheiten im Kongress stehen auf dem Spiel
Am 3. November werden rund ein Drittel der Senatssitze und sämtliche Sitze im Repräsentantenhaus neu gewählt. Die Republikaner verfügen derzeit über knappe Mehrheiten in beiden Kammern.
Trump erklärte, er sei „mit ganzem Herzen dabei - mehr denn je“ und glaube an einen Wahlsieg. Zugleich sagte er, die Demokraten würden bei einem Verlust der republikanischen Mehrheit ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn einleiten. Für die Eröffnung eines solchen Verfahrens reicht im Repräsentantenhaus eine einfache Mehrheit.
Trump macht Wahl über sich selbst
Zur Mobilisierung seiner Anhänger wiederholte der Präsident den Satz: „Tut bitte so, als würde ich kandidieren.“ Ohne seinen Namen auf dem Stimmzettel würden weniger Menschen wählen gehen, begründete er seine Strategie.
Außerdem bekräftigte Trump sein Versprechen, jedem erwachsenen US-Bürger 5.000 Dollar zu zahlen, falls die Republikaner ihre Mehrheiten in beiden Kongresskammern halten. Die Kosten würden sich auf mehr als eine Billion US-Dollar belaufen; politisch und finanziell gilt der Vorschlag als nicht realistisch.
Enges Rennen in Texas
In Texas warb Trump besonders für den Republikaner Ken Paxton, der in den Senat einziehen will. Paxton tritt gegen den Demokraten James Talarico an. Ein Sieg Talaricos wäre der erste demokratische Senatssitz für Texas seit mehr als drei Jahrzehnten.
Trump nannte außerdem Michigan als Bundesstaat, in dem sich die Republikaner Sorgen machen müssten. Auch dort und in weiteren Staaten sind die Senatsrennen knapp.
Midterms als Machtprobe
Bei den Zwischenwahlen am 3. November stehen alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus, 35 der 100 Senatssitze und 36 Gouverneursposten zur Abstimmung. Trumps Republikaner verfügen derzeit über knappe Mehrheiten in beiden Kongresskammern. Verliert die Partei eine Kammer, könnte der Präsident seine Gesetzesvorhaben nicht mehr ohne Unterstützung der Demokraten voranbringen.
Die Wahlkampftour zielt deshalb nicht nur auf einzelne Kandidaten, sondern auf die Mobilisierung der republikanischen Basis. Trump macht die Abstimmung ausdrücklich zu einem Votum über seine Präsidentschaft. Das erhöht seine persönliche Bedeutung für die Partei, verbindet deren Kandidaten aber zugleich mit seiner derzeitigen politischen Bilanz und den innenpolitischen Belastungen durch steigende Energiepreise.
Enge Rennen und hohe Ausgaben
Besonders umkämpft sind unter anderem Rennen in Michigan, Ohio und Texas. In Texas tritt Ken Paxton für die Republikaner gegen den Demokraten James Talarico an; ein demokratischer Sieg würde die politische Bedeutung des Bundesstaats verändern. Der Wahlkampf wird zugleich von hohen Ausgaben geprägt: Für Fernseh- und Radiowerbung in Texas und Ohio sind nach einer aktuellen Analyse deutlich größere republikanische Summen gebucht als auf demokratischer Seite.
Für die amerikanische Politik hätte ein Machtverlust der Republikaner weitreichende Folgen. Das Repräsentantenhaus könnte Gesetzesvorhaben blockieren und Untersuchungen gegen die Regierung einleiten; im Senat wären Mehrheiten für zentrale Personalentscheidungen und Gesetzgebung unsicherer. Trumps Auftritte sollen daher in kurzer Zeit Aufmerksamkeit bündeln, Kandidaten stärken und die Wahlbeteiligung seiner Anhänger erhöhen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
FOCUS online: „Panischer Trump zieht alle Register, um die Midterms zu beeinflussen“ (01.10.2026)
Der Bericht ordne Trumps Wahlkampfeinsatz als Reaktion auf schwache Zustimmungswerte und drohende Machtverluste der Republikaner ein. Er bestätige damit den persönlichen Charakter der Midterms-Botschaft, setze den Schwerpunkt jedoch stärker auf mögliche Eingriffe in Wahlorganisation und Wahlkampfregeln als die dpa-Meldung.
FOCUS online: „Panik steigt in Trump-Partei - auch wegen des Präsidenten“ (30.09.2026)
Der Artikel hebe hervor, dass republikanische Kandidaten in mehreren umkämpften Bundesstaaten unter dem Druck von Preisen und Trumps politischer Agenda stünden. Zugleich beschreibe er die hohen Wahlkampfausgaben der Partei, insbesondere in Texas und Ohio, während die dpa-Meldung den Auftakt von Trumps persönlicher Tour und die Kandidatenmobilisierung in den Mittelpunkt stelle.
Beide Berichte bestätigten die angespannte Ausgangslage der Republikaner und die zentrale Rolle Trumps; offen bleibe, ob seine Auftritte die Basis tatsächlich stärker mobilisierten oder seine niedrigen Zustimmungswerte die Kandidaten zusätzlich belasteten.
