Trump macht Selenskyj für weltweite Dieselknappheit verantwortlich und fordert Ende von Angriffen auf russische Raffinerien
Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 17:41 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
US-Präsident Donald Trump hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj aufgefordert, Angriffe auf russische Raffinerien zu beenden und ihm eine Mitverantwortung für die weltweite Knappheit von Dieselkraftstoff zugeschrieben.
Trump macht Ukraine für Dieselknappheit verantwortlich
Trump erklärte in seinem Luxusresort im irischen Doonbeg vor Journalisten, Selenskyj müsse aufhören, die Dieselversorgung in Russland lahmzulegen. Nach seiner Darstellung seien die ukrainischen Angriffe auf Raffinerien der entscheidende Grund für die Knappheit und die hohen Preise. Die USA hätten mit Selenskyj bereits darüber gesprochen, sagte Trump. Es gebe seiner Ansicht nach genügend andere Ziele, die Ukraine dürfe jedoch keine Dieselanlagen angreifen, weil dies der ganzen Welt schade.
Angriffe auf russische Ölindustrie zeigen Wirkung
Zu Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor mehr als viereinhalb Jahren waren die Energiepreise infolge des Konflikts weltweit deutlich gestiegen. In den vergangenen Monaten hat die Ukraine ihre Angriffe auf Einrichtungen der Ölindustrie in Russland intensiviert. Die Folgen sind laut aktuellen Angaben in Russland klar erkennbar: Die Ölverarbeitung liegt auf dem niedrigsten Niveau seit mehr als zwei Jahrzehnten, zahlreiche Tankstellen bleiben ohne Treibstoff, andere geben Benzin und Diesel nur noch begrenzt ab. Autofahrer müssen vielerorts lange Warteschlangen in Kauf nehmen, um ihre Fahrzeuge überhaupt betanken zu können.
Iran-Krieg verschärft die Lage am Ölmarkt
Die aktuelle Energiekrise geht jedoch über den Ukraine-Konflikt hinaus. Besonders der Krieg zwischen den USA und dem Iran wirkt sich auf den globalen Ölmarkt aus. Der Konflikt beeinträchtigt den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, eine zentrale Route für die weltweiten Öltransporte. Vor Ausbruch des Krieges wurde dort etwa ein Fünftel des globalen Ölhandels abgewickelt. Die Unsicherheit im Seeverkehr lässt die Rohölpreise steigen und verteuert damit auch Diesel und Benzin an den Zapfsäulen.
Hohe Spritpreise als politisches Risiko für Trump
Für Trump sind die hohen Spritpreise vor den bevorstehenden Zwischenwahlen in den USA ein politischer Risikofaktor. Im Wahlkampf hatte er zugesagt, die Energiekosten deutlich zu senken. Tatsächlich müssen Verbraucher in den Vereinigten Staaten derzeit so viel für Benzin und Diesel ausgeben wie seit Jahren nicht mehr. Besonders betroffen sind ländliche Regionen, in denen viele Menschen auf dieselbetriebene Fahrzeuge angewiesen sind und lange Strecken zurücklegen müssen. Am Freitag durchbrach der landesweite Durchschnittspreis für Diesel nach Angaben des Automobilverbands AAA erstmals die Rekordmarke von 6 US-Dollar pro Gallone mit 3,785 Litern.
Geopolitische Konflikte und Energiemärkte
Die Aussagen von US-Präsident Donald Trump an Wolodymyr Selenskyj spiegeln, wie eng Energiepreise und internationale Politik miteinander verflochten sind. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat früh die globalen Märkte verunsichert, weil ein großer Rohstoffexporteur mitten in Europa Krieg führt. Angriffe der Ukraine auf Raffinerien in Russland treffen einen sensiblen Teil der Energieinfrastruktur und verstärken die ohnehin vorhandene Unsicherheit, die sich in vielen Ländern in höheren Diesel- und Benzinpreisen bemerkbar macht.
Für die Dynamik der aktuellen Energiekrise spielt zugleich der Krieg zwischen den USA und dem Iran eine zentrale Rolle. Die Straße von Hormus ist einer der wichtigsten Engpässe des globalen Ölhandels; Einschränkungen des Schiffsverkehrs wirken wie ein Ventil, das plötzlich enger gestellt wird. Wenn dort ein Fünftel der weltweiten Öltransporte durchläuft, schlagen Störungen direkt auf den Rohölpreis durch. In einer Situation, in der mehrere Konflikte gleichzeitig die Versorgung beeinträchtigen, reagieren Märkte mit Preisaufschlägen, um Risiken und Knappheiten abzubilden.
Innenpolitische Dimension für Trump
Die gestiegenen Spritpreise sind für Trump nicht nur ein wirtschaftliches, sondern vor allem ein innenpolitisches Problem. Er hatte niedrigere Energiepreise versprochen, nun zahlen US-Verbraucher Rekordbeträge für Diesel. Das trifft ländliche Regionen besonders stark, in denen lange Fahrwege und dieselbetriebene Fahrzeuge zum Alltag gehören. Gerade dort stützt sich Trumps Wählerschaft, sodass Preissteigerungen direkt seine politische Unterstützung gefährden könnten.
Bedeutung für Verbraucher und Europa
Für Verbraucher in Europa bedeutet die Mischung aus Ukraine-Krieg, Iran-Konflikt und Verwerfungen an den Energiemärkten eine anhaltende Phase hoher oder schwankender Preise. Länder, die stark vom Import fossiler Energie abhängen, stehen unter Druck, sich breiter aufzustellen, etwa durch erneuerbare Energien und Effizienzprogramme. Zugleich zeigt die Debatte, wie schnell Energiekosten zu einem Wahlkampfthema werden können – nicht nur in den USA, sondern überall dort, wo steigende Preise die Haushalte belasten.
