Donald Trump, Pressefreiheit

US-Präsident Donald Trump sperrt CNN, MS NOW und Politico aus dem Weißen Haus aus

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 17:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
US-Präsident Donald Trump hat den Zugang des Fernsehsenders CNN, des Senders MS NOW und des Nachrichtenportals Politico zum Weißen Haus untersagt. Die Entscheidung kurz vor wichtigen Parlamentswahlen sorgt für heftige Kritik und wirft Grundsatzfragen zur Pressefreiheit auf.
  • Trump verbietet CNN den Zugang zum Weißen Haus – es ist nicht das erste Verbot dieser Art. (Archivbild) - Bild: Ben Curtis/AP/dpa
  • Trump wirft den betroffenen Medien Falschnachrichten vor. (Archivbild) - Bild: Evan Vucci/AP/dpa
  • Trump geht immer wieder gegen ihm missliebige Medien vor. (Archivbild) - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
  • Von dem Verbot ist unter anderem der renommierte US-Sender CNN betroffen. (Archivbild) - Bild: Anna Ringle/dpa
  • CNN ist von dem Verbot betroffen. - Bild: Alex Brandon/AP/dpa
Trump verbietet CNN den Zugang zum Weißen Haus – es ist nicht das erste Verbot dieser Art. (Archivbild) - Bild: Ben Curtis/AP/dpa Trump wirft den betroffenen Medien Falschnachrichten vor. (Archivbild) - Bild: Evan Vucci/AP/dpa Trump geht immer wieder gegen ihm missliebige Medien vor. (Archivbild) - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa Von dem Verbot ist unter anderem der renommierte US-Sender CNN betroffen. (Archivbild) - Bild: Anna Ringle/dpa CNN ist von dem Verbot betroffen. - Bild: Alex Brandon/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump hat dem US-Fernsehsender CNN, dem Sender MS NOW und dem Nachrichtenportal Politico den Zugang zum Weißen Haus untersagt.

Trump kündigt Ausschluss auf Truth Social an

Trump teilte auf seiner Plattform Truth Social mit, dass Reporterinnen und Reporter der drei Medien künftig von Pressekonferenzen und Terminen im Oval Office ausgeschlossen sind. Zur Begründung warf er ihnen vor, Falschnachrichten über ihn, seine Regierung und die Vereinigten Staaten zu verbreiten. Das Verbot gilt bereits praktisch: Am Samstag wurde Journalistinnen und Journalisten der betroffenen Häuser der Zugang zum Gelände des Weißen Hauses verwehrt.

Unklarer Umfang des Verbots

Offen blieb zunächst, wie weitreichend Trumps Anordnung ist, wie lange sie gelten soll und ob die betroffenen Medien auch von Regierungsflügen mit der Air Force One ausgeschlossen werden. Ein konkreter Anlass für die Entscheidung wurde nicht genannt. CNN betont sein verfassungsmäßiges Recht auf Pressefreiheit und fordert, dass es zu keiner Einmischung der Regierung in redaktionelle Arbeit kommt. Politico kündigt an, weiterhin fair über das Weiße Haus zu berichten und seine Rechte gegen Einschränkungsversuche zu verteidigen.

WHCA warnt vor Einschränkung der Öffentlichkeit

Die White House Correspondents' Association, der Zusammenschluss der beim Weißen Haus akkreditierten Journalistinnen und Journalisten, reagiert empört. Präsidentin Jacqui Heinrich unterstreicht, es gehe nicht nur um Rechte der Medien, sondern um das Recht der amerikanischen Bevölkerung auf eine umfassende und unabhängige Darstellung der Politik und Entscheidungen im höchsten Amt des Landes.

Vorbelastete Beziehung zu kritischen Medien

Der Konflikt mit klassischen Nachrichtenmedien begleitet Trumps zweite Amtszeit seit ihrem Beginn im Januar 2025. Bereits damals wurde der Zugang der Nachrichtenagentur Associated Press zum Weißen Haus erschwert. Immer wieder attackiert Trump Reporter persönlich, wenn ihm Fragen nicht gefallen, während wohlwollende Berichterstattung ausdrücklich gelobt wird. Parallel dazu setzte das Weiße Haus verstärkt auf rechte Influencer, denen der Zugang erleichtert wurde; bei Pressekonferenzen durfte jeweils ein handverlesenes Medium die erste Frage stellen, die häufig eher einer vorbereiteten Botschaft glich.

Innenpolitische Lage und internationale Kritik

Knapp sieben Wochen vor den entscheidenden Parlamentswahlen sind Trumps Beliebtheitswerte schlecht. Der zäh verlaufende Krieg im Iran, den er ursprünglich auf wenige Wochen begrenzen wollte, sorgt für zusätzliche Kritik. Die Republikaner kämpfen darum, ihre Mehrheiten in Repräsentantenhaus und Senat zu verteidigen. Vor diesem Hintergrund erhalten Angriffe auf kritische Medien besondere Aufmerksamkeit, weil sie den Eindruck verstärken, der Präsident wolle die öffentliche Debatte kontrollieren.

Reaktionen aus dem Kongress und juristische Drohungen

Aus der demokratischen Opposition kommt scharfe Kritik. Der Minderheitsführer im US-Senat, Chuck Schumer, zieht einen Vergleich zu Diktatoren in der Geschichte und betont, die USA seien eine Demokratie, in der der Präsident weder Nachrichten manipulieren noch die Wahrheit verbergen könne. Trump selbst kündigt an, weitere Medien könnten folgen, nennt jedoch keine Namen. Parallel setzt er weiterhin auf ein weiteres Druckmittel: Klagen gegen Medienhäuser. Davon betroffen waren bereits die New York Times, der britische Sender BBC sowie die US-Sender CBS und ABC, was Kritiker als gezielte Einschüchterungsversuche und Angriff auf die Pressefreiheit bewerten.

Verstoß gegen demokratische Standards

Das Verbot für CNN, MS NOW und Politico, das Weiße Haus zu betreten, markiert einen weiteren Bruch mit etablierten demokratischen Praktiken in den USA. Der Zugang akkreditierter Medien zum Präsidenten und seinen Auftritten gilt traditionell als Kern der verfassungsrechtlich geschützten Pressefreiheit. Wenn ein Präsident kritische Berichterstattung zum Anlass nimmt, einzelne Redaktionen auszusperren, stellt dies einen Machtmissbrauch dar, der die Informationsfreiheit der Bevölkerung unmittelbar beeinträchtigt.

Signalwirkung im Wahlkampf und im Konflikt mit dem Iran

Der Schritt erfolgt wenige Wochen vor wichtigen Parlamentswahlen, in einer Phase, in der öffentliche Kontrolle und unabhängige Berichterstattung besonders bedeutsam sind. Die schlechte Stimmung gegenüber Trump und die Kritik am schleppend verlaufenden Krieg im Iran verstärken die politische Brisanz der Entscheidung. Wenn zentrale, reichweitenstarke Medien keinen direkten Zugang mehr zu Pressekonferenzen und Auftritten des Präsidenten haben, kann dies die Transparenz über Kriegsverlauf, Regierungsentscheidungen und Wahlkampfstrategien erheblich einschränken.

Struktureller Angriff auf die Medienlandschaft

Die Maßnahme fügt sich ein in eine Serie von Konflikten Trumps mit klassischen Nachrichtenmedien: erschwerter Zugang für Agenturen, Beleidigungen gegenüber kritischen Reportern, bevorzugte Behandlung politisch nahestehender Influencer sowie eine Klagewelle gegen einzelne Häuser. Gemeinsam weisen diese Elemente auf eine Strategie hin, unbequeme Berichterstattung zu delegitimieren und die Öffentlichkeit auf ein Umfeld stromlinienförmiger, präsidentenfreundlicher Informationsquellen zu lenken. Für Leserinnen und Leser bedeutet dies, dass die Vielfalt der Perspektiven auf die US-Regierungspolitik weiter unter Druck gerät und die Rolle internationaler Medien als Gegengewicht zur offiziellen Kommunikation an Bedeutung gewinnt.

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