US-Midterms 2026, JD Vance

US-Midterms: Vance macht Iran-Krieg für Niederlage verantwortlich

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 18:31 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
JD Vance macht den Iran-Krieg für das Debakel der Republikaner bei den US-Kongresswahlen verantwortlich. Die Demokraten übernehmen die Kontrolle über beide Kammern und können Trumps Regierung künftig stärker blockieren und kontrollieren.

Neue Mehrheiten verändern Trumps Spielraum

  • JD Vance schrieb auf X, der Krieg sei der Grund für die Niederlage der Republikaner.
  • Bei den Midterms stieg die demokratische Senatsfraktion laut Hochrechnungen auf 54 Sitze.
  • Hakeem Jeffries ist auf Kurs, erster schwarzer Sprecher des Repräsentantenhauses zu werden.
  • Mit deutlichen Worten hat US-Vizepräsident Vance sich vom Iran-Krieg distanziert. (Archivbild) - Bild: Alex Brandon/AP/dpa
  • JD Vance gilt als möglicher Anwärter für die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner für 2028. (Archivbild) - Bild: Samuel Corum/Pool Getty Images North America/AP/dpa
  • Der Demokrat Abdul El-Sayed zieht als erster Muslim in den Senat ein. - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
  • US-Präsident Trump wird es schwerer haben, zu regieren. (Archivbild) - Bild: Jacquelyn Martin/AP/dpa
Mit deutlichen Worten hat US-Vizepräsident Vance sich vom Iran-Krieg distanziert. (Archivbild) - Bild: Alex Brandon/AP/dpa JD Vance gilt als möglicher Anwärter für die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner für 2028. (Archivbild) - Bild: Samuel Corum/Pool Getty Images North America/AP/dpa Der Demokrat Abdul El-Sayed zieht als erster Muslim in den Senat ein. - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa US-Präsident Trump wird es schwerer haben, zu regieren. (Archivbild) - Bild: Jacquelyn Martin/AP/dpa

Vance macht Iran-Krieg für US-Wahldebakel verantwortlich

US-Vizepräsident JD Vance hat den von Präsident Donald Trump begonnenen Iran-Krieg als Grund für die Niederlage der Republikaner bei den Kongresswahlen bezeichnet. Auf der Plattform X schrieb er, Präsident Trump habe dies selbst am Wahlabend gesagt und jede Diskussion über den weiteren Kurs müsse dort ansetzen.

Vance zeigt Verständnis für enttäuschte Wähler

Vance erklärte, viele Wähler, die bei der Präsidentschaftswahl vor zwei Jahren für ihn und Trump gestimmt hätten, seien verärgert gewesen. Als zentrale Wünsche nannte er das Ende des Iran-Kriegs, einen stärkeren Fokus auf Lebenshaltungskosten und Inflation, eine Politik nach dem Motto „Amerika zuerst“ sowie einen Wechsel in den Beziehungen zu Israel.

Demokraten übernehmen Kontrolle über den Kongress

Die US-Amerikaner rechneten bei den Midterms mit Trumps Politik ab und übertrugen den Demokraten die Kontrolle über den Kongress. Die Auswirkungen des seit Ende Februar andauernden Konflikts belasten die Bevölkerung insbesondere über stark gestiegene Energiepreise.

Im Senat lagen die Demokraten laut Hochrechnungen bei 54 Sitzen, nachdem die Republikaner mit 53 Sitzen gestartet waren. Im Repräsentantenhaus zeichnete sich ebenfalls ein klarer demokratischer Vorsprung ab.

Trump bietet Zusammenarbeit an

Trump kündigte am Wahlabend an, mit den Demokraten zusammenarbeiten zu wollen. Zugleich verwies er auf sein Vetorecht und erklärte, er wolle nicht während der gesamten verbleibenden Amtszeit nur gegen Vorhaben der Demokraten sein Veto einlegen.

Die Demokraten können Trumps Politik nicht ohne Weiteres umkehren, aber Gesetzesvorhaben empfindlich stören. Im Senat müssen sie außerdem wichtige Regierungsposten und Richter bestätigen.

Neue Untersuchungen gegen die Regierung möglich

Die demokratische Mehrheit kann Untersuchungen gegen den Präsidenten und seine Regierung einleiten. Im Mittelpunkt stehen unter anderem geschäftliche Aktivitäten der Trump-Familie, tödliche Razzien gegen Migranten und umstrittene Bauprojekte in Washington.

Ein Amtsenthebungsverfahren ist rechtlich möglich, gilt aber derzeit nicht als geplant. Trump kann weiterhin per Dekret regieren; um ein Veto zu überstimmen, wären in beiden Kongresskammern jeweils Zweidrittelmehrheiten erforderlich.

Blick auf die Präsidentschaftswahl 2028

Mehrere Siege der Demokraten hatten besondere symbolische Bedeutung: In Kansas gewann Adam Hamilton den ersten demokratischen Senatssitz seit 1932, in Texas wurde James Talarico der erste demokratische Senator seit fast 40 Jahren. In Michigan zog Abdul El-Sayed als erster Muslim in den Senat ein.

Da Trump bei der Präsidentschaftswahl 2028 nicht erneut antreten darf, richtet sich der Blick bereits auf mögliche Nachfolger. Vance gilt als möglicher Bewerber für die republikanische Kandidatur.

Die Zwischenwahlen markieren einen tiefen Einschnitt in Trumps zweite Amtszeit. Mit der Kontrolle über beide Kongresskammern erhalten die Demokraten weitreichende Möglichkeiten, Gesetzesvorhaben zu blockieren, Untersuchungen einzuleiten und die Besetzung wichtiger Regierungsämter sowie Richterposten zu beeinflussen.

Der Iran-Krieg verbindet dabei außenpolitische Entscheidungen unmittelbar mit dem Alltag der US-Bevölkerung. Steigende Energiepreise erhöhen den Druck auf Haushalte und verstärken die Bedeutung von Inflation und Lebenshaltungskosten im Wahlkampf. Dass Vance den Konflikt nun ausdrücklich als Ursache der Niederlage benennt, weist zugleich auf einen innerrepublikanischen Erklärungsbedarf hin.

Folgen für Trump und die Republikaner

Trump bleibt trotz der neuen Mehrheitsverhältnisse handlungsfähig. Er kann weiterhin sein Vetorecht einsetzen und per Dekret regieren, stößt bei Gesetzgebung und Personalentscheidungen aber auf deutlich mehr Widerstand. Für die Demokraten eröffnet die Mehrheit zudem die Möglichkeit, die Regierung und geschäftliche Aktivitäten aus dem Umfeld des Präsidenten intensiver zu untersuchen.

Politisch richtet sich der Blick bereits auf die Nachfolgefrage für 2028, weil Trump dann nicht erneut antreten darf. Vance gilt als möglicher Bewerber, seine ungewöhnlich offene Kritik am Krieg kann deshalb sowohl als Reaktion auf die Wahlniederlage als auch als Positionierung innerhalb der republikanischen Partei verstanden werden.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Stern: „US-Vizepräsident Vance: Iran-Krieg Grund für Niederlage der Republikaner bei Kongresswahlen“ (04.11.2026)

Der Beitrag bestätigt Vances zentrale Begründung für die Niederlage der Republikaner. Er setzt den Schwerpunkt auf die unmittelbare politische Bewertung des Vizepräsidenten und weniger auf die institutionellen Folgen der neuen Mehrheiten.

ZDFheute: „US-Midterms: Kann Trump den Iran-Krieg einfach weiterführen?“ (04.11.2026)

Der Beitrag ordnet den Wahlausgang vor allem mit Blick auf Trumps außenpolitischen Handlungsspielraum ein. Er hebt hervor, dass die Niederlage kurzfristig wenig an der Möglichkeit ändern dürfte, Angriffe gegen Iran fortzusetzen, während der Kongress bei Gesetzgebung und Kontrolle größeren Einfluss gewinnt.

Gemeinsam ist den Beiträgen die Verbindung zwischen Wahlniederlage, Iran-Krieg und politischen Folgen. Unterschiede bestehen beim Schwerpunkt: Während Stern Vances Schuldzuweisung herausstellt, betrachtet ZDFheute vor allem die verbleibenden Handlungsmöglichkeiten des Präsidenten.

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