US-Midterms 2026, Latino-Wähler

US-Midterms: Latino-Wähler entscheiden über Trumps Kongressmehrheit

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 16:49 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Kongresswahlen am Dienstag könnten zeigen, ob Latinos nach ihrer Unterstützung für Donald Trump 2024 wieder stärker zu den Demokraten tendieren. Auch schwarze Wähler, Frauen und junge Menschen zählen zu den entscheidenden Gruppen.

Wahlbezirke und Gruppen im Fokus

  • Randy Villegas tritt im kalifornischen 22. Kongresswahlbezirk gegen den Republikaner David Valadao an.
  • Bei der Volkszählung 2020 identifizierten sich rund 60 Millionen Menschen in den USA als Latinos.
  • Rund 36 Millionen Latinos sind bei den Midterms 2026 stimmberechtigt.
  • Der Immigranten-Sohn Randy Villegas hat gute Chancen auf einen Wahlsieg für die Demokraten. - Bild: Jae C. Hong/AP/dpa
  • Demokraten und Republikaner ringen um die Stimmen der Latino-Wählerschaft. - Bild: Michael Gonzalez/AP/dpa
  • Welche Wählergruppen können bei den Midterms den Ausschlag geben? - Bild: Seth Wenig/AP/dpa
Der Immigranten-Sohn Randy Villegas hat gute Chancen auf einen Wahlsieg für die Demokraten.  - Bild: Jae C. Hong/AP/dpa Demokraten und Republikaner ringen um die Stimmen der Latino-Wählerschaft.  - Bild: Michael Gonzalez/AP/dpa Welche Wählergruppen können bei den Midterms den Ausschlag geben?  - Bild: Seth Wenig/AP/dpa

Latino-Wähler rücken vor US-Midterms in den Mittelpunkt

Der demokratische Politiker Randy Villegas tritt am Dienstag im kalifornischen 22. Kongresswahlbezirk gegen den republikanischen Amtsinhaber David Valadao an. Der Sohn mexikanischer Einwanderer setzt im traditionell konservativen Central Valley auf die Stimmen der Latinos und hat Umfragen zufolge gute Chancen auf einen Sieg.

Lebenshaltungskosten sorgen für Frust

Viele hispanische Wähler hatten 2024 auf Donald Trumps Versprechen gesetzt, die Lebenshaltungskosten zu senken. Nun sorgen hohe Preise für Benzin, Lebensmittel und Gesundheitsversorgung für Unzufriedenheit, während Umfragen einen deutlichen Vorsprung der Demokraten unter Latino-Wählern anzeigen.

Villegas wirbt mit niedrigeren Lebenshaltungskosten, einer allgemeinen staatlichen Krankenversicherung und Hilfen für Arbeiterfamilien. Zugleich kritisiert er Razzien der Einwanderungsbehörde ICE sowie Trumps Migrations- und Abschiebepolitik.

Republikanerin kritisiert Abschiebepolitik

Auch die republikanische Abgeordnete María Elvira Salazar aus Florida wandte sich gegen Teile der Abschiebepolitik. Sie erklärte, einige Maßnahmen zur Durchsetzung des Einwanderungsrechts seien zu weit gegangen, und verwies auf festgehaltene Menschen ohne Vorstrafen.

Latinos bilden mit rund 60 Millionen Menschen die größte ethnische Minderheit in den USA. Ihr Anteil an der Bevölkerung liegt bei etwa 19 Prozent; rund 36 Millionen Latinos sind bei den diesjährigen Midterms stimmberechtigt.

Weitere Gruppen können den Ausschlag geben

Schwarze Wähler stimmen traditionell mehrheitlich demokratisch, unterstützten Trump 2024 aber stärker als 2020. Ob dieser Trend bei den Midterms anhält, ist offen.

Frauen wählen häufiger als Männer und tendieren seit Jahrzehnten eher zu den Demokraten, bilden aber keinen einheitlichen Block. Junge Menschen gehen seltener zur Wahl; zuletzt nahm die Unterstützung für die Demokraten unter jungen Männern ohne College-Abschluss wieder zu.

Die Midterms am 3. November 2026 sind die erste landesweite Bewährungsprobe für Donald Trump seit seiner Wiederwahl. Bei diesen Wahlen werden alle Sitze im Repräsentantenhaus und ein Teil des Senats neu vergeben. Der Präsident braucht Mehrheiten im Kongress, um Gesetzesvorhaben, Haushaltsentscheidungen und Personalentscheidungen politisch abzusichern.

Die Latino-Wählerschaft ist dabei nicht nur wegen ihrer Größe relevant. Sie lebt besonders konzentriert in Bundesstaaten wie Florida und Texas sowie in mehreren umkämpften Wahlbezirken. Zugleich bildet sie keinen geschlossenen Block: Herkunft, Alter, Einkommen, Religionszugehörigkeit und die Frage, ob jemand in den USA geboren wurde, beeinflussen die politische Entscheidung. Wirtschaftliche Themen können deshalb stärker wirken als eine dauerhafte Bindung an eine Partei.

Wirtschaft und Migration prägen die Entscheidung

Aktuelle Berichte rücken vor allem die Bewertung von Trumps Wirtschaftspolitik und die Stimmung in Texas in den Mittelpunkt. Eine im Oktober veröffentlichte Pew-Erhebung kommt demnach zu dem Ergebnis, dass 74 Prozent der Latino-Wähler Trumps Wirtschaftspolitik als schädlich bewerten.[3] Das passt zum dpa beschriebenen Frust über hohe Preise bei Benzin, Lebensmitteln und Gesundheitsversorgung.

Für die Demokraten reicht ein Umschwung bei Latinos allein jedoch nicht aus. Entscheidend ist, ob sie zusätzlich schwarze Wähler, Frauen, junge Menschen und Wähler ohne College-Abschluss mobilisieren können. Gerade bei Midterms fällt die Beteiligung häufig niedriger aus als bei Präsidentschaftswahlen; dadurch können organisierte und motivierte Teilgruppen überproportionalen Einfluss gewinnen.

Folgen für die zweite Hälfte der Amtszeit

Ein Machtverlust im Repräsentantenhaus würde Trumps Spielraum bei Gesetzgebung und Haushaltsfragen begrenzen. Eine republikanische Mehrheit könnte dagegen seine politische Agenda stützen, während knappe Mehrheiten den innerparteilichen Druck erhöhen würden. Die Wahlbezirke im Central Valley und in Florida stehen damit beispielhaft für einen größeren Wettbewerb um Wähler, die sich nicht dauerhaft einer Partei zuordnen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Euronews: „US-Zwischenwahlen: Wechselwille könnte Republikaner abstrafen“ (30.10.2026)

Der Beitrag habe einen möglichen Wechselwillen vor den Kongresswahlen beschrieben und damit den im dpa-Artikel geschilderten Gegenwind für die Republikaner eingeordnet. Sein Schwerpunkt liege auf der allgemeinen Stimmungslage, während die dpa-Meldung die Bedeutung einzelner Wählergruppen und besonders der Latinos erläutere.

ZDFheute: „Trump und Latinos: Warum Texas bei den Midterms wichtig ist“ (31.10.2026)

Der Beitrag habe Texas und die Latino-Wählerschaft als wichtigen Faktor herausgestellt. Dabei habe er unter Verweis auf eine Pew-Erhebung berichtet, dass 74 Prozent der Latino-Wähler Trumps Wirtschaftspolitik als schädlich bewerteten; offen bleibe, ob diese Einschätzung in eine entsprechend hohe Wahlbeteiligung und konkrete Stimmen für die Demokraten münde.

Beide Beiträge rückten eine mögliche Schwächung der republikanischen Position vor den Midterms in den Mittelpunkt. Unterschiede zeigten sich beim Fokus: Euronews betone die allgemeine Wechselstimmung, ZDFheute die Verbindung von Wirtschaftspolitik, Texas und Latino-Wählern.

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