US-Midterms, Donald Trump

US-Midterms: Hohe Preise setzen Trump vor dem 3. November unter Druck

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 05:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Steigende Kosten für Energie und Lebensmittel prägen die Stimmung vor den US-Kongresswahlen. Viele Wähler machen den Präsidenten für die Belastungen verantwortlich, während zugleich das Vertrauen in die politischen Institutionen sinkt.

Trumps Wahlkampfdruck durch steigende Kosten

  • Die Kongresswahlen finden am 3. November in den USA statt.
  • Der Dieselpreis lag am Montag bei 6,3187 Dollar je Gallone.
  • 65 Prozent sehen die Ursachen der hohen Preise eher in Trumps Politik.
  • Wie geht es den USA unter Präsident Trump? (Archivbild) - Bild: Alex Brandon/AP/dpa
  • Trump lobt bei seinen Wahlkampfauftritten im Land oft seine eigene Politik - doch viele Menschen machen ihn für hohe Lebenshaltungskosten verantwortlich. (Archivbild) - Bild: Lindsey Wasson/AP/dpa
  • Die US-Amerikaner ächzen unter den hohen Spritpreisen. (Archivbild) - Bild: Jenny Kane/AP/dpa
  • Trump wollte die Rindfleischpreise senken - und verprellte damit einige seiner Kernwähler. (Archivbild) - Bild: LM Otero/AP/dpa
Wie geht es den USA unter Präsident Trump? (Archivbild) - Bild: Alex Brandon/AP/dpa Trump lobt bei seinen Wahlkampfauftritten im Land oft seine eigene Politik - doch viele Menschen machen ihn für hohe Lebenshaltungskosten verantwortlich. (Archivbild) - Bild: Lindsey Wasson/AP/dpa Die US-Amerikaner ächzen unter den hohen Spritpreisen. (Archivbild) - Bild: Jenny Kane/AP/dpa Trump wollte die Rindfleischpreise senken - und verprellte damit einige seiner Kernwähler. (Archivbild) - Bild: LM Otero/AP/dpa

US-Wähler machen Trump für hohe Kosten verantwortlich

Vor den US-Kongresswahlen am 3. November belastet die wirtschaftliche Lage die Stimmung in den Vereinigten Staaten. Viele Bürgerinnen und Bürger machen Präsident Donald Trump für hohe Preise und gebrochene politische Erwartungen verantwortlich.

Finanzielle Sorgen reichen bis in den Alltag

Mehr als die Hälfte der Befragten einer Pew-Umfrage verfügt demnach nicht über ausreichende Rücklagen, um drei Monate ohne Einkommen auszukommen. Gut jeder Vierte kann seine monatlichen Rechnungen nicht vollständig bezahlen.

Besonders stark stehen die Preise für Energie, Benzin und Lebensmittel im Mittelpunkt. Rund drei Viertel der Erwachsenen bezeichneten die Energie- und Benzinpreise sowie die Kosten für Lebensmittel und Konsumgüter als sehr besorgniserregend.

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Hohe Spritpreise erhöhen den politischen Druck

Der landesweite Durchschnittspreis für Diesel überschritt im September erstmals sechs Dollar je Gallone. Am Montag kostete Diesel durchschnittlich 6,3187 Dollar, während der Benzinpreis bei 4,2953 Dollar lag.

Vor einem Jahr hatten die Durchschnittspreise noch 3,6308 Dollar für Diesel und 3,0362 Dollar für Benzin betragen. Die Verbraucherpreise stiegen im September im Jahresvergleich um 3,7 Prozent.

Trump gerät zwischen Wählergruppen

Trump wollte die Rindfleischpreise durch zusätzliche Importe senken. Damit verärgerte er Viehzüchter, die um ihre Erlöse fürchten, und belastete zugleich die Unterstützung in einer wichtigen republikanischen Wählergruppe.

Auch seine Handelspolitik wirkt sich auf die Preise aus. Die Tax Foundation schätzt die zusätzliche Belastung durch Zölle für US-Haushalte im laufenden Jahr auf durchschnittlich 820 Dollar; das Tax Policy Center kommt auf 920 Dollar.

Unzufriedenheit mit Politik und Institutionen

Etwa zwei Drittel der Wähler blicken pessimistisch auf die Politik. Rund acht von zehn wünschen sich erhebliche Veränderungen oder einen grundlegenden Umbruch bei der Regierungsführung.

Nur ein Drittel äußerte Anfang bis Mitte September großes Vertrauen in die Bundesregierung. Beim Kongress lag der Wert noch niedriger.

Weitere Themen entscheiden mit

Neben der wirtschaftlichen Lage beschäftigen die Wähler Gesundheitsversorgung, Bildung, Einwanderung, den Iran-Krieg und Gewaltkriminalität. Welche Themen den Ausschlag geben, unterscheidet sich entlang der Parteigrenzen, während die Wirtschaft für beide Lager zentral bleibt.

Die Midterm-Wahlen am 3. November sind die erste landesweite Abstimmung seit Trumps Rückkehr ins Präsidentenamt und gelten deshalb als wichtiger Stimmungstest für seine Regierung. Gewählt werden das gesamte Repräsentantenhaus und ein Teil des Senats. Eine Niederlage der Republikaner würde Trumps Spielraum bei Gesetzgebung, Haushalt und Kontrolle der politischen Agenda deutlich begrenzen.

Der wirtschaftliche Druck trifft dabei einen zentralen Schwachpunkt der republikanischen Politik. Trump war mit dem Versprechen angetreten, die Preise zu senken und die wirtschaftliche Lage zu verbessern. Hohe Energie- und Lebensmittelpreise werden von vielen Wählern jedoch unmittelbar im Alltag wahrgenommen. Besonders problematisch ist, dass Zölle zwar als Instrument zum Schutz heimischer Produzenten dienen sollen, zugleich aber Importe verteuern und damit die Verbraucher belasten können.

Wirtschaft als gemeinsames Wahlthema

Die politische Unzufriedenheit reicht über die Inflation hinaus. Das geringe Vertrauen in Regierung und Kongress erschwert Kompromisse und verstärkt die Polarisierung. Für die Wahlentscheidung bleiben außerdem Gesundheitsversorgung, Einwanderung, Bildung, Kriminalität und der Iran-Krieg wichtig. Die wirtschaftliche Lage verbindet diese Themen jedoch über Parteigrenzen hinweg und könnte die Wahlbeteiligung sowie die Ergebnisse in umkämpften Wahlkreisen prägen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Frankfurter Rundschau: „Trump stürzt auf Rekordtief – erstmals seit 2014 trauen Wähler den Demokraten mehr bei der Wirtschaft“ (19.10.2026)

Der Beitrag stellt Trumps sinkende Zustimmung und den wirtschaftlichen Vorteil der Demokraten heraus. Er bestätigt damit den politischen Druck vor den Midterms, setzt den Schwerpunkt aber stärker auf Umfragewerte als auf die einzelnen Belastungen bei Energie und Lebensmitteln.

Deutschlandfunk: „Ausgesetzte Russland-Sanktionen werden 60 Tage lang geprüft“ (18.10.2026)

Der Bericht ordnet die Midterms im Zusammenhang mit den gestiegenen Lebenshaltungskosten und den hohen Spritpreisen infolge des Iran-Kriegs ein. Anders als die dpa-Meldung konzentriert er sich auf die außenpolitische Dimension und die daraus entstehenden Folgen für Trumps Republikaner.

Gemeinsam ist den Beiträgen der Befund, dass wirtschaftliche Belastungen Trumps Partei vor der Abstimmung unter Druck setzen. Unterschiede zeigen sich beim Schwerpunkt: Umfragen, Proteste und außenpolitische Folgen beleuchten jeweils andere Seiten des Wahlkampfs.

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