US-Midterms 2026, Donald Trump

US-Midterms: Demokraten greifen nach Mehrheit im Repräsentantenhaus

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 14:14 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Millionen US-Amerikaner bestimmen die Mehrheiten im Kongress. Ein Machtverlust der Republikaner könnte Trumps Regierung in den letzten zwei Jahren deutlich stärker unter parlamentarische Kontrolle stellen.

Wahlkreisrennen und Kongresskontrolle

  • In New York öffneten die ersten Wahllokale bereits um 6.00 Uhr, später folgten unter anderem Ohio und Michigan.
  • Für das Repräsentantenhaus werden alle 435 Sitze vergeben, im Senat stehen 35 von 100 Sitzen zur Wahl.
  • Bis kurz vor Öffnung der Wahllokale wurden knapp 58,7 Millionen vorgezogene Stimmabgaben gezählt.
  • Die US-Bürgerinnen und -Bürger wählen ihr Parlament. - Bild: Julio Cortez/AP/dpa
  • Die endgültigen Ergebnisse könnten erst in Tagen feststehen. - Bild: Yuki Iwamura/AP/dpa
  • Menschen stehen bei der Wahl Schlange. - Bild: Matt Rourke/AP/dpa
Die US-Bürgerinnen und -Bürger wählen ihr Parlament.  - Bild: Julio Cortez/AP/dpa Die endgültigen Ergebnisse könnten erst in Tagen feststehen.  - Bild: Yuki Iwamura/AP/dpa Menschen stehen bei der Wahl Schlange. - Bild: Matt Rourke/AP/dpa

US-Midterms stellen Trumps Politik auf den Prüfstand

Millionen Menschen in den USA sind bei den Zwischenwahlen aufgerufen, über die Zusammensetzung von Repräsentantenhaus und Senat zu entscheiden. Das Ergebnis wird die verbleibenden zwei Jahre der Regierung von Präsident Donald Trump prägen.

Demokraten hoffen auf Mehrheit im Repräsentantenhaus

In einigen Ostküstenstaaten wie New York öffneten die Wahllokale bereits um 6.00 Uhr, wenig später folgten unter anderem Ohio und Michigan. Umfragen zufolge könnten die Demokraten das Repräsentantenhaus gewinnen, während die Mehrheitsverhältnisse im Senat offen blieben.

Ein Verlust beider Kammern wäre eine schwere Niederlage für Trump. Erste Ergebnisse wurden nach mitteleuropäischer Zeit in der Nacht zum Mittwoch erwartet; wann die Mehrheiten endgültig feststehen, blieb offen.

Viele Stimmen waren schon abgegeben

Nach Angaben des Election Lab der University of Florida hatten bis kurz vor der Öffnung der ersten Wahllokale knapp 58,7 Millionen Menschen vorzeitig gewählt. Die vorgezogene Stimmabgabe kann die Auszählung und die Bewertung einzelner Rennen beeinflussen, weil die Bundesstaaten unterschiedliche Regeln anwenden.

Iran-Krieg belastet den Wahlkampf

Neben der Migrationsdebatte gehörten die Folgen des Iran-Kriegs zu den zentralen Themen. Der militärische Konflikt mit iranischen Einheiten und die Unterbrechungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus sorgten für Unruhe an den Märkten.

Höhere Ölpreise verteuerten Energie und Lebensmittel. Am Dienstag kostete ein Barrel Brent mit Lieferung im Januar rund 106 US-Dollar und damit etwa 1,5 Prozent mehr als am Vortag.

Was die Mehrheiten verändern könnten

Eine demokratische Mehrheit in einer oder beiden Kammern könnte die Kontrolle über Trumps Regierung ausweiten. Die Mehrheitspartei bestimmt die Ausschussvorsitzenden und kann Untersuchungen einleiten sowie Regierungsbeamte unter Eid vorladen.

Das Repräsentantenhaus kann außerdem ein Amtsenthebungsverfahren beginnen. Über eine tatsächliche Amtsenthebung entscheidet der Senat; dafür wäre eine Zweidrittelmehrheit nötig.

Trump selbst steht nicht zur Wahl

Trump hatte seine Anhänger aufgefordert, so zu wählen, als stünde er selbst zur Wahl. Er verwies zugleich darauf, dass die Partei des amtierenden Präsidenten bei Zwischenwahlen häufig Mandate verliere.

Trump selbst kandidiert bei diesen Wahlen nicht. Offen blieb, wie er auf eine Niederlage reagieren würde. Er sagte, er werde das Ergebnis anerkennen, sofern die Wahlen ehrlich durchgeführt würden, erkennt seine Niederlage gegen Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl 2020 aber weiterhin nicht an.

Die Zwischenwahlen entscheiden nicht über die Präsidentschaft, können aber die politischen Handlungsmöglichkeiten des Präsidenten für die verbleibenden zwei Jahre seiner Amtszeit erheblich verändern. Alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Senatssitze stehen zur Wahl. Schon wenige Mandate können deshalb bestimmen, welche Partei Ausschüsse führt, Untersuchungen ansetzt und Regierungsvertreter vorlädt.

Besonders stark wirkt der Urnengang als Stimmungstest, weil wirtschaftliche Belastungen und die Außenpolitik unmittelbar in den Alltag hineinreichen. Steigende Preise für Energie und Lebensmittel erhöhen den Druck auf die Regierungspartei. Der Iran-Krieg verschärft diesen Zusammenhang: Unterbrochene Handelswege und höhere Ölpreise verbinden außenpolitische Entscheidungen mit den Kosten an Tankstellen und im Supermarkt.

Mehrheiten bestimmen Trumps Spielraum

Eine demokratische Mehrheit in einer Kammer würde die Kontrolle über die Regierung deutlich ausweiten. Das Repräsentantenhaus könnte ein Amtsenthebungsverfahren einleiten; für eine tatsächliche Amtsenthebung wäre im Senat jedoch eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Politisch realistischer wären Haushaltskonflikte, Ausschussuntersuchungen und Vorladungen.

Auch ein Sieg in beiden Kammern hätte Grenzen. Ein Präsident kann Gesetze mit einem Veto stoppen, das nur mit Zweidrittelmehrheiten überstimmt werden kann. Zugleich könnten die Demokraten bei einer Niederlage der Republikaner die Finanzierung einzelner Vorhaben erschweren und die politische Bilanz der Regierung öffentlich stärker prüfen.

Unklare Folgen für den Iran-Krieg

Die Wahl entscheidet nicht automatisch über ein Ende des militärischen Konflikts. Der Kongress besitzt jedoch Haushalts- und Kontrollinstrumente, mit denen er den politischen und finanziellen Spielraum der Regierung begrenzen kann. Bei einer knappen Mehrheit blieben viele Schritte von parteiübergreifenden Bündnissen und innerparteilichen Konflikten abhängig.

Für die kommenden Tage ist außerdem entscheidend, wie schnell die Mehrheiten feststehen. Bei engen Rennen können Nachzählungen und unterschiedliche Auszählungsgeschwindigkeiten dazu führen, dass die Kontrolle über eine Kammer nicht in derselben Nacht geklärt wird.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Frankfurter Rundschau: „Neun Faktoren, die bei den Zwischenwahlen über Trumps Erfolg oder Scheitern entscheiden könnten“ (03.11.2026)

Der Beitrag ordne die Wahl als Entscheidung darüber ein, ob Trump seine politische Macht für die letzten zwei Amtsjahre bewahren könne. Einen Schwerpunkt lege er auf steigende Preise, den Iran-Krieg, Migration und unabhängige Kandidaten.

stern: „Midterms 2026: Wie die Demokraten Trump nach einem Sieg stoppen wollen“ (02.11.2026)

Der Artikel beschreibe vor allem die möglichen Instrumente einer demokratischen Kongressmehrheit: Haushaltskontrolle, Ausschussuntersuchungen, Vorladungen und ein mögliches Impeachment-Verfahren. Anders als die Analyse der Frankfurter Rundschau richte er den Blick stärker auf konkrete parlamentarische Konsequenzen und die Grenzen durch Trumps Vetorecht.

Beide Beiträge sähen die Wahl als Machtprobe für Trumps zweite Amtszeit. Unterschiede gebe es beim Schwerpunkt: Im Vordergrund stünden entweder die wahlentscheidenden Themen und Wählergruppen oder die politischen Handlungsmöglichkeiten nach einer möglichen Machtverschiebung.

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