US-Zwischenwahlen, Donald Trump

US-Midterms: 435 Sitze entscheiden über Trumps Kongressmehrheit

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 18:34 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Millionen Menschen stimmen über die Zusammensetzung von Repräsentantenhaus und Senat ab. Ein Machtverlust der Republikaner würde Trumps verbleibende Amtszeit deutlich erschweren.

Mandate und Mehrheiten im US-Kongress

  • Bei der Wahl werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus neu bestimmt.
  • Im Senat stehen 35 der insgesamt 100 Sitze zur Abstimmung.
  • Erste Ergebnisse werden nach mitteleuropäischer Zeit in der Nacht zum Mittwoch erwartet.
  • Die Kongresswahl in den USA gilt als Referendum über die Politik von US-Präsident Donald Trump. - Bild: Charlie Riedel/AP/dpa
  • In den USA laufen die Parlamentswahlen. - Bild: Eric Gay/AP/dpa
  • Die US-Bürgerinnen und -Bürger wählen ihr Parlament. - Bild: Julio Cortez/AP/dpa
  • Die endgültigen Ergebnisse könnten erst in Tagen feststehen. - Bild: Yuki Iwamura/AP/dpa
  • Menschen stehen bei der Wahl Schlange. - Bild: Matt Rourke/AP/dpa
Die Kongresswahl in den USA gilt als Referendum über die Politik von US-Präsident Donald Trump. - Bild: Charlie Riedel/AP/dpa In den USA laufen die Parlamentswahlen. - Bild: Eric Gay/AP/dpa Die US-Bürgerinnen und -Bürger wählen ihr Parlament.  - Bild: Julio Cortez/AP/dpa Die endgültigen Ergebnisse könnten erst in Tagen feststehen.  - Bild: Yuki Iwamura/AP/dpa Menschen stehen bei der Wahl Schlange. - Bild: Matt Rourke/AP/dpa

US-Midterms entscheiden über Trumps politischen Spielraum

In den Vereinigten Staaten laufen die Zwischenwahlen zum Kongress, bei denen Millionen Menschen über die künftige Zusammensetzung von Repräsentantenhaus und Senat abstimmen. Das Ergebnis wird die verbleibenden zwei Jahre der Amtszeit von Präsident Donald Trump prägen.

Demokraten hoffen auf Zugewinne

Im besonders umkämpften Bundesstaat Michigan zeichnete sich zuletzt eine Tendenz zugunsten des Demokraten Abdul El-Sayed ab. Nach Wahlanalysen galten damit noch sechs Senatsstaaten als offen, die bislang von Republikanern vertreten werden und an die Demokraten fallen könnten.

In New York öffneten die Wahllokale bereits um 6.00 Uhr, wenig später folgten unter anderem Ohio und Michigan. Vor der Wahl hatten Umfragen den Demokraten bessere Chancen eingeräumt, die Mehrheit im Repräsentantenhaus zu gewinnen.

Ergebnisse werden erst in der Nacht erwartet

Mit ersten Ergebnissen wurde nach mitteleuropäischer Zeit erst in der Nacht zum Mittwoch gerechnet. Bis kurz vor Öffnung der Wahllokale waren nach Angaben des Election Lab der University of Florida knapp 58,7 Millionen vorgezogene Stimmen abgegeben worden.

Auch die drei US-Besatzungsmitglieder der Internationalen Raumstation ISS beteiligten sich per elektronischem Wahlschreiben an der Abstimmung. Wann die Mehrheitsverhältnisse endgültig feststehen, blieb zunächst offen.

Iran-Krieg belastet die Wahl

Neben der Migrationsdebatte prägten die Folgen des Kriegs mit dem Iran den Wahlkampf. Nach dem US-Angriff mit Israel kam der Rohstoffhandel in der Straße von Hormus zum Erliegen; der Schiffsverkehr lag auch Monate später deutlich unter dem Vorkriegsniveau.

Unterbrochene Lieferketten und wiederholte Angriffe sorgten für Unruhe an den Märkten und ließen die Ölpreise steigen. Die höheren Kosten für Lebensmittel und Benzin belasteten die US-Bevölkerung.

In der Nacht vor der Wahl griff das US-Militär den Iran erneut an. Trump bestätigte den Angriff auf eine fertiggestellte Luftabwehrstellung und bezeichnete ihn als kleinen Angriff, nicht als Krieg.

Neue Mehrheiten könnten Trump kontrollieren

Bei den Midterms werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Sitze im Senat neu vergeben. Eine Mehrheit der Demokraten in einer oder beiden Kammern könnte Trumps Regierung durch Ausschussuntersuchungen und Vorladungen stärker kontrollieren.

Das Repräsentantenhaus kann außerdem ein Amtsenthebungsverfahren einleiten. Für eine tatsächliche Amtsenthebung durch den Senat wäre jedoch eine Zweidrittelmehrheit erforderlich.

Trump steht selbst nicht zur Wahl

Die Regierungspartei verliert bei Zwischenwahlen historisch häufig Sitze im Kongress. Trump selbst kandidiert nicht, hatte seinen Anhängern aber wiederholt vermittelt, sie sollten so abstimmen, als stehe er persönlich zur Wahl.

Unklar blieb, wie Trump auf eine Niederlage reagieren würde. Er sagte, er werde das Ergebnis anerkennen, sofern die Wahl ehrlich ablaufe, erkennt seine Niederlage gegen Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl 2020 jedoch weiterhin nicht an.

Die US-Zwischenwahlen gelten als zentraler Stimmungstest für Donald Trump, weil sie die politischen Kräfteverhältnisse im Kongress für die zweite Hälfte seiner Amtszeit bestimmen. Gewinnt die Opposition Sitze hinzu, könnte sie Gesetzesvorhaben erschweren und die Kontrolle der Regierung durch Ausschüsse und parlamentarische Untersuchungen ausweiten.

Besonders relevant ist die knappe Ausgangslage im Senat. Bereits einzelne umkämpfte Bundesstaaten können entscheiden, ob die Republikaner ihre Mehrheit behaupten. Im Repräsentantenhaus werden sämtliche 435 Sitze neu vergeben; dort können wenige Mandate den Ausschlag geben. Die Wahlbeteiligung, die Zahl der vorab abgegebenen Stimmen und lokale Wahlregeln beeinflussen deshalb maßgeblich, wann ein belastbares Ergebnis vorliegt.

Wirtschaft und Außenpolitik prägen die Abstimmung

Neben Migration und innenpolitischen Konflikten spielt die wirtschaftliche Belastung eine wichtige Rolle. Höhere Energie- und Lebensmittelpreise wirken unmittelbar auf die Haushalte und können die Bewertung der Regierung stärker bestimmen als einzelne Gesetzesvorhaben. Der Krieg mit dem Iran verschärft diese Verbindung, weil Angriffe und Einschränkungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus die Unsicherheit an den Energiemärkten erhöhen.

Für Trump steht damit nicht nur die parlamentarische Handlungsfähigkeit auf dem Spiel. Ein Verlust einer Kammer würde Untersuchungen und Vorladungen erleichtern; ein Verlust beider Kammern wäre politisch besonders folgenreich. Eine Amtsenthebung bliebe trotz eines möglichen Impeachment-Verfahrens wegen der erforderlichen Zweidrittelmehrheit im Senat ein sehr hoher verfassungsrechtlicher und politischer Schritt.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Deutschlandfunk: „Demokraten hoffen auf Sieg über Trumps Republikaner bei Midterms“ (03.11.2026)

Der Beitrag hebt die Chancen der Demokraten und die Bedeutung der 435 Sitze im Repräsentantenhaus sowie der 35 Senatssitze hervor. Im Mittelpunkt steht damit stärker die mögliche Machtverschiebung im Kongress als der außenpolitische Kontext.

taz: „Mutmaßliche US-Angriffe: USA greifen offenbar iranische Insel Keschm an“ (03.11.2026)

Der Artikel fokussiere auf den mutmaßlichen US-Angriff auf die iranische Insel am Vorabend der Zwischenwahlen. Damit setze er einen außenpolitischen Schwerpunkt, während die Wahlberichte vor allem die möglichen Mehrheitsverhältnisse im Kongress behandelten.

Übereinstimmung besteht bei der Bedeutung des Wahltags für Trumps politische Möglichkeiten. Unterschiede ergeben sich beim Schwerpunkt zwischen Kongressmehrheiten und dem Krieg mit Iran; offen bleibt, wann die endgültigen Mehrheitsverhältnisse feststehen.

Disclaimer...
de | ausland | 70452207 |