US-Notenbank, Leitzins

US-Leitzins bleibt bei 3,75 bis 4,00 Prozent unverändert

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 19:05 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Die Federal Reserve legt nach der Zinserhöhung im September eine Pause ein. Trotz einer robusten US-Wirtschaft sieht sie die Inflation weiter über ihrem Ziel und will neue Daten für den weiteren Kurs abwarten.

Fed hält Spielraum für weitere Schritte

  • Die Federal Reserve beließ den Leitzins nach ihrer Sitzung am Mittwoch bei 3,75 bis 4,00 Prozent.
  • Im Fed-Ausschuss stimmten zehn Mitglieder für den Beschluss, zwei votierten dagegen.
  • Die Notenbank verwies auf robuste Nachfrage, starke Produktivität und weiterhin hohe Inflation.
Federal Reserve (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Federal Reserve pausiert nach Zinserhöhung

Die US-Notenbank Federal Reserve belässt ihren Leitzins vorerst in einer Spanne zwischen 3,75 und 4,00 Prozent. Der Beschluss fiel am Mittwoch mit zehn zu zwei Stimmen im zuständigen Fed-Ausschuss.

Robuste Wirtschaft trotz geopolitischer Unsicherheit

Zur Begründung verwies die Fed auf eine weiterhin stark expandierende wirtschaftliche Aktivität in den USA. Der inländische Konsum sei robust, das Produktivitätswachstum stark und die Investitionen in Kapitalgüter solide.

Die Beschäftigungszuwächse hielten nach Darstellung der Notenbank mit dem Arbeitskräfteangebot Schritt. Die Arbeitslosenquote habe sich kaum verändert, obwohl die wirtschaftliche Unsicherheit unter anderem durch geopolitische Entwicklungen erhöht sei.

Inflation bleibt über dem Ziel

Gleichzeitig räumte die Fed ein, dass die Inflation weiterhin hoch ist. Sie will weitere Informationen abwarten, um den geeigneten geldpolitischen Kurs festzulegen und eine Rückkehr der Teuerung zu ihrem Ziel von zwei Prozent sicherzustellen.

Die Notenbank bekräftigte, für Preisstabilität sorgen zu wollen. Im September hatte sie den Leitzins erstmals seit gut drei Jahren erhöht, vor allem wegen der deutlich gestiegenen Inflation.

Entscheidung vor den US-Zwischenwahlen

Die Zinspause war von den meisten Experten erwartet worden. Die Inflation dürfte auch bei den anstehenden Kongresswahlen eine wichtige Rolle spielen.

Die Entscheidung markiert eine Pause nach der Zinserhöhung im September, mit der die Fed auf den anhaltenden Preisdruck reagiert hatte. Der unveränderte Korridor lässt den Notenbankern zunächst Zeit, die Wirkung des vorherigen Schritts und neue Konjunkturdaten zu bewerten.

Im Mittelpunkt steht der Zielkonflikt zwischen einer robusten US-Wirtschaft und der weiterhin über dem Fed-Ziel liegenden Inflation. Hoher Konsum, solide Investitionen und Produktivitätszuwächse sprechen gegen eine schnelle Lockerung. Zugleich können höhere Zinsen die Finanzierungskosten für Unternehmen, Immobilienkäufer und Verbraucher weiter erhöhen.

Inflation und Dezember-Termin

Die Zinspause bedeutet deshalb keine Abkehr vom restriktiven Kurs. Die Fed hält sich ausdrücklich weitere Schritte offen und richtet ihre Entscheidung an der Rückkehr der Inflation zum Zwei-Prozent-Ziel aus. Für die Finanzmärkte rückt damit die nächste Sitzung im Dezember in den Fokus.

Zusätzliche Bedeutung erhält der Beschluss durch die bevorstehenden US-Zwischenwahlen. Die Geldpolitik wirkt über Kreditzinsen, Hypotheken, Investitionen und den Dollar in den Alltag hinein; zugleich bleibt die Preisentwicklung ein politisch sensibles Thema. Für Haushalte und Unternehmen ist daher weniger die einzelne Zinspause als die Frage entscheidend, wie lange das höhere Zinsniveau bestehen bleibt.

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