US-Kongresswahl 2026, Donald Trump

US-Kongresswahl: Republikaner riskieren Mehrheit in beiden Kammern

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 01:13 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Republikaner riskieren ihre Kontrolle über Repräsentantenhaus und Senat. Hohe Preise, Zölle und der Iran-Krieg prägen die Motive vieler Wähler und könnten Trumps Handlungsspielraum für die letzten zwei Amtsjahre begrenzen.

Wahlumfang und mögliche Machtverschiebung

  • Die US-Wähler entscheiden über alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Senatssitze.
  • Trumps Republikaner halten aktuell 53 Senatssitze und kontrollieren bislang beide Kongresskammern.
  • Fast 61 Millionen Menschen gaben laut University of Florida bereits vor dem Wahltag ihre Stimme ab.
  • Wählerbefragungen zeigten, dass die Wirtschaftslage eine zentrale Rolle spielte. - Bild: Rebecca Blackwell/AP/dpa
  • Menschen stehen bei der Wahl Schlange. - Bild: Matt Rourke/AP/dpa
  • In den USA laufen die Parlamentswahlen. - Bild: Lindsey Wasson/AP/dpa
  • Die Kongresswahl in den USA gilt als Referendum über die Politik von US-Präsident Donald Trump. - Bild: Yuki Iwamura/AP/dpa
  • Die endgültigen Ergebnisse könnten erst in Tagen feststehen. - Bild: Yuki Iwamura/AP/dpa
Wählerbefragungen zeigten, dass die Wirtschaftslage eine zentrale Rolle spielte. - Bild: Rebecca Blackwell/AP/dpa Menschen stehen bei der Wahl Schlange. - Bild: Matt Rourke/AP/dpa In den USA laufen die Parlamentswahlen. - Bild: Lindsey Wasson/AP/dpa Die Kongresswahl in den USA gilt als Referendum über die Politik von US-Präsident Donald Trump. - Bild: Yuki Iwamura/AP/dpa Die endgültigen Ergebnisse könnten erst in Tagen feststehen.  - Bild: Yuki Iwamura/AP/dpa

US-Kongresswahl stellt Trumps Mehrheit auf die Probe

US-Wähler sind mit großer Unzufriedenheit über Präsident Donald Trump zur Parlamentswahl gegangen, wobei 62 Prozent in einer Wählerbefragung seine Politik für den Preisanstieg verantwortlich machten. Das Ergebnis der Midterms entscheidet darüber, wie viel politischen Spielraum Trump in den verbleibenden zwei Amtsjahren hat.

Republikaner verteidigen knappe Kontrolle

Zur Wahl stehen alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus sowie 35 der 100 Sitze im Senat. Trumps Republikaner kontrollieren bislang beide Kammern; im Senat verfügen sie über 53 Sitze.

Im Repräsentantenhaus ist der Vorsprung der Republikaner knapp. Ein Wechsel der Mehrheit gilt dort als eher wahrscheinlich, während die Demokraten für eine Senatsmehrheit gemeinsam mit zwei verbündeten parteilosen Senatoren auf 51 Stimmen kommen müssten.

Wirtschaft belastet Trumps Partei

Für 39 Prozent der Befragten war die Wirtschaftslage das wichtigste Thema. 40 Prozent bewerteten sie als „nicht so gut“, 35 Prozent als schlecht; fast zwei Drittel sagten, Trumps Importzölle hätten der Wirtschaft geschadet.

Besonders stark stiegen die Spritpreise, die viele Wähler mit dem von Trump begonnenen Iran-Krieg verbinden. 43 Prozent trauten den Demokraten eher zu, die Wirtschaft in Gang zu bringen, gegenüber 38 Prozent für die Republikaner.

Demokraten könnten Regierung stärker kontrollieren

Eine Mehrheit der Demokraten in einer oder beiden Kammern würde Trumps politischen Spielraum einschränken. Im Repräsentantenhaus könnten Ausschüsse Untersuchungen einleiten und Regierungsbeamte unter Eid vorladen; im Senat würde die Bestätigung wichtiger Regierungsmitglieder und Richter erschwert.

Ein Amtsenthebungsverfahren könnte nur das Repräsentantenhaus einleiten. Für eine tatsächliche Amtsenthebung wäre anschließend eine Zweidrittelmehrheit im Senat nötig, die schwer erreichbar wäre.

Auszählung kann mehrere Tage dauern

Erste Ergebnisse wurden in der Nacht zum Mittwoch mitteleuropäischer Zeit erwartet. In Bundesstaaten wie Kalifornien kann die endgültige Auszählung jedoch mehrere Tage dauern; zudem sind Stichwahlen möglich.

Trump sagte am Wahltag dem Sender Fox News: „Ich glaube, dass die Ergebnisse besser sein werden, als man denkt.“ Er verfolgt die Wahl im Weißen Haus und hatte zuvor erklärt, er werde das Ergebnis anerkennen, sofern die Wahlen „ehrlich“ durchgeführt würden.

Die Midterms sind ein politischer Stimmungstest für Donald Trump und zugleich ein Machtkampf um die Bedingungen seiner zweiten Amtshälfte. Im Repräsentantenhaus kann bereits ein kleiner Mandatsverlust die republikanische Mehrheit beenden, weil dort sämtliche 435 Sitze zur Wahl stehen und die Abstände in mehreren Wahlkreisen eng sind.

Im Senat ist die Ausgangslage komplizierter. Republikanische Sitze stehen vielfach in Staaten zur Wahl, in denen Trump zuletzt stark war; deshalb genügt eine landesweit ungünstige Stimmung für die Demokraten nicht automatisch zum Mehrheitswechsel. Entscheidend sind einzelne umkämpfte Staaten und die Frage, ob die Demokraten neben den ihnen nahestehenden parteilosen Senatoren mindestens 51 Stimmen erreichen.

Preise bestimmen den politischen Druck

Die wirtschaftliche Unzufriedenheit wirkt unmittelbar auf den Wahlkampf. Hohe Kosten für Benzin, Lebensmittel, Wohnen und Energie prägen die Wahrnehmung der Regierung stärker als gesamtwirtschaftliche Wachstumszahlen, weil sie im Alltag regelmäßig anfallen. Trumps Zollpolitik und der Iran-Krieg werden dabei mit höheren Preisen in Verbindung gebracht.

Ein Verlust der Mehrheit im Repräsentantenhaus würde Untersuchungen und Vorladungen gegen die Regierung erleichtern und Gesetzesvorhaben blockieren. Fiele zusätzlich der Senat an die Demokraten, erschwerte das auch die Bestätigung von Richtern und Spitzenbeamten. Eine Amtsenthebung wäre trotz einer möglichen Mehrheit im Repräsentantenhaus keineswegs automatisch, weil der Senat dafür eine Zweidrittelmehrheit benötigt.

Auszählung bleibt ein eigener Machtfaktor

Das endgültige Kräfteverhältnis kann sich erst nach der Auszählung von Brief- und Frühwahlstimmen abzeichnen. Besonders knappe Rennen, regionale Auszählungsregeln und mögliche Stichwahlen können die politische Unsicherheit über den Wahltag hinaus verlängern. Für Trump wäre neben dem Ergebnis auch der Umgang mit einer Niederlage politisch bedeutsam.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „Zwischenwahlen in den USA: Bleibt das Land regierbar?“ (03.11.2026)

Der Beitrag betone die hohen Lebenshaltungskosten als bestimmendes Wahlkampfthema und beschreibe einen möglichen politischen Stillstand bei einem Machtverlust der Republikaner. Anders als die dpa-Meldung rücke er zusätzlich steigende Stromkosten und die Belastung durch Rechenzentren in den Mittelpunkt.

n-tv: „Inflation drückt Stimmung: Mit dieser Wirtschaftsbilanz schickt Trump seine Partei in die Midterms“ (03.11.2026)

Der Artikel ordne die Wahl über Trumps wirtschaftspolitische Versprechen, Inflation, Energiepreise und Zölle ein. Er stelle dem Unmut über die Kosten ein robustes Wachstum und den KI-Boom gegenüber, während die dpa-Meldung stärker die Wählermotive und die möglichen Folgen für die Kongressmehrheiten herausstelle.

Übereinstimmung besteht beim politischen Gewicht der Preise und beim engen Rennen um die Kongressmehrheiten. Unterschiede ergeben sich vor allem bei den wirtschaftlichen Detaildaten und den regionalen Belastungen; offen bleibt, wie die Wählerstimmung in konkrete Mandate übersetzt wird.

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