US-Kongresswahl, Donald Trump

US-Kongresswahl: Demokraten nehmen Trump beide Mehrheiten

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 10:39 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Demokraten übernehmen nach der Wahl beide Kammern des US-Kongresses. Für die letzten zwei Amtsjahre verliert Donald Trump damit wichtige politische Spielräume und muss mit umfangreichen Untersuchungen rechnen.

US-Kongress erhält neue Mehrheiten

  • Bei den Midterms wurden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Senatssitze vergeben.
  • Die Republikaner waren mit 53 Senatssitzen gestartet, die Demokraten lagen laut Hochrechnungen zunächst bei 54.
  • In Kansas gewann Adam Hamilton den ersten demokratischen Senatssitz seit 1932, in Texas siegte James Talarico.
  • Der Demokrat Hakeem Jeffries ist auf Kurs, zum ersten Schwarzen Sprecher des Repräsentantenhauses zu werden. - Bild: J. Scott Applewhite/AP/dpa
  • Adam Hamilton wird zum ersten demokratischen Senator aus Kansas seit mehr als 90 Jahren. - Bild: Charlie Riedel/AP/dpa
  • Die Demokraten nehmen Donald Trumps Republikanern die Kontrolle über das Repräsentantenhaus und den Senat ab. - Bild: J. Scott Applewhite/AP/dpa
  • Trump erkennt den Wahlsieg der Demokraten an. (Archivbild) - Bild: Alex Brandon/AP/dpa
  • Die Kongresswahl wurde zu einem Referendum über die Politik von Donald Trump. - Bild: Yuki Iwamura/AP/dpa
  • Wählerbefragungen zeigen, dass die Wirtschaftslage eine zentrale Rolle spielte. - Bild: Rebecca Blackwell/AP/dpa
  • Menschen stehen bei der Wahl Schlange. - Bild: Matt Rourke/AP/dpa
Der Demokrat Hakeem Jeffries ist auf Kurs, zum ersten Schwarzen Sprecher des Repräsentantenhauses zu werden. - Bild: J. Scott Applewhite/AP/dpa Adam Hamilton wird zum ersten demokratischen Senator aus Kansas seit mehr als 90 Jahren. - Bild: Charlie Riedel/AP/dpa Die Demokraten nehmen Donald Trumps Republikanern die Kontrolle über das Repräsentantenhaus und den Senat ab. - Bild: J. Scott Applewhite/AP/dpa Trump erkennt den Wahlsieg der Demokraten an. (Archivbild) - Bild: Alex Brandon/AP/dpa Die Kongresswahl wurde zu einem Referendum über die Politik von Donald Trump. - Bild: Yuki Iwamura/AP/dpa Wählerbefragungen zeigen, dass die Wirtschaftslage eine zentrale Rolle spielte. - Bild: Rebecca Blackwell/AP/dpa Menschen stehen bei der Wahl Schlange. - Bild: Matt Rourke/AP/dpa

Demokraten übernehmen Kontrolle über US-Kongress

Die US-Wähler haben den Demokraten bei der Kongresswahl die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat verschafft. Für Präsident Donald Trump wird das Regieren in den letzten zwei Jahren seiner Amtszeit dadurch deutlich schwieriger.

Mehrheit in beiden Kammern

Bei den Midterms wurde über alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus sowie über 35 der 100 Senatssitze entschieden. Die Republikaner waren mit 53 Senatssitzen gestartet, während die Demokraten laut Hochrechnungen zunächst auf 54 Sitze kamen.

In Kansas gewann Adam Hamilton den ersten demokratischen Senatssitz seit 1932. In Texas wurde James Talarico zum ersten demokratischen Senator seit fast 40 Jahren gewählt.

Erfolge in republikanischen Hochburgen

In Ohio holte Sherrod Brown den Sitz, den bis vor zwei Jahren der heutige republikanische Vizepräsident JD Vance gehalten hatte. In Michigan setzte sich Abdul El-Sayed durch und wurde damit zum ersten Muslim im Senat.

Die Demokraten erzielten auch im Repräsentantenhaus einen klaren Vorsprung. Ihr führender Abgeordneter Hakeem Jeffries ist damit auf Kurs, der erste schwarze Sprecher des Repräsentantenhauses zu werden.

Hohe Ausgaben ohne Erfolg

Tech-Milliardär Elon Musk hatte den republikanischen Wahlkampf mit mehr als 440 Millionen Dollar unterstützt. Allein für den Wahlkampf des unterlegenen republikanischen Senatskandidaten Ken Paxton in Texas stellte Musk mehr als 150 Millionen Dollar bereit.

Auf die Niederlage reagierte Musk mit einem Scherz über seine angeblichen „Weltraum-Laser zur Wahlbeeinflussung“. Die Demokraten können nun wichtige Regierungsposten und Richter bestätigen sowie Untersuchungen gegen Trump und seine Regierung einleiten.

Trump kündigt Veto-Drohungen an

Trump kündigte an, die Wahlergebnisse zu akzeptieren, und gratulierte den siegreichen Demokraten. Zugleich erklärte er im Sender Fox News, er werde großzügig von seinem Veto-Recht Gebrauch machen.

Ein Veto können die Demokraten nur mit einer Zweidrittelmehrheit in beiden Kongresskammern überstimmen. Trump kann außerdem weiterhin per Erlass regieren.

Preise prägen die Wahlentscheidung

Die Wahl wurde auch zu einem Referendum über Trumps Politik. In einer großen Wählerbefragung machten 62 Prozent die Politik des Präsidenten für den Preisanstieg verantwortlich.

Für 39 Prozent war die Wirtschaftslage das wichtigste Thema. Fast zwei Drittel erklärten, Trumps Importzölle hätten der Wirtschaft geschadet; 43 Prozent trauten den Demokraten eher zu, die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen, gegenüber 38 Prozent für die Republikaner.

Die Erhebung im Auftrag großer Medien bezog nach Angaben von CNN rund 100.000 Wähler ein. Trump hatte im Wahlkampf seine eigene Rolle betont, erklärte nach der Niederlage jedoch, er habe nicht auf dem Stimmzettel gestanden.

Die Midterm-Wahl hat die politische Statik in Washington zugunsten der Demokraten verschoben. Mit Mehrheiten in beiden Kongresskammern kontrolliert die Opposition künftig die Gesetzgebung und kann die Arbeit der Regierung deutlich intensiver überwachen.

Im Senat reicht bereits eine knappe Mehrheit, um zentrale Personalentscheidungen des Präsidenten zu beeinflussen. Dazu gehören die Bestätigung von Regierungsmitgliedern und Bundesrichtern. Im Repräsentantenhaus erhalten die Demokraten zudem die Möglichkeit, Untersuchungen gegen die Regierung einzuleiten und Vorladungen auszusprechen.

Mehr Kontrolle, weniger Spielraum

Trump bleibt Präsident und kann sein Veto weiterhin einsetzen. Für eine Überstimmung wären in beiden Kammern jeweils Zweidrittelmehrheiten nötig, die die Demokraten voraussichtlich nicht erreichen. Auch präsidentielle Erlasse bleiben möglich, dürften aber stärker politisch und juristisch angefochten werden.

Die Wahlentscheidung fällt in eine Phase, in der Preise, Zölle, Energie und der Iran-Krieg die politische Debatte prägen. Die Wählerbefragung deutet darauf hin, dass wirtschaftliche Belastungen und Unzufriedenheit mit Trumps Politik die Abstimmung wesentlich beeinflussten.

Folgen für die letzten Amtsjahre

Für die kommenden zwei Jahre ist deshalb mit härteren Auseinandersetzungen zwischen Weißem Haus und Kongress zu rechnen. Haushaltsgesetze und andere Vorhaben könnten ins Stocken geraten, während Ausschüsse die geschäftlichen Aktivitäten der Trump-Familie, die Migrationspolitik und umstrittene Bauprojekte untersuchen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „Midterms ++ Großer Jubel bei den Demokraten ++“ (04.11.2026)

Der Liveblog habe den Sieg der Demokraten in Senat und Repräsentantenhaus sowie Trumps angekündigte Anerkennung des Ergebnisses hervorgehoben. Einen Schwerpunkt habe er auf die knappen Mehrheitsverhältnisse, einzelne Schlüsselstaaten und die politischen Folgen für die Zusammenarbeit zwischen Präsident und Kongress gelegt.

BR24: „Midterm-Ticker: Triumph der Demokraten - Trump nun ‚Lame Duck‘“ (04.11.2026)

Der Ticker habe den Doppelsieg der Demokraten und Trumps erschwerten politischen Handlungsspielraum als zentrale Folgen beschrieben. Zusätzlich habe er die Reaktionen von Trump, Elon Musk und demokratischen Abgeordneten sowie mehrere Gouverneurswahlen dokumentiert.

Beide Beiträge stimmten beim Machtverlust der Republikaner und der Bedeutung für Trumps verbleibende Amtszeit überein. Unterschiede ergäben sich vor allem bei der Gewichtung: Während tagesschau die institutionellen Folgen und Mehrheitsverhältnisse betone, richte BR24 den Blick stärker auf politische Reaktionen und regionale Wahlergebnisse.

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