US-Kongresswahl 2026, Donald Trump

US-Kongresswahl: Demokraten gewinnen beide Kammern

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 14:15 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Demokraten übernehmen nach der Wahl beide Kongresskammern. Damit erhalten sie weitreichende Möglichkeiten zur Kontrolle der Regierung, können Trumps Vetorecht aber nicht aushebeln.

Neue Mehrheiten verändern Washington

  • Die Demokraten lagen im Senat laut Hochrechnungen bei 54 Sitzen.
  • In Kansas gewann Adam Hamilton den ersten demokratischen Senatssitz seit 1932.
  • Hakeem Jeffries ist auf Kurs, erster schwarzer Sprecher des Repräsentantenhauses zu werden.
  • Die Amerikanerinnen und Amerikaner haben gewählt. - Bild: Allison Robbert/AP/dpa
  • James Talarico sicherte den Demokraten den Sieg in der Republikaner-Hochburg Texas. - Bild: Eric Gay/AP/dpa
  • Der Demokrat Abdul El-Sayed wird der erste Muslim im Senat. - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
  • US-Präsident Trump wird es schwerer haben, zu regieren. - Bild: Jacquelyn Martin/AP/dpa
Die Amerikanerinnen und Amerikaner haben gewählt.  - Bild: Allison Robbert/AP/dpa James Talarico sicherte den Demokraten den Sieg in der Republikaner-Hochburg Texas. - Bild: Eric Gay/AP/dpa Der Demokrat Abdul El-Sayed wird der erste Muslim im Senat. - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa US-Präsident Trump wird es schwerer haben, zu regieren. - Bild: Jacquelyn Martin/AP/dpa

Demokraten übernehmen Kontrolle über US-Kongress

Die Demokraten haben bei der Kongresswahl in den USA die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat gewonnen. Für Präsident Donald Trump beginnen damit die letzten zwei Amtsjahre unter deutlich erschwerten politischen Bedingungen.

Trump kündigt Zusammenarbeit an

Trump gratulierte den Demokraten und sagte, er werde mit ihnen zusammenarbeiten, damit es dem Land gut gehe. Zugleich verwies er auf seine Macht, Gesetze mit einem Veto zu stoppen, und erklärte, er wolle nicht zwei Jahre lang gegen alles ein Veto einlegen.

Demokraten gewinnen in republikanischen Hochburgen

Die Partei erzielte Erfolge in Bundesstaaten, in denen sie teilweise seit Jahrzehnten nicht mehr gewonnen hatte. Adam Hamilton holte in Kansas den ersten demokratischen Senatssitz seit 1932, James Talarico gewann in Texas den ersten demokratischen Senatssitz seit fast 40 Jahren.

In Ohio gewann Sherrod Brown den Sitz, den bis vor zwei Jahren der heutige republikanische Vizepräsident JD Vance gehalten hatte. In Michigan wurde Abdul El-Sayed zum ersten Muslim im Senat gewählt.

Hakeem Jeffries vor historischem Sprecheramt

Im Senat lagen die Demokraten nach Hochrechnungen bei 54 Sitzen, nachdem die Republikaner mit 53 Sitzen gestartet waren. Im Repräsentantenhaus zeichnet sich nach der Wahl ein klarer demokratischer Vorsprung ab.

Der führende Demokrat Hakeem Jeffries ist damit auf Kurs, der erste schwarze Sprecher des Repräsentantenhauses zu werden. Die Demokraten werden dort ab Januar die Gesetzgebung maßgeblich bestimmen.

Untersuchungen gegen Regierung möglich

Die neue Mehrheit ermöglicht den Demokraten, Untersuchungen gegen Trump und seine Regierung einzuleiten. Im Fokus stehen unter anderem geschäftliche Aktivitäten der Trump-Familie, tödliche Razzien gegen Migranten und umstrittene Bauprojekte in Washington.

Ein Amtsenthebungsverfahren gilt nach der Meldung nicht als geplant. Das Repräsentantenhaus kann ein Verfahren einleiten, für eine Verurteilung im Senat wäre jedoch eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig. Auch ein Veto kann nur mit jeweils zwei Dritteln in beiden Kammern überstimmt werden; Trump kann zudem weiterhin per Erlass regieren.

Die Zwischenwahlen zur Mitte einer US-Präsidentschaft gelten traditionell als wichtiger Stimmungstest. Sämtliche 435 Sitze im Repräsentantenhaus und diesmal 35 der 100 Senatssitze standen zur Abstimmung. Der Machtwechsel in beiden Kammern verschiebt deshalb nicht nur die Mehrheiten, sondern auch die politische Kontrolle über Gesetzgebung, Personalentscheidungen und parlamentarische Untersuchungen.

Neue Machtverhältnisse in Washington

Mit einer demokratischen Mehrheit im Senat erhält die Partei Einfluss auf die Bestätigung von Regierungsmitgliedern und Bundesrichtern. Im Repräsentantenhaus kann sie Ausschüsse leiten, Vorladungen aussprechen und Untersuchungen gegen die Regierung oder das Umfeld des Präsidenten vorantreiben. Das schafft erheblichen Gegenwind, hebt Trumps Vetorecht und seine Möglichkeit zu präsidialen Erlassen aber nicht auf.

Für die Republikaner reicht die Niederlage über einzelne umkämpfte Bundesstaaten hinaus. Demokratische Siege in bisherigen republikanischen Hochburgen zeigen, dass die Wahl auch als Abstimmung über Trumps politische Führung verstanden wurde. Zugleich bedeutet die neue Mehrheit nicht automatisch eine einheitliche demokratische Linie: Die Partei vereint moderate und deutlich linke Flügel, die bei Haushalt, Migration und Außenpolitik unterschiedliche Prioritäten setzen.

Folgen bis zur Wahl 2028

In den kommenden zwei Jahren dürfte der Kongress stärker von Kontrolle und Blockade geprägt sein. Haushaltsentscheidungen, Personalien und Untersuchungen können zum dauerhaften Konfliktfeld werden. Für die Präsidentschaftswahl 2028 stärkt das Ergebnis die Demokraten, weil sie ihre Erfolge als Gegenmodell zu Trump präsentieren können; die konkrete Kandidatenfrage bleibt jedoch offen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „Die Ergebnisse der Midterms in den USA in Zahlen und Karten“ (04.11.2026)

Der Beitrag ordne die Ergebnisse anhand von Zahlen und Karten ein und bestätige den Zugewinn der Demokraten sowie die Rückkehr der Mehrheit in einer Kongresskammer. Der Schwerpunkt liege auf der laufenden Sitzverteilung, während die dpa-Meldung die politischen Folgen für Trump und die symbolträchtigen Siege einzelner Kandidaten hervorhebe.

Euronews: „US-Midterms 2026: Demokraten erobern Repräsentantenhaus und Senat“ (04.11.2026)

Der Artikel berichte ebenfalls vom Machtwechsel in beiden Kammern und stelle damit den zentralen Ausgang der Wahl heraus. Anders als die dpa-Meldung konzentriere er sich stärker auf die Wahlentscheidung selbst; offen bleibe, wie die neuen Mehrheiten den politischen Alltag in Washington konkret prägen werden.

Über den Wahlausgang bestehe Einigkeit: Die Demokraten hätten beide Kongresskammern gewonnen. Unterschiede gebe es vor allem bei der Gewichtung von Wahlergebnissen, Zahlen und politischen Konsequenzen.

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