US-Börsen, Donald Trump

US-Börsen uneinheitlich: Dow fällt nach Trumps UN-Rede

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 22:14 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Die Wall Street reagierte unterschiedlich auf Trumps Ankündigung, ein Iran-Abkommen erst nach den Kongresswahlen anzustreben. Während der Dow nachgab, legten Technologiewerte zu; Gold profitierte, der Ölpreis fiel deutlich.

US-Börsen uneinheitlich - Trumps UN-Rede dämpft Hoffnungen
US-Fahne an der New York Stock Exchange (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Die US-Börsen haben sich am Dienstag uneinheitlich entwickelt, nachdem Aussagen von US-Präsident Donald Trump zu einem möglichen Abkommen mit Iran die anfängliche Zuversicht der Anleger dämpften. Der Dow Jones schloss bei 51.863 Punkten und damit 0,4 Prozent niedriger als am Vortag.

Der S&P 500 lag wenige Minuten vor Handelsende mit rund 7.765 Punkten hauchzart im Minus, während der Nasdaq 100 mit rund 30.730 Punkten 0,8 Prozent zulegte.

Trump verschiebt Hoffnung auf Abkommen

Trump sagte in der UN-Generaldebatte, er erwarte ein Abkommen mit Iran erst nach den Kongresswahlen am 3. November. Zuvor hatten Äußerungen aus Teheran Hoffnungen geweckt: Iran stellte eine Wiederöffnung der Straße von Hormus innerhalb von sieben Tagen in Aussicht, falls die USA den militärischen Druck verringern und ihre Blockade iranischer Häfen aufheben.

Die Aussicht auf eine diplomatische Lösung hatte den Handel zunächst gestützt. Trumps zeitliche Einordnung nahm diesen Erwartungen jedoch den kurzfristigen Rückenwind.

Gold steigt, Öl gibt nach

Der Euro notierte am Dienstagabend schwächer bei 1,1449 US-Dollar. Gold verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 4.367 US-Dollar je Feinunze, was einem Preis von 122,62 Euro pro Gramm entspricht.

Der Ölpreis sank deutlich: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 22 Uhr deutscher Zeit 98,24 US-Dollar. Das waren 2,10 US-Dollar beziehungsweise 2,1 Prozent weniger als zum Schluss des vorherigen Handelstags.

Die uneinheitliche Entwicklung an der Wall Street spiegelt die gegenläufigen Erwartungen der Anleger wider. Einerseits sorgten Hinweise auf eine mögliche Wiederöffnung der Straße von Hormus für Entspannung am Energiemarkt. Andererseits verschob Donald Trump ein mögliches Abkommen mit Iran ausdrücklich auf die Zeit nach den Kongresswahlen am 3. November. Damit blieb eine kurzfristige diplomatische Lösung aus, obwohl die Aussicht darauf den Handel zuvor gestützt hatte.

Die Straße von Hormus ist für die Weltwirtschaft von zentraler Bedeutung. Durch die Meerenge werden normalerweise rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls und Flüssigerdgases transportiert. Einschränkungen des Schiffsverkehrs erhöhen deshalb die Risikoprämie auf Öl und können Transport-, Energie- und Produktionskosten weltweit beeinflussen. Der Rückgang des Brent-Preises unter 100 Dollar zeigt, dass Marktteilnehmer bereits auf mögliche Entspannungssignale reagieren.

Politik bleibt Markttreiber

Die Kursbewegungen zeigen zugleich eine unterschiedliche Bewertung der geopolitischen Risiken. Technologieaktien hielten sich besser, während der Dow nachgab. Das spricht für eine selektive Risikobereitschaft statt für eine umfassende Entwarnung. Für Anleger und Verbraucher bleibt entscheidend, ob aus den politischen Signalen konkrete Schritte zur Sicherung der Schifffahrt und zu Verhandlungen zwischen Washington und Teheran werden. Bis dahin können neue Aussagen oder Zwischenfälle die Preise für Öl, Gold, Währungen und Aktien erneut deutlich bewegen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Deutschlandfunk: „UNO-Vollversammlung Trump ruft zu wirtschaftlicher Isolation des Iran auf“ (22.09.2026)

Der Bericht bestätigt Trumps Ankündigung, ein Abkommen mit Iran erst nach den US-Zwischenwahlen anzustreben, und ordnet sie in seine Forderung nach anhaltendem wirtschaftlichem Druck auf Teheran ein. Der Schwerpunkt liegt auf der politischen Begründung der US-Position und der Kritik an den Folgen des Krieges für die internationale Ordnung.

n-tv: „Um Ölpreisanstieg einzudämmen: Macron legt Trump Plan für freie Schifffahrt durch Hormus vor“ (22.09.2026)

Der Artikel bestätigt die zentrale Bedeutung der Straße von Hormus für die Öl- und Gasversorgung und beschreibt französische Vorschläge für eine Sicherung der Schifffahrt. Anders als der Deutschlandfunk richtet sich der Schwerpunkt auf mögliche internationale Schutzmaßnahmen und die Frage, ob eine Öffnung auch ohne umfassendes Abkommen erreicht werden kann.

Übereinstimmung besteht darin, dass die UN-Woche und die Straße von Hormus die politischen und wirtschaftlichen Erwartungen bestimmen. Unterschiede zeigen sich beim Fokus: Während der eine Bericht Trumps Iran-Politik hervorhebt, beleuchtet der andere konkrete diplomatische und sicherheitspolitische Lösungsansätze.

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