UNEP-Klimabericht, Globale Erwärmung

UN-Bericht: Erde steuert auf 2,8 Grad Erwärmung zu

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 07:15 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Ein Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen warnt vor einer deutlich stärkeren Erwärmung als im Pariser Abkommen angestrebt. Selbst eine vollständige Umsetzung der nationalen Klimaziele würde demnach nicht ausreichen.

UNEP nennt Emissionspfad bis 2100

  • Der UNEP-Bericht wurde am Mittwoch veröffentlicht und bewertet die globale Erwärmung im laufenden Jahrhundert.
  • Bei Umsetzung aller national festgelegten Beiträge würde die Erwärmung laut Bericht auf 2,6 Grad begrenzt.
  • Für den Rückweg zu 1,5 Grad müssten die Emissionen bis 2040 um 69 Prozent gegenüber 2025 sinken.
Trockenes Feld (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

UNEP prognostiziert 2,8 Grad Erwärmung

Die Erde steuert bei einer Fortsetzung der derzeitigen Klimapolitik laut einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Vereinten Nationen auf eine Erwärmung von 2,8 Grad Celsius in diesem Jahrhundert zu. Danach könnte die Erwärmung weiter ansteigen.

Der Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) kommt zugleich zu dem Ergebnis, dass die globale Erwärmung bei Umsetzung aller national festgelegten Beiträge und vergleichbarer weiterer Anstrengungen auf 2,6 Grad begrenzt werden könnte.

Auch optimistisches Szenario bleibt über 1,5 Grad

Selbst im optimistischsten Szenario würde die Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts demnach 2,1 Grad erreichen. Die Prognosen fallen schlechter aus als im Vorjahr, unter anderem wegen des Austritts der Vereinigten Staaten aus dem Pariser Abkommen und revidierter Schätzungen zu den historischen Emissionen.

Der UNEP-Bericht fordert drastische und sofortige Reduzierungen der Treibhausgasemissionen. Er beschreibt einen Pfad, auf dem die Erwärmung bis zur Mitte des Jahrhunderts auf 1,7 bis 1,8 Grad begrenzt wird und bis 2100 wieder auf oder unter 1,5 Grad fällt.

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Erforderliche Emissionssenkungen

Um diesen Pfad einzuschlagen, müssten die globalen Treibhausgasemissionen bis 2030 um 18 Prozent, bis 2035 um 45 Prozent und bis 2040 um 69 Prozent gegenüber den Werten von 2025 sinken.

Die vollständige Umsetzung der national festgelegten Beiträge würde laut Bericht dagegen nur eine Reduzierung von fünf bis acht Prozent bis 2030 und elf bis 15 Prozent bis 2035 bewirken. Die derzeitigen politischen Maßnahmen reichten damit nicht aus, um die notwendigen Reduktionsraten zu erreichen.

UNEP warnt vor wachsenden Klimarisiken

UNEP-Exekutivdirektorin Inger Andersen erklärte, jedes zusätzliche Bruchteil eines Grads und jedes weitere Jahr über 1,5 Grad hinaus verstärke die Klimaauswirkungen und Risiken. Sie verwies dabei auf tödliche Überschwemmungen, Hitzewellen und Waldbrände, die viele Nationen in diesem Jahr getroffen hätten.

Andersen forderte, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um den Höchststand der Erwärmung zu begrenzen und bis zum Ende des Jahrhunderts wieder auf 1,5 Grad zurückzukehren. Dies sei weiterhin möglich.

Der UNEP-Bericht ordnet die aktuellen Klimaziele in eine Entwicklung ein, bei der die globale Erwärmung die im Pariser Abkommen verankerte Grenze von 1,5 Grad voraussichtlich überschreitet. Selbst bei vollständiger Umsetzung der nationalen Zusagen bliebe die erwartete Erwärmung deutlich über diesem Wert.

Die Zahlen zeigen vor allem eine Lücke zwischen politischen Zusagen und den Emissionssenkungen, die für eine Rückkehr auf 1,5 Grad bis 2100 nötig wären. Für diesen Pfad müssten die weltweiten Emissionen bis 2030 wesentlich stärker sinken als nach den derzeitigen nationalen Beiträgen vorgesehen.

Folgen für Klimapolitik und Alltag

Mit jedem zusätzlichen Zehntelgrad steigen die Risiken für Hitzewellen, Überschwemmungen, Waldbrände, Ernteausfälle und Schäden an Infrastruktur. Die Folgen betreffen damit nicht nur besonders gefährdete Regionen, sondern auch Energiepreise, Versicherungen, Landwirtschaft und öffentliche Haushalte.

Die im Bericht genannten Reduktionsziele erhöhen den politischen Handlungsdruck für die kommenden Jahre. Entscheidend sind dabei nicht nur langfristige Versprechen, sondern kurzfristig wirksame Maßnahmen in Energieversorgung, Verkehr, Industrie und Gebäuden.

Internationale Zusammenarbeit bleibt entscheidend

Der Hinweis auf den Austritt der USA aus dem Pariser Abkommen unterstreicht die Bedeutung internationaler Beteiligung. Klimaschutz hängt stark davon ab, ob große Emittenten ihre Zusagen einhalten und ihre Maßnahmen deutlich verschärfen.

Der im Bericht beschriebene Rückkehrpfad zu 1,5 Grad setzt voraus, dass eine zeitweise Überschreitung nicht zum dauerhaften Zustand wird. Dafür müssten Emissionen schnell sinken und später zusätzlich Kohlendioxid aus der Atmosphäre entfernt werden.

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