Donald Trump, Wolodymyr Selenskyj

Ukraine-Krieg: Trump fordert Ablösung von Präsident Selenskyj

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 19:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

US-Präsident Donald Trump fordert einen neuen Präsidenten für die Ukraine und macht Wolodymyr Selenskyj für das Ausbleiben eines Kriegsendes mitverantwortlich. Zugleich kritisiert Trump ukrainische Angriffe auf den russischen Energiesektor und bringt sie mit der Dieselversorgung in Verbindung.

Wettert gegen den ukrainischen Präsidenten: Donald Trump. - Bild: Nathan Howard/AP/dpa
Wettert gegen den ukrainischen Präsidenten: Donald Trump. - Bild: Nathan Howard/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump hat einen neuen Präsidenten für die Ukraine gefordert und Wolodymyr Selenskyj für das Ausbleiben eines Kriegsendes verantwortlich gemacht.

Trump verlangt neuen ukrainischen Präsidenten

Selenskyj habe vielfach die Gelegenheit gehabt, den Krieg zu beenden, behauptete Trump in Washington. Deshalb sei es an der Zeit, dass die Ukraine einen neuen Präsidenten bekomme.

Nach Trumps Darstellung sollten die Ukrainer einen Anführer wählen, der eine Vereinbarung zur Beendigung des Krieges schließen könne. Selenskyj habe diese Möglichkeit trotz mehrerer Gelegenheiten aus einem nicht näher genannten Grund nie genutzt.

Russland begann den Angriffskrieg

Der Krieg wurde von Russland begonnen, das vor gut vier Jahren in die Ukraine einmarschierte. Kremlchef Wladimir Putin lehnte nach der Darstellung der dpa mehrfach Angebote für einen bedingungslosen Waffenstillstand ab; auch spätere diplomatische Initiativen führten zu keiner Beendigung der Kämpfe.

Streit über Angriffe auf Energieanlagen

Trump beschuldigte Selenskyj außerdem, mit Angriffen auf den russischen Energiesektor zur Knappheit an Diesel beigetragen zu haben. Der ukrainische Präsident wolle damit nach Trumps Darstellung US-Landwirten und Viehzüchtern Probleme bereiten, weil Russland einen großen Teil des weltweit verfügbaren Diesels liefere.

Die Preise für Rohöl und Diesel waren infolge des Iran-Krieges gestiegen, den die USA und Israel im vergangenen Februar begonnen hatten.

Trumps Kurs zwischen Kriegsdruck und Energiepreisen

Trumps Forderung nach einem neuen ukrainischen Präsidenten verschärft den offenen Konflikt zwischen Washington und Kyjiw. Der US-Präsident verbindet die ukrainische Kriegsführung mit dem Ziel, den Krieg rasch zu beenden, während die ukrainische Führung russische Angriffe und die eigene Verteidigung als zusammenhängenden militärischen Konflikt bewertet.

Besonders brisant ist der Streit über Angriffe auf russische Raffinerien und Energieanlagen. Solche Schläge sollen die russische Kriegswirtschaft treffen, können aber zugleich die Versorgungslage auf den internationalen Energiemärkten beeinflussen. Russland bleibt ein bedeutender Produzent von Erdölprodukten; Änderungen bei Sanktionen und Lieferungen wirken deshalb über den Kriegsschauplatz hinaus.

Folgen für Verhandlungen und Europa

Die öffentliche Abwertung Selenskyjs erhöht den Druck auf die ukrainische Regierung und kann die Verhandlungen über einen Waffenstillstand erschweren. Ein Führungswechsel in der Ukraine kann jedoch nicht durch eine Forderung aus Washington vollzogen werden, sondern hängt von den verfassungsrechtlichen und politischen Verfahren des Landes ab.

Für europäische Staaten steht damit erneut die Frage im Mittelpunkt, wie geschlossen sie die Ukraine unterstützen und zugleich auf eine diplomatische Lösung hinwirken. Für Verbraucher kann der Streit über Energieanlagen und russische Lieferungen vor allem dann relevant werden, wenn sich daraus größere Preisschwankungen bei Diesel und anderen Energieträgern ergeben.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

DER SPIEGEL: „Ukraine: Wolodymyr Selenskyj wirft Donald Trump wegen Diesel-Deal Schwäche vor“ (10.10.2026)

Der Bericht stelle den Streit über ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien in den Zusammenhang mit Trumps angekündigten Diesellieferungen aus Russland. Er hebe außerdem hervor, dass die geplante Lockerung von Sanktionen dem bisherigen politischen Druck auf Moskau entgegenlaufe; die Forderung nach Selenskyjs Ablösung stehe dabei nicht im Mittelpunkt.

FOCUS online: „Trump schloss Diesel-Deal mit Putin, nachdem Selenskyj seine Forderung ignorierte“ (10.10.2026)

Der Artikel berichte, Trump habe Selenskyj mehrfach zum Ende der Angriffe auf russische Raffinerien aufgefordert. Anders als die dpa-Meldung konzentriere er sich auf den Verhandlungsablauf zwischen US-amerikanischen und ukrainischen Vertretern sowie auf die Frage, ob ein gegenseitiger Stopp von Angriffen auf Energieanlagen möglich sei.

Beide Berichte bestätigten den Zusammenhang zwischen Trumps Energiepolitik, den ukrainischen Angriffen auf russische Anlagen und dem Streit über den weiteren Kurs im Krieg. Unterschiede bestünden vor allem beim Schwerpunkt: Während der eine Beitrag die Sanktions- und Energiepolitik betone, stelle der andere die Verhandlungen und die gegenseitigen Forderungen heraus.

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