Ben Hodges, Donald Trump

Ukraine-Frieden: Ben Hodges nennt Trumps Aussage lächerlich

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Der frühere US-General Ben Hodges hält einen baldigen Frieden in der Ukraine für nicht absehbar. Er warnt, Russland könne geplante Gespräche mit den USA und China nutzen, um die Ukraine und Europa außen vor zu lassen.

Hodges warnt vor Großmächte-Deal

  • Ben Hodges kritisiert Donald Trumps Aussage, ein Frieden in der Ukraine sei bald erreichbar.
  • Der Ex-General verweist auf ein geplantes November-Treffen mit Russland und die fehlende Beteiligung Europas.
  • Hodges warnt vor Gesprächen zwischen China, Russland und den USA über die Köpfe der Ukrainer hinweg.
Donald Trump (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Ben Hodges weist Trumps Friedensprognose zurück

Der frühere Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte in Europa, Ben Hodges, hält einen baldigen Frieden in der Ukraine für nicht absehbar. Aussagen von US-Präsident Donald Trump, wonach der Frieden näher sei als je zuvor, bezeichnete er als „lächerlich“.

Russland macht laut Hodges keine Zugeständnisse

„Nein, Frieden ist nicht in Sicht. Es ist lächerlich, dass Trump so etwas behauptet“, sagte Hodges dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die russische Seite habe kein einziges Zugeständnis gemacht, Trump habe Moskau nicht einmal dazu aufgefordert.

Stattdessen übe der US-Präsident nach Hodges’ Einschätzung Druck auf die Ukraine aus. Der Ex-General warnte, Russland könne die Offenheit Trumps für Geschäfte mit dem Kreml ausnutzen und ihn auf seine Seite gegen die Ukraine ziehen.

Europa soll lautstark protestieren

Hodges kritisierte, dass kein anderes europäisches Land zu den geplanten Verhandlungen eingeladen worden sei. Daraus zeuge, dass Russland Europa kein Mitspracherecht einräume, sagte er.

Die europäischen Regierungschefs müssten dagegen lautstark protestieren. Nach Hodges’ Darstellung verfolgt Moskau mit dem in Aussicht gestellten November-Treffen eine Strategie, die europäische Staaten aus den Gesprächen heraushalten soll.

Warnung vor Gesprächen über die Ukraine

Auch das geplante Treffen zwischen China, Russland und den USA sieht Hodges kritisch. Er warnte, dabei werde bewusst nach einem Deal über die Köpfe der Ukrainer hinweg gesucht.

Russland wolle nicht, dass die Ukraine Präsident Wladimir Putin auf Augenhöhe begegne oder am Verhandlungstisch sitze, sagte Hodges. Moskau strebe vielmehr ein Vorgehen an, bei dem Großmächte über die Ukraine entscheiden.

Die Aussagen von Ben Hodges treffen auf eine diplomatische Lage, in der Washington öffentlich auf Bewegung bei möglichen Gesprächen mit Moskau setzt, während zentrale Streitfragen ungelöst bleiben. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur ein mögliches Treffen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin, sondern auch die Frage, ob China in ein Format mit den USA und Russland einbezogen werden soll.

Für die Ukraine ist entscheidend, ob sie selbst an Verhandlungen beteiligt wäre und ob europäische Staaten Einfluss auf mögliche Vereinbarungen nehmen könnten. Ein Format, in dem die großen Mächte über den Krieg beraten, ohne Kiew und Europa gleichberechtigt einzubeziehen, würde die Sicherheitsinteressen der unmittelbar betroffenen Staaten schwächen.

Verhandlungen ohne belastbaren Durchbruch

Aktuelle Berichte ordnen das geplante November-Treffen als mögliche Gelegenheit für Gespräche am Rande des APEC-Gipfels ein. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass Russland bislang keine ausreichenden Zugeständnisse signalisiert hat und der amerikanische Druck vor allem auf die ukrainische Seite zielt.

Für die weitere Entwicklung kommt es deshalb auf die Zusammensetzung des Gesprächsformats, konkrete russische Verpflichtungen und die Position der europäischen Regierungen an. Ein Treffen allein wäre noch kein Friedensschluss; entscheidend wären überprüfbare Vereinbarungen zu Sicherheit, Territorium und der politischen Beteiligung der Ukraine.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Frankfurter Rundschau: „Ex-US-General zu Euronews: Trump stellt sich auf Russlands Seite und gegen die Ukraine“ (22.10.2026)

Der Beitrag greift Hodges’ Kritik an Trumps Ukraine-Kurs auf und setzt den Schwerpunkt auf den Vorwurf, der US-Präsident schwäche die ukrainische Verteidigungsfähigkeit. Damit bestätigt er die zentrale Einschätzung der dts-Meldung, legt den Akzent aber stärker auf militärische Folgen.

Frankfurter Rundschau: „Gefahr ist real: Seine 'Freunde' Putin und Xi könnten Trump beim Dreier-Gipfel über den Tisch ziehen“ (22.10.2026)

Dieser Artikel konzentriert sich auf das mögliche Dreiertreffen von Trump, Putin und Xi Jinping sowie auf das Risiko einer strategischen Ausnutzung Trumps durch Russland und China. Anders als die dts-Meldung steht dort weniger Hodges’ Friedensurteil als die Dynamik eines möglichen Großmächteformats im Vordergrund.

Übereinstimmend geht es um ein mögliches Gesprächsformat ohne klare Einbindung der Ukraine und Europas. Offen bleiben die konkreten Teilnehmer, die russischen Gegenleistungen und die Frage, ob aus dem Treffen verbindliche Schritte entstehen.

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