Trump verteidigt Iran-Krieg vor UN und droht Teheran mit „Hölle“
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 20:02 Uhr | dpa, AD HOC NEWSUS-Präsident Donald Trump hat am Dienstag in New York vor der UN-Vollversammlung seinen Krieg gegen Iran verteidigt, Teheran mit der „Hölle“ gedroht und eine weitreichende Entscheidung zwischen Abkommen und Vernichtung der Islamischen Republik in Aussicht gestellt.
Trump droht Iran mit Vernichtung
Iran sei der „Tyrann des Nahen Ostens“ gewesen, sagte Trump zum Auftakt der Generaldebatte. Er bekräftigte, er werde niemals zulassen, dass das Land eine Atomwaffe besitze. Wenn Iran den Krieg wähle, werde die Islamische Republik in der „Hölle, ohne Überlebenschance und ohne Hoffnung auf zukünftige Größe oder nachfolgende Generationen“ landen, sagte der US-Präsident.
Als Alternative stellte Trump ein Abkommen in Aussicht, das Iran wirtschaftlich stärken könnte. Zugleich behauptete er, die amerikanische Rüstungsindustrie fahre die Produktion hoch und werde Munition im Überfluss bereitstellen. Nach den US-Kongresswahlen im November werde Teheran seiner Einschätzung nach ein Abkommen abschließen.
Krieg legt Schiffsverkehr in Hormus lahm
Ende Februar hatten die USA und Israel den Krieg gegen Iran gemeinsam begonnen. Iran brachte kurz darauf den Schiffsverkehr in der für den Ölhandel zentralen Straße von Hormus durch Drohungen und Angriffe faktisch zum Erliegen. In der Folge stiegen die Öl- und Benzinpreise weltweit stark.
Der Krieg setzt Trump und seine Republikaner vor den wichtigen Parlamentswahlen Anfang November innenpolitisch unter Druck. UN-Generalsekretär António Guterres forderte vor der Rede ein Ende der Gewalt. Der Portugiese scheidet zum Jahresende nach zwei Amtszeiten und rund zehn Jahren als UN-Generalsekretär aus.
Aufruf gegen Internationalen Strafgerichtshof
Für Aufsehen sorgte außerdem Trumps Aufruf an Staaten weltweit, aus dem Internationalen Strafgerichtshof auszutreten. Die USA erkennen das Gericht nicht an und gehen zunehmend mit Sanktionen gegen den Gerichtshof und seine Vertreter vor. Der IStGH wird von 125 Vertragsstaaten getragen, darunter Deutschland.
Abkommen zu Grönland
Direkt im Anschluss an Trumps Rede unterzeichneten Vertreter der USA, Dänemarks und Grönlands ein Abkommen. Es modernisiert und ergänzt ein seit 1951 bestehendes dänisch-amerikanisches Verteidigungsabkommen und hat kein Ablaufdatum.
Die USA dürfen die Militärbasis Pituffik Space Base modernisieren und ihre Aktivitäten dort ausweiten. Außerdem sollen zwei weitere Verteidigungsgebiete in Narsarsuaq und Mestersvig entstehen können. Nicht-Nato-Staaten dürfen ohne Zustimmung der drei Parteien keine eigenen Militäranlagen oder eine dauerhafte Präsenz auf Grönland errichten.
Trump kündigt Lösung für Ukraine an
Zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sagte Trump, der Konflikt werde schneller als gedacht gelöst. Er deutete zudem an, die kürzlich beschlossenen US-Vollmachten für neue Sanktionen gegen Russland bei Bedarf einzusetzen.
Am Rand der UN-Generaldebatte wollte Trump den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj treffen. Auf seiner Agenda standen außerdem Gespräche mit dem britischen Premierminister Andy Burnham, Venezuelas geschäftsführender Präsidentin Delcy Rodríguez und Vertretern der Golfstaaten über den Iran-Krieg.
Die UN als Bühne für mehrere Konflikte
Die Generaldebatte fällt in eine Phase, in der die Vereinten Nationen zugleich mit Kriegen, politischen Blockaden und finanziellen Problemen konfrontiert sind. Mehr als 120 Staats- und Regierungschefs sowie Außenminister beraten in New York über internationale Krisen. UN-Generalsekretär António Guterres fordert dabei ein Ende der Gewalt, verfügt als Generalsekretär jedoch weder über eine eigene Armee noch über umfassende Durchsetzungsmittel.
Iran-Krieg belastet Energie und Diplomatie
Der Krieg zwischen den USA und Israel auf der einen sowie Iran auf der anderen Seite hat wegen der Gefährdung der Straße von Hormus unmittelbare Auswirkungen auf den internationalen Schiffsverkehr und die Energiepreise. Ein Abkommen könnte diese Belastungen verringern, hängt aber von Sicherheitsgarantien, dem iranischen Atomprogramm, der Handelsschifffahrt und der innenpolitischen Lage in den USA ab. Trumps Verweis auf die Kongresswahlen macht deutlich, dass außenpolitische Entscheidungen zugleich unter innenpolitischem Druck stehen.
Grönland und Ukraine erweitern die Konfliktagenda
Das neue Grönland-Abkommen verbindet die Sicherheitsinteressen der USA mit der Souveränität Dänemarks und Grönlands. Die geplante militärische Präsenz soll vor allem die strategische Bedeutung der Arktis berücksichtigen, nachdem Trump zuvor mit einer Annexion gedroht hatte. Für die Ukraine bleibt entscheidend, ob Washington aus den angekündigten zusätzlichen Sanktionsvollmachten tatsächlich Druck auf Russland ausübt. Die Gespräche in New York können deshalb vor allem dann Bedeutung gewinnen, wenn sie konkrete Verhandlungen oder Maßnahmen nach sich ziehen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Deutschlandfunk: „UNO-Vollversammlung Trump ruft zu wirtschaftlicher Isolation des Iran auf“ (22.09.2026)
Der Bericht bestätige, Trump habe den Krieg gegen Iran verteidigt und zu wirtschaftlichem Druck auf Teheran aufgerufen. Er setze den Schwerpunkt auf die Forderungen an Iran, die Angriffe auf die Handelsschifffahrt einzustellen und sein Atomprogramm aufzugeben, während er ein mögliches Abkommen nach den US-Zwischenwahlen hervorhebe. Zugleich stelle der Artikel Guterres’ Forderung nach einem Ende der Kriege und die Kritik an der politischen Lähmung des Sicherheitsrats heraus.
tagesschau: „UN-Generaldebatte in New York - Rede von Trump geplant“ (22.09.2026)
Der Beitrag ordne Trumps Auftritt in die gesamte UN-Woche ein und betone neben dem Iran-Krieg die geplanten Gespräche mit Wolodymyr Selenskyj sowie das Grönland-Abkommen. Anders als der Deutschlandfunk richte er den Blick stärker auf die Rolle der bilateralen Treffen und die geschwächte Vermittlungsfähigkeit der Vereinten Nationen. Beide Berichte ließen offen, ob aus den Gesprächen konkrete Fortschritte für die Konflikte entstehen könnten.
Medienübergreifend bestehe Einigkeit über Trumps Verteidigung des Iran-Kriegs und die zentrale Bedeutung der UN-Woche; unterschiedliche Schwerpunkte lägen bei wirtschaftlichem Druck, bilateraler Diplomatie und der institutionellen Krise der Vereinten Nationen.
