Donald Trump, Epstein-Akten

Trump und Epstein: Demokraten fordern Sonderermittler

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 20:46 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Demokratische Abgeordnete wollen Trumps frühere Verbindungen zu Jeffrey Epstein mit einem unabhängigen Sonderermittler untersuchen lassen. Der Vorstoß erhöht den politischen Druck auf den Präsidenten wenige Tage vor den US-Zwischenwahlen.

Bericht zielt auf Kongresskontrolle

  • Demokratische Abgeordnete verlangen einen unabhängigen Sonderermittler zu Trumps Verbindungen zu Jeffrey Epstein.
  • Der Bericht stammt von Mitarbeitern der Demokraten im Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses.
  • Bei veränderten Mehrheiten könnten Demokraten Untersuchungen gegen Trump und seine Politik vorantreiben.
  • Einige Demokraten fordern die Einsetzung eines unabhängigen Sonderermittlers, um Verbindungen von US-Präsident Donald Trump zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein unter die Lupe zu nehmen. (Archivbild) - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
  • Das Gezerre rund um die Veröffentlichung der Epstein-Akten hat US-Präsident Trump unter Druck gesetzt. (Archivbild) - Bild: Andrew Leyden/ZUMA Press Wire/dpa
Einige Demokraten fordern die Einsetzung eines unabhängigen Sonderermittlers, um Verbindungen von US-Präsident Donald Trump zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein unter die Lupe zu nehmen. (Archivbild) - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa Das Gezerre rund um die Veröffentlichung der Epstein-Akten hat US-Präsident Trump unter Druck gesetzt. (Archivbild) - Bild: Andrew Leyden/ZUMA Press Wire/dpa

Demokraten richten Epstein-Forderung an US-Kongress

Einige Demokraten im US-Repräsentantenhaus fordern einen unabhängigen Sonderermittler, der die Verbindungen von US-Präsident Donald Trump zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein untersuchen soll. Ein neuer Bericht von Mitarbeitern der Demokraten im Justizausschuss führt aus, immer mehr Beweise legten eine aktive Beteiligung Trumps an Epsteins sexuellem Missbrauch junger Frauen Mitte bis Ende der 1990er Jahre nahe.

Weißes Haus weist Vorwürfe zurück

Trump kannte Epstein einst gut, bestreitet aber jede Verwicklung in dessen kriminelle Machenschaften und jede Kenntnis von Epsteins Taten. Eine Sprecherin des Weißen Hauses erklärte, keine der Anschuldigungen treffe zu; Trump sei in allem, was Epstein betreffe, vollständig entlastet worden.

Bericht erscheint vor den Midterms

Die Veröffentlichung fällt in die Endphase des US-Wahlkampfs. In gut einer Woche wählen die Amerikanerinnen und Amerikaner ihr Parlament, wobei Trump selbst nicht auf dem Stimmzettel steht.

Die Zwischenwahlen gelten zugleich als Abstimmung über die Politik des Präsidenten. Die Republikaner halten derzeit in beiden Kongresskammern knappe Mehrheiten.

Aktenfreigabe sorgt weiter für Kritik

Der Umgang mit der Epstein-Affäre hat Trump in seiner zweiten Amtszeit wiederholt unter Druck gesetzt. Im Wahlkampf hatte er die Freigabe der Akten versprochen, sich nach dem Amtsantritt aber lange dagegen gewehrt.

Unter öffentlichem und parlamentarischem Druck wurden schließlich Teile der Akten veröffentlicht. Kritiker bemängelten anschließend, geschwärzte Passagen schützten nicht nur Opfer, sondern auch mutmaßliche Mittäter.

Epsteins Netzwerk bleibt politisches Thema

Jeffrey Epstein hatte als Finanzier ein Netzwerk in der US-amerikanischen und internationalen High Society. Über Jahre missbrauchte er nach den Ermittlungen junge Frauen und Minderjährige unter anderem in New York und Florida.

Epstein bekannte sich in einem früheren Verfahren in einzelnen Punkten schuldig. Nachdem der Fall später erneut aufgerollt worden war, starb er 2019 in einer Gefängniszelle, bevor es zu einer weiteren Verurteilung kam.

Demokraten setzen auf Kontrollrechte

Die Demokraten schätzen die Chancen für die Einsetzung eines Sonderermittlers durch die derzeitige Regierung als gering ein. Deshalb appellieren sie an den Kongress, seine Gesetzgebungs- und Kontrollbefugnisse zur Aufarbeitung des Falls zu nutzen.

Sollten die Demokraten künftig die Mehrheiten in den Kongresskammern gewinnen, könnten sie Untersuchungen gegen Trump und seine Politik einleiten. Der Epstein-Komplex wäre dabei ein mögliches Feld für weitere Nachforschungen.

Die Forderung nach einem Sonderermittler fällt in eine politisch besonders aufgeladene Phase. Die Zwischenwahlen am 3. November entscheiden darüber, welche Partei künftig die Mehrheiten im US-Repräsentantenhaus und im Senat hält. Donald Trump steht zwar nicht selbst zur Wahl, seine Präsidentschaft prägt den Wahlkampf jedoch maßgeblich.

Der Epstein-Komplex besitzt für die US-Politik eine besondere Sprengkraft, weil er Fragen nach Macht, Einfluss und dem Umgang staatlicher Stellen mit sexualisierter Gewalt verbindet. Trump hatte im Wahlkampf die Veröffentlichung der Ermittlungsakten versprochen. Die spätere Freigabe von Teilen der Unterlagen und die fortbestehende Kritik an Schwärzungen haben das Thema nicht beendet.

Mehrheiten entscheiden über Kontrolle

Ein Machtwechsel im Kongress würde die parlamentarischen Kontrollmöglichkeiten der Demokraten deutlich erweitern. Ausschüsse könnten dann Vorladungen aussprechen, Unterlagen anfordern und eigene Untersuchungen zu politischen Entscheidungen der Regierung einleiten. Ein Sonderermittler wäre dagegen von der Exekutive abhängig und wird im Bericht der Demokraten selbst als wenig wahrscheinlich eingeschätzt.

Für die Öffentlichkeit bleibt entscheidend, zwischen politischen Vorwürfen, parlamentarischer Aufarbeitung und strafrechtlich belastbaren Feststellungen zu unterscheiden. Der neue Bericht erhöht den Druck im Wahlkampf, ersetzt aber kein unabhängiges Ermittlungsverfahren. Die weitere Bedeutung des Themas hängt daher auch davon ab, ob neue Akten veröffentlicht werden und welche Mehrheiten aus den Zwischenwahlen hervorgehen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Stern: „Epstein-Skandal: Demokraten fordern Ermittler zu Trumps Epstein-Verbindungen“ (26.10.2026)

Der Artikel bestätigt die Forderung demokratischer Abgeordneter nach einem unabhängigen Sonderermittler und ordnet sie in den bevorstehenden Midterm-Wahlkampf ein. Im Mittelpunkt stehen die Vorwürfe aus dem Bericht sowie Trumps Zurückweisung einer Verwicklung.

NDR: „Welche Rolle spielen die Epstein-Akten bei den Midterms?“ (26.10.2026)

Der Beitrag richtet den Schwerpunkt stärker auf die mögliche Wirkung des Aktenstreits auf Trumps politische Basis. Er hebt als offene Frage hervor, ob weitere Veröffentlichungen den Wahlkampf beeinflussen und bei einem Machtwechsel im Repräsentantenhaus neue Untersuchungen folgen könnten.

Beide Beiträge verbinden den neuen Vorstoß der Demokraten mit den Midterms. Unterschiede liegen vor allem im Fokus: Während der Stern den konkreten Bericht und die Vorwürfe schildert, betrachtet der NDR stärker die politische Wirkung und mögliche nächste Schritte.

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